leider nicht mehr England - die Dirty Pretty Things haben sich nach drei Jahren und zwei Alben aufgelöst. Die Musiker wollen zwar weiter aber nicht miteinander Musik machen. Schade. Hier noch mal die beiden wohl berühmtesten Songs:
Ihr steht am Regal Eures Lieblingsplattendealers und blättert müssig die Neuerscheinungen des Monats durch und da sticht euch ein Titel ins Auge - und ihr müsst die Cd zumindest hören. Auf diese Weise kam ich immerhin zu meiner ersten Sandy Thorn CD. Abgesehen von blumenbekränzten Punkrockern garantiert ein griffiger Songtitel leider nicht unbedingt einen tollen Song - aber das ist eine andere Geschichte:
Die Besten Songtitel
Platz 10: Work Is A Four Letter Word
Credits: amtrotec2
Ursprünglich von Cilla Black, hier von the Smiths.
Platz 9: Excuse Me While I Break My Own Heart Tonight - Whiskeytown
Die neue Single der Kaiser Chiefs - Never Miss A Beat:
Credits: polydor
Wie könnten wir, in dieser verdammt einschmeichlerischen Verpackung. Das klingt nach einem Song, der live richtig Spaß machen sollte.
Polydor ist übrigens eines der wenigen Labels, die verstanden haben, dass es durchaus nützlich sein kann, wenn Fans die Videos der Bands in ihre Websites und Blogs einbinden. Das nennt sich kostenlose Werbung - nicht Piraterie!
Das neue Album der Chiefs Off With Their Heads erscheint übrigens am 17.10..
Chris Cornell (Audioslave, Soundgarden) bringt mit Scream im Oktober sein neues Soloalbum heraus.
Die Songs
Long Gone
Ground Zero
Watch Out
könnt ihr jetzt schon auf seiner MySpace Seite anhören. Sie klingen wie jeder andere von Timbaland produzierte Song. Tja, wenn Chris Cornell gerne wie Madonna, Duran Duran, Justin Timberlake oder Nelly Furtado klingen wollte hat er es jetzt geschafft. Herzlichen Glückwunsch.
You know my name, nein, aber den deines Produzenten, den höre ich aus jeder Note.
Es gibt Ideen, die kommen einem nach zehn Kannen Kaffee um vier Uhr morgens und selbst dann verwirft man sie sofort. Wer auch immer David Lynchs Welt in ein Musical pressen will, er hat eindeutig zu viel Kirschkuchen verdrückt. Allerdings ist er nicht allein.
Sei es drum, ich möchte es zum Anlass nehmen, wie die 5 Filmfreunde euch ein paar Filme vorzustellen, zu denen die Welt unbedingt ein Musical braucht:
Das Gleichnis des Kampfes zwischen Himmel und Hölle schreit natürlich nach sakralen Chören. Christopher Walken als Erzengel schmettert ein dämonisches Don't Loose Your HeadSoul den Menschen entgegen, während seine Zombie Armee den Rhythmus stampft. Wenn wir noch ein paar Panflöten und indianische Gesänge untermischen kann den Exorzismus nur noch der Unglaube der Kinozuschauer aufhalten.
Das Leben und Erwachsenwerden von Paul kann wunderbar durch die verschiedenen Fangesänge begleitet werden. Die Scheidung der Eltern wird durch ein hoffnungsvolles is hecoming home? begleitet. Und wenn Sarah Paul vorhält, dass Arsenal wohl kaum eine gute Grundlage für eine Ehe und Kinder wären antwortet der natürlich nicht mehr traurig mit "nicht mal diese Saison", sondern schmettert ihr ein hoffnungsvolles You'll never walk alone entgegen. Obwohl das würde ein wahrer Arsenal Fan nie in den Mund nehmen, oder?
Das Roadmovie um das frisch vermählte Ehepaar Alabama und Clarence, dass zufällig einen Koffer voll unverschnittenem Kokain erbeutet kann eigentlich nur auf eine Weise vertont werden - mit Songs des Kings. Allein in der Anfangsszene, als Clarence stolz verkündigt, er würde nie mit einem Mann ins Bett gehen, es sei denn Elvis frage an, hört man doch schon fast die Melodie von If That Isn't Love. Egal, ob die Schießerei mit Amandas Zuhälter oder das Treffen mit dem eigenen Vater, mit einem kleinen Lied auf den Lippen wäre das Remake auf jeden Fall ein großer Erfolg.
Am Sonntag starteten wir recht spät ins Festival Programm.
Das Wichtigste in Schlagzeilen
Positivste Neuentdeckung: Painbastard Größte Enttäuschung Apoptygma Berzerk "Life is live" Award (Beste Performance)New Model Army "I'm so bad baby" - AwardBlitzkid
War der Samstag ein Alternative Tag gehörte der Sonntag dem Horror Punk und dem Aggrotech.
Painbastard habe ich mir eigentlich nur auf Empfehlung einer Freundin angesehen. Ein Mann tobt zu Industrialklängen über die Bühne und schreit seine Botschaften mit verzerrter Stimme ins Publikum - und es macht richtig Spaß. Der Hangar war trotz früher Stunde gut gefüllt.
Blitzkid ist nicht unbedingt typisch für das Genre Horrorpunk. Die Band spielt nicht besonders harten und leider ziemlich durchschnittlichen Punk, ist aber wenigstens gruselig geschminkt. Der Sänger TB Monstrosity diente sich dermaßen dem Publikum an, dass es schon fast peinlich war. Ansonsten war die Show wie die Musik - nett, aber nicht unbekannt. Ein zertrümmerter E-Bass ist eine recht lahme Provokation (vor Allem, wenn man ihn vorher offenkundig austauscht) und das Lachen von Argyle Goolsby zum Schluss hätte nach einer anderen Show vielleicht auch gruseliger gewirkt - der Joker lässt grüßen. Alles in allem ist Blitzkid halt doch eher die lustige Variation. Naja, den Bad-Award bekommen sie trotzdem, da ich The Other leider verpasst habe.
Credits: Harmony512
Lacrimas Profundere kamen mit einem neuen Album im Gepäck. Gewohnt düster und spielfreudig machten sie einen sehr guten Eindruck. Ich habe allerdings nicht viel mitbekommen, da ich früh in den völlig überfüllten Hangar musste, um mir einen Platz für Eisbrecher zu sichern.
Credits: Kerl72bln
Nach zwanzig Minuten Stillstand hatte ich es endlich geschafft - Eisbrecher ließen den völlig überfüllten Hangar toben. Die Band nimmt sich selbst erfrischend wenig ernst. Einzeln würde ich sie mir zwar nicht ansehen - dazu ist die musikalische Nähe zu Rammstein etwas zu deutlich - aber auf einem Festival gerne immer wieder.
Credits: hiegadeil
Keine Ahnung warum ich es immer wieder versuche ... vielleicht ist es die Begeisterung, mit der mir meine Freunde immer wieder erzählen, dass Apoptygma Berzerk eigentlich total klasse sind. Ja gut, die letzten Nummern waren schon sehr Mainstream wurde ja auch mit dem Bravo Hits Sampler belohnt, ja, Shine On war eine Katastrophe (das großartige Original der House of Love findet ihr HIER) ... aber irgendwann haben die mal richtig gute Musik gemacht. Und live spielen sie auch nur alte Sachen. EHRLICH!
Nach einer Stunde einfallslosem, schlecht gesungenem Pop wurde mir zugestanden, sie hätten nun doch nicht die guten alten Sachen gespielt... Mir ist absolut schleierhaft woher Apoptygma Bezerk ihren guten Ruf haben. Als Live-Band können sie ihn nicht erworben haben.
New Model Army waren - meiner bescheidenen Meinung nach - die heimlichen Headliner des Sonntags. Ich hatte ganz vergessen, wie unglaublich gut die Mannen um Justin Sullivan sind. Wow. Kaum ein Zuschauer, der nicht alle Songs (inklusive die von High) mitsingen konnte. Es war außerdem das erste Mal, dass ich gesehen habe, dass sich Männer auf die Schultern ihrer Kumpel stellen, um zu tanzen. Trotz kaputter Füße hätten sie ewig weiterspielen können. Wahnsinn.
Fields Of The Nephilim haben wir uns anschließend geschenkt.
Fazit
Das M'Era Luna 2008 war wesentlich bunter, als das der letzten Jahre. Neben verschiedener Spielarten von Goth, Electro, IBM und NDH waren diesmal mit Punk und Alternative auch andere Genres vertreten. Das Publikum war wesentlich älter, als in den letzten Jahren. Das lag vor Allem daran, dass die Headliner (Paradise Lost, VNV Nation, Front 242, New Model Army, Fields Of The Nephilim und DAF) alle bereits sehr lange existieren. Es fehlten die Bands für die Nachwuchs Emos, die letztes Jahr mit Jesus On Extasy und Dir En Grey noch recht zahlreich vertreten waren.
Das Line-up machte sich auch in den Outfits bemerkbar. Dieses Jahr waren verhältnismäßig wenige herausragend gestylte Menschen zu sehen. Es gab auch keinen optischen Trend. Auch die verschiedenen Stände boten kaum etwas neues. Durch Front 242 waren allerdings verhältnismäßig viele Uniformteile zu bestaunen.
Diesmal wurden auf offizielle Ansagen der Bands verzichtet. Wo wir uns doch schon so auf das Rabenschwarze Hallo von Medusa gefreut hatten ;-) Das hatte nur den Nachteil, dass kaum eine Band freiwillig ihren Namen preisgab. Ein Supergau für jeden Manager. Die Statements auf der Bühne fielen - trotz Russland - Georgien Konflikt - sowieso überraschend kurz und sehr unpolitische aus.
Dieses Jahr haperte es ein wenig an der Organisation, so hätten einige Bands, wie Agonize oder Eisbrecher besser auf die große Bühne gepasst. Der Wechsel zwischen den Fangruppen im Hangar klappte nicht besonders, so dass es wiederholt zu langen Staus kam. Auch der Ton hatte auf der großen Bühne Probleme. Normalerweise kennt man das nur aus dem Hangar.
Alles in Allem war es - trotz kleiner technischer Pannen - ein sehr gutes, abwechslungsreiches Festival.
Als wir - wegen mir zu fast nachtschlafender Zeit - durch die alljährlichen Schlaglöcher rumpelten kam bereits Wiedersehensfreude auf...
Für die Eiligen unter Euch:
Das Wichtigste in Schlagzeilen
Positivste Überraschung: Klimt 1918
Größte Enttäuschung: Front 242
"Life is live" Award (Beste Performance)VNV Nation
"I'm so crazy, baby" - Award Cinema Strange
In einem Meer von Seifenblasen können auch Irokesenschnitt, Undercut oder schwarze Gewandung nicht über den Hippie in uns hinwegtäuschen. Die Legendary Pink Dots können durch ihre Improvisationen uns noch immer in einen - legalen - Rausch versetzen. Nach viel zu kurzen 40 Minuten hat die schwarze Welt uns wieder.
Als nächstes war Gothic Punk mit Cinema Strange angesagt. Die Jungs boten auch eine beeindruckende Fangemeinde auf. Die Show war auch durchaus beeindruckend. Leider konzentrierten sich die drei Jungs so sehr auf ihre Stöckelschuhe bzw. das Hochziehen der Augenbrauen sowie das tänzerische Überqueren der Bühne, das wenig Platz für die Musik blieb. So spielten Cinema Strange nicht nur - wie gewohnt - den Schlagzeugpart ein sondern auch die Gitarre. Da konnte auch eine exzellente B-Note nichts mehr retten.
Red Lorry Yellow Lorry lockten ein etwas älteres Publikum an die Main Stage. Dieses Jahr waren überraschend viele Bands am Start, die ich eher dem Alternative Sektor zuordnen würde. Sie lieferten eine recht zurückhaltende Performance, die jedoch musikalisch gewohnt gut war.
Mit Klimt 1918 trat eine weitere Alternative Band im Hangar an. Im Laufe der Jahre entwickelten sich die Italiener immer mehr vom Metal zum Gitarrenpop. Diesen spielen sie jedoch fast schon perfekt.
Wieder zurück auf der Mainstage heizten Tanzwut ein. Mittelalter meets Electro - wer hier nicht tanzt ist selber schuld. Wie gewohnt eine heiße Show.
Credits: 19maiangel89
Mit Unheilig trat nun der erste Vertreter der Neuen Deutschen Härte an. Der Graf ist ja für seine pathetischen Texte bekannt. Seine Metaphern kämen auch auf dem Schlagermove an. Nach mehr als drei Songs tritt schnell Übersättigung ein. Eine tolle Stimme allein reicht halt doch nicht.
ASP hatten leider mit den Tücken der Technik zu kämpfen. Pünktlich zum Start wurde die Stimme völlig unter die Instrumente gemischt. Die Aufforderung der Fans sie lauter zu drehen, half nur bedingt. Ich stand ziemlich weit vorne, aber hinten muss es eine Katastrophe gewesen sein. Schade. Dabei spielten ASP auch einen neuen Song aus dem neuen Album Zaubererbruder (zu Krabat):
Credits: Pikapikaa555
Inzwischen war es leider so voll, dass ein Blick auf Moonspell illusorisch gewesen wäre - immerhin galt es für VNV Nation einen Platz vorne zu erkämpfen.
Ronan Harris & Co. beweisen eindrucksvoll, dass mit VNV Nation immer noch zu rechnen ist. Ein sehr guter Querschnitt aus achtzehn Jahren Bandgeschichte zwingt auch die Fußkranken zum Tanzen. Trancige Anfänge, eingängige Melodien werden mit intelligenten Texten und harten Beats gemischt. Die Energie, die Harris buchstäblich auf das Publikum überträgt ist unglaublich. VNV Nation kündigten übrigens ein neues Album für 2009 an.
Credits: VcomteDeValmont
Optisch durch unzählige Uniformen bereits angekündigt gaben sich nun das Aushängeschild der Electronic Body Music Front 242 die Ehre. Mir fehlt bei dieser Musikrichtung allerdings eindeutig eine Songstruktur. Bis auf vielleicht zwei Songs war das ganze einfach nur elektronischer Lärm. Da könnte ich mir auch gleich GOA anhören. Allerdings war hier unsere Gruppe gespalten zwischen Fans und Hassern.
Credits: DarkestBrain
Ziemlich kaputt aber voller Adrenalin verließen wir kurz nach Mitternacht das Festivalgelände.
Wer sagt, dass man für Metal Gitarren braucht, der hat noch nie Coppelius live genossen. Mit Schlagzeug, Kontrabass, Cello und Klarinette spielen sie nicht nur eigene songs, sondern covern Motörhead oder Iron Maiden.
Credits: ComtesseAntoinette
Und sagt mal ehrlich, wenn Coppelius im Gehrock und Vatermörder auf die Bühne schreiten, von Da Capo Rufen ihres Publikums begleitet, um in ihren Texten E. T. A. Hoffmann zu frönen - wer kann da schon still stehen bleiben?
I Get Used To It
Credits: TheMo81
Das Geheimnis der Herren aus einem anderen Jahrhundert ist eigentlich keins - sie sind eine unglaubliche Live Band. Ich habe sie am 03.08. auf dem Fährmannsfest in Hannover gesehen. Verpasst? Am 14.11. sind sie erneut im Musikzentrum zu Gast. Nutzt eure zweite Chance ;-)
Das M'era Luna 2008 in Hildesheim nähert sich mit riesigen Schritten. Diesmal begeistern mich die Headliner nicht besonders. Aber viele der kleineren Bands standen schon lange auf meinem Tourkalender.
Mein vorläufiges geplantes Programm (mit Anspieltipps):
Einen Blick zwischendurch werde ich werfen auf Moonspell (zwischen ASP und VNV Nation) und Paradise Lost - beide habe ich allerdings schon mal gesehen, ebenso wie Mesh.
Sonntag
Hier kenne ich die meisten Bands noch nicht. Also werde ich wohl ein wenig hin und her wechseln. Zwingend wird es erst ab 15.20: