Harry Potter

Sonntag, 18. Mai 2008

Gerüchte um Trailer: Harry Potter und der Halbblutprinz

Angeblich soll bei der Premiere von Prinz Kaspian am 15.5. der Trailer von Harry Potter und der Halbblutprinz gezeigt worden sein. Bei Youtube bin ich allerdings noch nicht fündig geworden. Dort findet man ausschließlich Zusammenschnitte von altem Material mit reißerischen Titeln. Sehr schön und auf jeden Fall echt und wahre Handarbeit:


Der Lego Trailer zu Harry Potter und der Halbblutprinz von www.brick-potter.de.

Samstag, 17. Mai 2008

Che Potter

Die, die Angst vor ihm haben nennen ihn den Unerwünschten. Die, die ihn bewundern flüsternd den Auserwählten. Im Laufe der Zeit haben eine Reihe von Menschen sich diesen schmalen Grad zwischen Hass und Hoffnung verdient. Im folgenden wollen wir untersuchen, ob uns Harry den Status eines wahren Revolutionärs verdient.

Che Guevara Harry Potter

Was ist also ein Revolutionär?

Ein radikaler und rapider sozialer Wandel (»Revolution«) knüpfte sich auch an erfolgreiche politische, oft auch charismatische Persönlichkeiten, deren soziologische Urteilskraft sich eher nur implizit erschließt, deren soziale Wirkung jedoch bewusst und gewollt revolutionär war.

Ein Revolutionär ist also charismatisch, erfolgreich und sticht aus der Masse hervor. Sein Konterfei findet sich irgendwann auf T-Shirts, sein Name ziert Straßen und Plätze. Er oder sie hat seine persönlichen Interessen einer Idee geopfert. Jemand hat Anstrengungen unternommen, unseren Helden zu töten. Vielleicht war auch er erfolgreich. Immerhin begründet nichts so sehr den Ruhm, wie ein vorzeitiges tragisches Ende.

Trägt also Harry die Züge eines Revolutionärs in sich? Harry schafft es immer wieder Menschen von sich zu begeistern. Zwar fehlt ihm die akademische Brillanz von Hermine noch das gute Aussehen von Gilderoy Lockhart. Trotzdem schafft er es immer wieder Menschen zu begeistern. Stehen zu Anfang nur Hermine und Ron zu ihm beschert ihm bereits sein erster Kampf gegen den noch geschwächten Lord Voldemort mit Colin Creevey seinen ersten Fan. Später gelingt es ihm mit der D.A. eine terroristische Einheit aufzubauen. Gegen den erklärten Willen der direkten Vorgesetzten, der Schulleitung sowie der gewählten Regierung lernen die Schüler den bewaffneten Widerstand. Sie ist die Keimzelle seines Aufstands in Hogwarts. Die DA wird sich in Harry Potter und die Heiligtümer des Todes den Deatheatern trotz ihrer Unterzahl entgegenstellen. Trotzdem ist die DA nur eine Revolution light ein Aufstand von Teenagern, der durch die Entdeckung von Dolores Umbridge fast ausgehoben wird. Nur mit Hilfe einer List gelingt die Befreiung. Allerdings geht die kleine revolutionäre Zelle später im "Dachverband" des Phönixordens auf. Ähnlich wie in einer politischen Partei helfen Harry, Ron und Hermine ihre Führungsrollen in der Nachwuchsorganisation hier kaum. Sie werden zu Handlangertätigkeiten heran gezogen und nur selten in die Aktionen des Ordens eingeweiht. Daher ist eine erneute Abspaltung, wie sie in Harry Potter und die Heiligtümer des Todes erfolgt, nur die logische Konsequenz.

Was aber hat Harry bewogen sich gegen die bestehende Ordnung aufzulehnen? Welche Idee trieb ihn an?

Bis zur Französischen Revolution war die Idee hinter einer gesellschaftlichen Umwälzung stets die Rückkehr von einer korrumpierten Gesellschaft zur alten Tugend. Auch Harry und seine Anhänger träumen von der alten, friedlichen Zeit, die sie nie gekannt haben. Sie glauben an die friedliche Koexistenz von Muggeln und Zauberern und an ein freies, selbstbestimmtes Leben. Stärker noch als die Freiheit wird bei Harry Potter jedoch stets die Gleichheit betont, egal ob es sich um alte Zaubererfamilien, Muggelgeborene, Squibs oder Menschen sind. Sie verteidigt er gegen die Rassenlehre der Deatheater. Die anderen Ideale der französischen Revolution Freiheit und Brüderlichkeit werden dem untergeordnet. Der Freiheitswille Harrys lässt sich anhand der vielen Regelverstöße festmachen. Er begehrt gegen die gesellschaftliche Ordnung auf, wenn sie ihm unlogisch erscheint. Andererseits akzeptiert er den Richterspruch Dumbledores oder McGonagalls stets. Es handelt sich also nicht um pubertäre Opposition sondern aus Überzeugung. Das Gebot der Brüderlichkeit findet sich in der Nächstenliebe wieder. Harry opfert sich in seiner Quest für die Liebe. Egal ob Menschen- oder Mutterliebe, J.K. Rowling setzt sie als Gegengewicht gegen Gewalt, Rassismus und Egoismus und begreift sie als wahre Triebfeder von Harrys handeln. Dabei muss er allerdings seine eigenen Gefühle wie ein wahrer Held dem Ideal unterordnen - er verlässt Ginny in Harry Potter und der Halbblutprinz um sie zu beschützen.

Ein wahrer Revolutionär wird allerdings auch anhand des Widerstandes gemessen, der seiner Idee entgegengebracht wird. Harry muss sich bereits früh mit seinen Gegnern auseinander setzen. Sei es der Angriff bei dem seine Eltern starben und das damit verbundene erste Wunder, dass ihm eine Narbe und dem Rest der Welt zehn ruhige Jahre bescherte oder die dann einsetzenden kleinen Angriffe und Nadelstiche, die sich von Band zu Band steigern. Hier ein Dementorangriff, dort eine Verleumdung - abgesehen von den Attacken von Lord Voldemort selbst kämpft Harry mit einer immer kleineren Schaar von Getreuen gegen übermächtige Feinde. Ist zu Anfang Voldemort noch schwach und Harry in der Lage sich mit Freunden und Lehrmeistern eine Unterstützungsbasis aufzubauen wird das Gleichgewicht immer weiter zu Gunsten der dunklen Seite verschoben. Er selbst wird vom Volkshelden zur Persona non grata. Den Höhepunkt des Märtyrertums erreicht er in seiner Selbstopferung in Harry Potter und die Heiligtümer des Todes.

Der eigentliche Erfolg der Idee ist übrigens für den Status als Revolutionär weitgehend unwichtig. Die Bedeutung zeigt sich daran, ob sich die Menschen- und Zauberwelt an die Taten erinnert. Sieben Bücher, acht Filme und unzählige Merchandising Artikel sollten uns dabei helfen.

Che Guevara

Das beste Beispiel wie wenig der tatsächliche Erfolg am Kultstatus eines Revolutionärs rütteln kann ist übrigens Che Guevara. Ein schmächtiger kleiner Kerl - wie Harry. Nach seinem Medizinstudium reiste er durch Südamerika und begann durch die Geschichten der Völker den Kapitalismus zu verabscheuen, den er als die Wurzel allen Übels brandmarkte. Harrys Zeit in Hogwart kann ebenso als ein Aufbruch in eine erwachsene, neue Welt verstanden werden, der Ideen und Geschichten er aufsaugt. Er lernt hier die Deatheater und ihre Ideen kennen und verabscheuen, obwohl er von den Malfoys in Versuchung geführt wird. Che Guevaras Kampf in Kuba könnte mit Harrys Kampf im Ministerium und der Suche nach den Horkruxen verglichen werden. Allerdings erspart Rowling ihrem Helden ein Scheitern im realen Sozialismus - Che Guevaras gelingt es nicht seine recht naiven wirtschaftlichen Vorstellungen umzusetzen. Castro entzieht ihm das Amt des Industrieministers. Ches Idee der sozialistischen Revolution führt ihn in den Kongo und nach Bolivien. Dort wird er - angeblich mit Hilfe des CIAs - hingerichtet. Sein Tod macht ihn - hier wieder die Parallele zu Potter - zu einem Märtyrer. Allerdings ist seine Wiederauferstehung wesentlich weniger prosaisch: Heute bietet ihn der von ihm so verabscheute Kapitalismus auf T-Shirts und Stickern als Stilikone feil. Kauf dir dein Stück gelebten Marxismus. Potters Revolution endet zwar ebenso in einem Blutbad, jedoch mit einem Sieg für die Sache. Die Deatheater inklusive Voldemort werden ausgeschaltet. Ob für immer ist nicht bekannt. Harry kann so als Ex-Revolutionär in den Ruhestand treten. Ein Leben im Mittelmaß sei ihm gegönnt - ein Nine-to-five Job klingt für einen Che Potter doch fast revolutionär.

Quellen:
Wikipedia Eintrag Che Guevara
Wikipedia Eintrag Revolution
Rowling, J. K.: Harry Potter und der Stein der Weisen
Rowling, J. K.: Harry Potter und die Kammer des Schreckens
Rowling, J.K.: Harry Potter und der Orden des Phönix
Rowling, J.K.: Harry Potter und der Halbblutprinz
Rowling, J.K.: Harry Potter und die Heiligtümer des Todes

Samstag, 5. April 2008

Eine wilde Löwin - was habe ich erwartet?

Es passt schon - irgendwie ;-)

Gryffindor!
Sort me!


Brave. Daring. Bold. Chivalrous.
Gryffindor is most often seen as, "the best house," of Hogwarts. Of course, that title can't go to any house in particular, as they all have praiseworthy traits. We know the most about Gryffindor than any other house. To be in Gryffindor usually means you're brave, and borderline reckless.

Occasionally we see Gryffindors with other admirable (and not so admirable) tendancies, but most often we see bravery, however hidden it may be. Even if you think you might be a bit of a nervous wreck, chances are if you're in Gryffindor you have boldness hidden within you, only to emerge in a time of need.

To be a Gryffindor can be similar to saying you're most like a knight, showing bravery and chivalry. You can be very honorable. However, don't let pride be your downfall. Congratulations on being sorted into Gryffindor!

*smack* Have none of you read Hogwarts: A History!?

Donnerstag, 13. März 2008

Gerüchte bestätigen sich

Harry Potter und die Heiligtümer des Todes werden als Zweiteiler verfilmt. Die Los Angeles Times berichtet, dass der erste im November 2010 und der zweite Film im Mai 2011 die Leinwand verzaubert.

Harry Potter

Credits: Celebrity Gossip Juicy Celebrity Rumors

Warner Bros. Pictures hat also - nach dem Aufkauf von New Line Cinema - ein Jahr länger Zeit, den Hobbit zu produzieren. Da Jackson bis 2012 vertraglich gebunden ist könnte Warner Bros. sich fast nahtlos im Fantasyfilmgenre profilieren. Zwar sollen große Teile von New Line aufgelöst werden, der Hobbit soll weiterhin von den Rumpfteams betreut werden.

Sollte Tintenherz Ende 2008 erfolgreich werden würde der Dreiteiler (Tintenherz, Tintenblut, Tintentod) bestens ins Portfolio passen.

Dienstag, 1. Januar 2008

Harry Potter 8 ... jetzt vielleicht doch?

Bisher hatte J. K. Rowling ja stets eine weitere Fortsetzung ausgeschlossen. Allerdings kann sie anscheinend das Potterversum nicht ganz loslassen:

"Seit ich den siebten Band fertig gestellt habe, erlebe ich immer öfter schwache Momente, in denen ich innerlich 'Ja!' zu einem achten Roman sage", hat die Hogwarts-Erfinderin nun überraschend bekannt gegeben. Sogar über das Thema hat sich Rowling schon Gedanken gemacht: "Falls ich jemals - und das ist noch nicht sicher - ein weiteres Buch schreibe, wird es darin sicher nicht um Harry gehen, denn seine Geschichte ist zu Ende erzählt." Elbenwald

Es wären eine Reihe von Geschichten denkbar:
  • Schulgeschichten um Harrys und Rons Kinder
  • die Geschichte von James, Sirius, Lupin, Snape und Lilli
  • Tom Riddels Schulzeit und Verwandlung in Lord Voldemort
  • Dumbledores Jugend und Freundschaft mit Grindelwald
  • die Geschichte der Longbottems
  • Teddy Lupins Geschichte
Sobald die Geschichte nach Harry Potter und der Halbblutprinz spielt wird es schwierig, ein ähnliches Bedrohungsszenario aufzubauen. Allerdings gibt es nach dem Fall Voldemorts ja auch immer noch genug Todesser und das Ministerium ist ebenfalls noch unterwandert. Die politische und gesellschaftliche Neuordnung, die zwischen dem vorletzten und dem letzten Kapitel liegt, wäre also auch durchaus ein paar Seiten wert.

Dienstag, 25. Dezember 2007

Harrys Weihnachten mit den Weasleys

Nach vier unschuldigen Weihnachtsfesten im Schoße Hogwarts verlässt Harry ab Harry Potter und der Orden des Phönix in den Ferien die Schule. Ein weiteres Zeichen für die Veränderungen in seinem Leben nach Cedrics Tod (Harry Potter und der Feuerkelch), Voldemorts Rückkehr und dem damit offiziell eingeläuteten Ende von Harrys Kindheit?

Doch fangen wir langsam an:
  • Harry Potter und der Orden des Phönix: Harry, Ron und Hermine feiern im Grimmaulplatz Nr. 12, im Hauptquartier des Phönixordens. Die Familie Weasley ist mit Percy zerstritten. Mr. Weasley liegt in St. Mungos, wo die Freunde den größten Teil des Festes verbringen.
  • Harry Potter und der Halbblutprinz: Harry und Ron feiern mit der Familie Weasley – inklusive Fleur als neuem Mitglied – im Fuchsbau. Scrimgeour versucht in einer diplomatischen Mission Harry auf seine Seite zu ziehen.
  • Harry Potter und die Heiligtümer des Todes: Ron hat Hermine und Harry verlassen. Beiden suchen am Weihnachtsabend Godric's Hollow und sein zerstörtes Elternhaus auf. Sie wollen Barthilda Bagshot befragen. Das Ganze ist jedoch eine Falle. Harry findet nur Barthildas Hülle vor und darf sich erneut mit Voldemort auseinander setzen. Er verliert seinen Zauberstab. Ein Misserfolg ist der Besuch in Godrics Hollow noch dazu, denn Hinweise auf die Horkruxe haben sie scheinbar nicht erhalten (allerdings nimmt Hermine Ritas Dumbledore-Buch mit, was Hinweise auf Grindelwald beinhaltet). (Danke an dieser Stelle an Andrea)
Die Weihnachten in Hogwarts bedeutete immer auch ein Innehalten im Schul- und Handlungsstress. Es werden zwar unauffällig die Weichen für die weitere Ereignisse gestellt, aber dies wird auf den ersten Blick nicht unbedingt deutlich (der Spiegel Negreb, der Ball). Sind in den ersten beiden Bänden die Weihnachtsfeiern noch voller kindlicher Begeisterung trüben erste Auseinandersetzungen (der Streit um den Feuerblitz und die Eifersucht Rons auf Viktor bzw. Harry auf Cedric) die Freude. In den Bänden fünf bis sieben verschärfen sich die Konflikte. Der Zauber von Weihnachten verliert in der wesentlich dunkleren Atmosphäre nach Voldemorts Rückkehr viel seines kindlich unschuldigen Charmes.

Die Elemente einer normalen Weihnachtsfeier (Festmahl, Geschenke, gutes Essen) werden zwar noch erwähnt, sie üben aber weder auf Harry noch auf den Leser den Zauber vergangener Weihnachten aus. Die traditionellen Elemente nehmen immer mehr ab. Zwar sind die jeweiligen Orte geschmückt, wenn auch dilettantische als die große Halle – herrlich, die mit Lametta behängten Gemälde von Sirius Vorfahren oder der versteinerte, vergoldete Gnom an der Spitze des Tannenbaums im Fuchsbau - doch schon das Festmahl lässt zu wünschen übrig. Wird es in Harry Potter und der Orden des Phönix nicht einmal erwähnt, dürfen Harry und Ron in Harry Potter und der Halbblutprinz Rosenkohl putzen. Dies sieht nach einem traditionellen englischen Weihnachtsessen aus (Rosenkohl, Bratkartoffeln und Truthahn, Roastbeef oder Gans). In Harry Potter und die Heiligtümer des Todes findet keine Feier im eigentlichen Sinne mehr statt.

Bei den Geschenken geht es im Orden des Phönix überraschend praktisch zu: Zauberbücher über defensive Magie und ein Hausaufgabenplaner neben den üblichen Süßigkeiten. Ein Zeichen für das Erwachsenwerden Harrys, der sich am Meisten über die Unterstützung bei der DA freut? Harry hat Angst, dass er von Voldemort besessen sein könnte. Daher versucht er sich von allen Freunden fern zu halten. Gleichzeitig glaubt er, von ihnen gemieden zu werden. Erst Hermine kann beide Seiten zu einer Aussprache zwingen. Hier zeigt sich das, den ganzen Roman durchziehende Motiv der inneren Zerrissenheit Harrys: Seine eigene Unsicherheit und Unzufriedenheit projiziert er auf seine Umgebung. Das führt zu einer mühsam unterdrückten Wut, die sich bei jeder Gelegenheit ihre Bahn bricht. Die Geschenke wertet er daher als Zeichen, von seinen Freunden akzeptiert zu werden. Daher beschwert er sich, im Gegensatz zu Ron, auch nicht über Hermines Binsenweisheiten zitierenden Hausaufgabenplaner. Im Halbblutprinzen werden nur noch die Geschenke der Weasleys erwähnt. Mit einer Ausnahme Kreachers hat Harry liebevoll eingepackte Maden verehrt, die seine Begeisterung über den neuen Herren ausdrücken. Hermine feiert zum ersten Mal nicht mit den Freunden. Sie und Ron befinden sich in einem Kleinkrieg aus Gefühlen und Verletzungen, in dem es nur Verlierer gibt.

Fleur, Harry Potter

Copyright: www.gryffindorgazette.com

Interessant auch hier der berühmte Weasley Pullover – das alljährliche, selbst gestrickte Geschenk von Mrs. Weasley für Familienangehörige. Percy, frisch mit der Familie zerstritten sendet den Liebesbeweis kommentarlos zurück. Fleur, die Verlobte von Bill, erhält als einziges Familienmitglied keinen Pullover. Ein Zeichen für die verzweifelten Versuche, die Heirat der beiden zu verhindern. Wie wir wissen ergebnislos. Erst viel später, als Mrs. Weasley klar wird, dass Fleur Bill auch entstellt und als Werwolf liebt, kann sie sie als Schwiegertochter akzeptieren.

Beide Feste sind von anderen Ereignissen überschattet. Die Weasleys ist von Percys Loyalität gegenüber dem Ministerium und damit verbundenen Abkehr von der Familie tief verletzt. In Harry Potter und der Orden des Phönix ist außerdem noch das Familienoberhaupt in St. Mungos. Arthurs Wunden wollen sich nicht schließen. Harry, Hermine und Ron treffen hier auf ihren ehemaligen Professor Gilderoy Lockhart, der dank des missglückten Gedächtniszaubers den Verstand verloren hat, und immerzu Fotos signiert. Viel beängstigender ist jedoch eine Begegnung mit Neville und seiner Großmutter. Die beiden besuchen Nevilles Eltern, die von Bellatrix Lestrange mit dem Cruciatus-Fluch gefoltert wurden. Beide haben den Verstand verloren. Diese Begegnung zeigt den Freunden, wie gefährlich der Kampf gegen Voldemort ist. Die Arbeit von Dumbledores Army verliert damit den Charakter der Teenagerrebellion. Die Weigerung des Ministeriums, den Kindern wirksame Defensivzauber beizubringen erscheint nicht mehr nur grob fahrlässig. Den Freunden wird ihre Verantwortung bewusst. Außerdem beginnen sie Neville (nebenbei einer der Charaktere, die sich im Laufe der Romane am Stärksten entwickelt hat) zu verstehen.

Dumbledores Army

Dumbledores Army

Copyright: www.harrypotterforseekers.com

Im sechsten Band ist es nicht mehr Percys Abwesenheit, die die Weasleys verstört, sondern sein plötzliches Auftauchen. Er lässt sich vom neuen Zaubereiminister Rufus Scrimgeour für eine diplomatische Mission missbraucht. Dieser lässt Harry gegenüber keinen Zweifel darüber aufkommen, dass er nicht an Harrys Rolle im Kampf gegen Voldemort glaubt. Er braucht ihn jedoch als Symbol für die Zaubererwelt – ein Strohmann für die Öffentlichkeitsarbeit – und um seine Position als Gegenpol zu Dumbledore zu stärken. Harry lehnt ab. Er macht seine Position als Dumbledores Mann klar, obwohl er weiß, dass seine Haltung Konsequenzen haben wird.

Zusammenfassend kann man sagen, dass zwischen dem pubertären, zornigen Teenie im fünften Band und dem leidenschaftlichen, heißblütigen im sechsten ein riesiger Unterschied besteht.

Im siebten Band ist Heiligabend nur noch eine schöne Erinnerung, der Hermine und Harry gedenken, als sie Godrics Hollow betreten. Beide haben über die Suche und den Streit mit Ron das Datum aus den Augen verloren. Harry hat mit dem Streit und dem Weggang von Ron nicht nur seinen besten Freund sondern auch seine Ersatzfamilie, die Weasleys verloren. Er ist von Schuldgefühlen zerfressen, da Hermine stumm leidet. Die Spur führt zudem in eine gut getarnte Falle. Dieses trostlose Weihnachten ist ein Symbol für die Hoffnungslosigkeit des Unerwünschten Nummer 1. Harry beginnt an sich, seiner Mission und an seinem Mentor Dumbledore zu zweifeln.

Die Feierlichkeiten verändern in einer Welt der Unsicherheit bzw. des Terrors nach Voldemorts Rückkehr sich ebenso wie das übrige Leben. Freunde und Verwandte sind verletzt oder schweben in Gefahr. Außerdem sind alle beteiligten älter und erwachsener geworden. Damit lässt auch der Zauber, den Geschichten und Geschenke verbreiten nach. Auch in Harry Potter und der Orden des Phönix bzw. in Harry Potter und der Halbblutprinz wird der Handlungsverlauf kurz für ein paar besinnliche Momente mit Geschenken unterbrochen. Trotzdem nehmen die Feierlichkeiten weder den Raum noch die Bedeutung (auch für Harry nicht) wie ihre Vorläufer in früheren Bänden ein. J. K. Rowling setzt im Laufe ihrer Werke sich steigernde Contrapunkte gegen die Weihnachtsstimmung (Begeisterung - Streit wegen gut gemeintem Petzen - Eifersuchtsdrama - Konsequenzen des Widerstands (Verletzung und Wahnsinn) - politische Schachzüge, die auch vor der Familie nicht halt machen). Dieses Szenario wird in Harry Potter und die Heiligtümer des Todes noch gesteigert. Die Feier findet in Godric's Hollow und damit auf einem Friedhof statt. Eine wunderbare Ironie - das erste Fest seit Jahren mit seinen Eltern (erneut: Dank an Andrea). Harry wird beinah ermordet. Er verliert außerdem seinen Zauberstab nach dem scheinbaren Verlust seines besten Freundes (erneut Eifersucht) ein weiterer harter Rückschlag auf der Suche nach den Horkruxen. Zwar erhalten er und Hermine durch die Biografie von Rita Kimmkorn (!) erneut wichtige Hinweise, dies führt jedoch gleichzeitig zu einer innerlichen Zerreißprobe von Harry, der zum ersten Mal mit Fehlern und Charakterschwächen seines toten Vorbilds Dumbledore konfrontiert wird.

Ich möchte abschließend festhalten, dass die Ereignisse in der Muggel- und Zauberwelt Harry einholen. Egal, ob es Weihnachten ist oder nicht. Mit dem Ende des siebten Bandes und dem Fall von Voldemorts Schreckensregime könnten Harry, Hermine und Ron also wieder fröhlichen und unbeschwerten Festen entgegensehen. Sollte J. K. Rowling uns doch noch eine Fortsetzung bescheren, hoffen wir auf viele fröhliche Weihnachtsfeiern im Hause Weasley Jun. und Potter.

Quellen:

J. K. Rowling: Harry Potter und der Orden des Phönix
J. K. Rowling: Harry Potter und der Halbblutprinz
J. K. Rowling: Harry Potter und die Heiligtümer des Todes

Harry Potters Weihnachten in Hogwarts (Band 1-4)

Montag, 24. Dezember 2007

Weihnachten in Hogwarts

Das Weihnachtsfest ist in den verschiedenen Harry Potter Bänden stets ein wichtiges Ereignis. Das Fest gibt dem Schuljahr in Hogwarts eine gewisse Struktur, ist es doch neben den Prüfungen die einzige konkrete Zeitangabe. In vielem erinnern die Festtage bei Rowling an traditionelle Internatsgeschichten: Die Feierlichkeiten sind englisch traditionell. Der größte Teil der Kinder fährt über die Ferien nach Hause. Ein kleiner Teil, der zu Hause unerwünscht, wie Harry, oder aus anderen Gründen nicht das Internat verlassen kann, bleibt in Hogwarts. Mit ihnen scheint die gesamte Lehrerschaft nichts besseres zu tun zu hat, als an ihrem Arbeitsplatz und mit dem Kollegium Ferien und Fest zu genießen. Ich hätte Albus, Minerva und Co. wenn schon kein Liebesleben, dann zumindest eine Familie gegönnt. Aber wer weiß, vielleicht versucht Snape Prof. Trelawney mit dem Weihnachtspunsch den Zeitpunkt seiner Ernennung zum Lehrer zur Verteidigung gegen die dunklen Künste entlocken. Oder Prof. Sprout und Prof. Flitwick tragen den Hauspokal mit Knallbonbons aus? Wer weiß, irgendetwas muss allen die Zeit in der leeren Schule versüßen... Oder ist es nur das köstliche Weihnachtsmahl? J.K. Rowling beschreibt ein gigantisches Festmahl mit allen möglichen Fleischgerichten und Süßspeisen. An diesem Tag wird sogar das Festmahl, das am ersten Schultag nach den Ferien gereicht wird, übertroffen.

Weasley Pulli

Copyrights: Harry Potter Revealed

Ein weiteres, jedes Jahr wieder kommendes Zeremoniell ist das Auspacken der Geschenke. Während Harrys Geschenke von den Weasleys bzw. seiner Freunde seine Integration in die Zauberwelt widerspiegeln werden die seiner Verwandten immer absurder. So schenken ihm die Dursleys in Harry Potter und der Stein der Weisen eine 50 Pence Münze, in Harry Potter und die Kammer des Schreckens einen Zahnstocher (mit der Frage, ob er nicht auch in den Sommerferien in Hogwarts bleiben darf), in seinem dritten Jahr in Harry Potter und der Gefangene von Askaban scheinen sie sogar Weihnachten ganz ignoriert zu haben, bevor sie ihm in Harry Potter und der Feuerkelch ein Taschentuch übersenden. Alles Geschenke, die ein Junge zwischen elf und vierzehn ganz oben auf seinem Wunschzettel haben dürfte. Anscheinend wollen Onkel und Tante sicher gehen, dass sich Harry ihrer Zuneigung auch im Laufe des Jahres sicher ist. Ich weiß, man soll nicht vom Wert eines Geschenkes auf die Gefühle des Überbringers schließen, allerdings sind die 50 Pence eindeutig das hochwertigste Geschenk. Aber als Symbol der Liebe ist der Zahnstocher und das Taschentuch natürlich schöner.

Die Weasleys schenken Harry in seinen vier Hogwartsjahren diverse Süßigkeiten und natürlich, als Zeichen seiner Zugehörigkeit zur Familie den berühmten Weasley Pulli in diversen Farben (nur Rons ist jedes Jahr kastanienbraun). Von seinen Freunden erhält er alle möglichen Kleinig- und Süßigkeiten (Zauberschachspiel, Adlerkiel etc.).

Neben diesen alltäglichen Vorkommnissen, wie Essen, Geschenkesauspacken, Schneeballschlachten und einer ausgelassenen Stimmung finden jedoch auch bedeutende Ereignisse an den Feiertagen statt:
  • Harry Potter und der Stein der Weisen: Harry erhält von Dumbledore den Tarnumhang. Bei seinen Streifzügen findet er den Spiegel Negreb und sieht zum ersten Mal seine Eltern.
  • Harry Potter und die Kammer des Schreckens: Harry, Ron und Hermine trinken den Vielsafttrank und befragen Malfoy über den Erben Slytherins.
  • Harry Potter und der Gefangene von Askaban: Harry erhält als anonymes Geschenk einen Feuerblitz. Da sich Hermine um ihn sorgt, verrät sie ihn und der Besen wird zur Untersuchung eingezogen. Damit beginnt der erste große Streit zwischen dem Triumvirat. Köstlich übrigens der Auftritt von Prof. Trelawney beim Weihnachtsmahl.
  • Harry Potter und der Feuerkelch: In Harrys viertem Hogwartsjahr findet zu Ehren der Gäste des Trimagischen Turniers der große Weihnachtsball statt. Für Harry und Ron eine Katastrophe. Beide gehen mit der falschen Frau zum Tanz und müssen zusehen, wie sich Cho und Hermine mit ihren Partnern amüsieren. Beide reagieren ausgesprochen kindisch auf diese Situation. Erste Pubertätsanzeichen?
Weihnachtsball Harry Potter

Quelle: Süddeutsche.de

Weihnachten in Hogwarts bedeutet ausgelassene Stimmung – bei Lehrern und Schülern – gutes Essen und Geschenke aber auch ein Ereignis, dass den Lauf der Handlung entscheidend weiter beeinflusst. Der Spiegel Negreb enthält die Lösung um den Stein der Weisen. Das Wissen um den Vielsafttrank wird Harry, Ron und Hermine in Band vier weiterhelfen, jetzt bringt er sie nur von einer falschen Spur ab. Im dritten Jahr wird uns vor Allem am Fest der Liebe, Freundschaft und der Familie bewiesen, wie brüchig diese sein kann. Hermine handelt aus – berechtigter – Sorge um Harry. Sie stellt seine Sicherheit über den Genuss eines zweifelhaften Geschenks. Darüber zerstreiten sich die drei. Der Auftritt Trelawneys zeigt ihre Position in der Lehrerschaft. Allerdings wissen wir, dass, wenn sie eine Prophezeiung abgibt, diese durchaus eintritt (ebenso wie Harrys und Rons ersonnenen Voraussagen in ihrem Unterricht).

Der eindeutige Höhepunkt der Weihnachtsfeiern ist jedoch der große Weihnachtsball. Harry erhält vom beförderten Percy wichtige Informationen über Mr. Crouch senior. Allerdings ist er, ähnlich wie Ron, viel zu sehr mit den Vorbereitungen des Balls beschäftigt. Der Gedanke an den Eröffnungstanz macht ihm ebenso zu schaffen, wie Ron sein Festumhang. Beide zeigen erste Pubertätsanzeichen, die sich in Harry Potter und der Orden des Phönix noch verstärken werden. Außerdem erfahren beide einiges über die Vergangenheit Karkaroffs und Hagrids. Harry erhält von Cedric die entscheidende Information, um sein Rätsel zu lösen. Ob ihm Dobbys Socken als Glücksbringer geholfen haben?

Greatest Time of Year (A Harry Potter Christmas)



Credits: dolphynlvr4

Morgen werden wir uns mit den Weihnachtsfesten Harrys außerhalb Hogwarts beschäftigen. Bis dahin wünsche ich euch ein frohes Fest.

Quellen:

J.K. Rowling: Harry Potter und der Stein der Weisen
J.K. Rowling: Harry Potter und die Kammer des Schreckens
J.K. Rowling: Harry Potter und der Gefangene von Askaban
J.K. Rowling: Harry Potter und der Feuerkelch

Harrys Weihnachten außerhalb Hogwarts (Band 5-7)

Samstag, 27. Oktober 2007

Aufstehen - die Schule ruft - Harry Potter Countdown Nr. 10

Wir haben es fast geschafft - heute beginnt der letzte Tag unseres Harry Potter Countdowns. Ihr habt nur ca. acht Stunden Zeit, bis ein netter Postbote an Eure Tür klingelt (es sei denn, ihr habt Euer Exemplar auf dem Weg von der Disko oder Party nach Hause mitgenommen).


Womit wollen wir uns nun zum Abschied beschäftigen? Vielleicht mit einem der Phänomene, warum Harry Potter so beliebt ist:

Die Internatsgeschichte.

Ich weiß nicht, wie es Euch geht, aber ich bin mit einer Reihe von Internatsgeschichten aufgewachsen: Was macht aber nun die Faszination von Internatsgeschichten aus? Was lässt Harry Potter diese Tradition fortführen?

Internatsgeschichten bedienen den Wunsch aus der vertrauten Umgebung, dem Elternhaus, auszubrechen. Kinder sind in einem geschützten Raum auf sich allein gestellt. Zwar treten Erwachsene als Mentor, Beschützer oder sogar als Feind auf - die Bindung ist jedoch nicht so stark wie zu den eigenen Eltern. Dadurch bekommt das Leben einen Abenteuercharakter. Trotzdem ist die Realität im Internat vertraut. Die Kinder erleben einen Alltag aus gemeinsamen Mahlzeiten, Schule und organisierter Freizeit. Das Leben scheint wesentlich strukturierter zu sein, als in der Familie. An deren Stelle treten Freunde. Die Kameradschaft wird in der Gruppe Gleichaltriger betont. Wahre Freundschaft (Dolly und Susanne, Ron Harry und Hermine, Hanni Nanni und Hilda) und Loyalität gibt hier die notwendige Sicherheit, um sich auszuprobieren. Die Charaktere sind meistens flach gezeichnet und bedienen stereotype Klisches (die jähzornige aber gutmütige Dolly, die faule Evelyn, die gutherzige Nelly, der brutale Goyle, der dumme Crabbe). Einzig die Protagonisten entwickeln sich - durch die Prüfungen, die sie auferlegt bekommen - weiter. Trotzdem ist der Zusammenhalt in der Gruppe (Nordturm, Gryffindor) gegen einen mehr oder minder klar definierten Rivalen oder Feind (Neustädter, Hühner, Slytherins) eines der wichtigsten Elemente.

Cover Dolly von Enid Blyton

Copyright: www.hitflip.de

Der Leser kann sich mit den Helden identifizieren, da sie einen ähnlichen Schulalltag wie er führen. Allerdings sind Probleme und Lösungen stets überspitzter. So sind die Lehrer offenkundig ungerecht (Snape) oder langweilig (Bims). Die Streiche sind drastischer und funktionieren immer egal, wie ausgelutscht die Idee auch ist (Stinkbomben). Die Wettkämpfe - meistens im Sport (H.P. Quidditch, Dolly Handball, Schreckenstein Leichtathlethik ) oder in anderen Disziplinen (H.P. Hauspokal, Schreckenstein Essrekorde) werden fast immer nach hartem Kampf gewonnen (natürlich nur durch das Mitwirken der Hauptperson).

Cover Burg Schreckenstein

Copyright: www.schreckenstein.de

Partnerschulen bringen exotische Austauschschüler (bei Enid Blyton stets Franzosen, bei H.P. Franzosen und Bulgaren), die zwar Klischees bedienen, sich aber zum Ende in die Gepflogenheiten der Schule einordnen.

Cover Trotzkopf

Copyright www.amazon.de

Überraschenderweise wird trotz aller Verstöße gegen Regeln oder Streiche stets zum Ende der Bücher eine Art Status quo wieder hergestellt. Gegen Regeln wird zwar verstoßen - ihr Sinn wird jedoch nie bestritten. Abweichendes Verhalten wird nicht toleriert. So leidet jeder der Protagonisten durch seine Individualität, die von seinen Mitschülern erkannt und bestraft wird (Dolly, Harry Potter, Stefan bei den Schreckensteinern). Der uralte Konflikt eines jedes Teenagers tritt hier zu Tage: Der Wunsch in der Masse als Gleicher unter Gleichen unterzutauchen und gleichzeitig die eigene Individualität zu erkennen und zu pflegen.

Cover Hanni und Nanni

Copyright www.jedermann.de

Meistens spielt Internatsliteratur in mehreren Episoden über eine Reihe von Schuljahren. Während bei Hanni und Nanni und Schreckenstein die Charaktere sich mit sechzehn noch fast genauso verhalten wie zu Beginn ihrer Schulzeit reifen bei Dolly und der Trotzkopf die Protagonisten. Allerdings tritt das andere Geschlecht auch hier nur in Form von Schwärmerei oder einer wilden Verliebtheit auf. J.K. Rowling nimmt sich die Zeit ihre Charaktere wachsen zu lassen. Sind Harry, Ron und Hermine in den ersten drei Bänden noch Kinder, die sich in einen neuen Schulalltag einzufinden versuchen entdecken sie ab Harry Potter und der Feuerkelch zaghaft ihre Sexualität und das andere Geschlecht. Normalerweise wird dieses Thema möglichst aus der Internatsliteratur ausgeklammert. Annäherung findet in Form von Tanzveranstaltungen im geschützten Raum statt. Ein Kuss ist meistens der intimste Moment - er wird auch nur mit einem Partner ausgetauscht, bei dem eine Verlobung bereits im Raum steht (Dolly). Hermine erlebt erste Frühlingsgefühle mit Viktor Krum. Eine Beziehung von der jedem, einschließlich Hermine, klar ist, dass sie nicht halten kann und wird. Harry verliebt sich Hals über Kopf in die für ihn unerreichbare Cho und erlebt seine erste große Niederlage. Ron führt eine rein körperliche Beziehung mit Lavender Brown, in der er sich ausprobiert, die sein Ego streichelt ihm aber andererseits bereits nach kurzer Zeit völlig nervt. Dies sind sehr reale Teenagerliebeserfahrungen. Außerdem erleben die drei - besonders Harry aber auch Ron in Harry Potter und der Orden des Phönix die Pubertät. Harry fühlt sich - natürlich von den Umständen begünstigt - völlig unverstanden und unwohl in seinem Körper. Er ist zu allen, selbst zu seinen Freunden, die ihn mehr oder weniger unterstützen wollen, unerträglich nervtötend und permanent wütend. Eine solche Phase des Antihelden gönnt kaum ein Autor seinem Helden.

Wappen Hogwarts

Copyright: www.ebbemunk.dk

Ist Harry Potter also nur ein weiterer Internatsroman unter vielen? Ja und nein. J.K. Rowling bedient sich vieler Klischees und Elemente der gängigen Schulliteratur. Allerdings spielt sie auf hohem Niveau mit Sprache und Klischees. Durch Andeutungen, Anspielungen und Symbole zieht sie eine weitere Bedeutungsebene unter die oberflächliche Handlung, die auch Erwachsene ihre Bücher genießen lassen. Die Internatsgeschichte ist eher eine Rahmenhandlung, aufgepeppt mit Fantasy- und Magieelementen, die uns zwischen den Actionsequenzen Zeit zum Ausruhen gibt (und gibt es etwas Schöneres, als Weissagen bei Prof. Trelawney?). J.K. Rowling lässt ihren Protagonisten Zeit. Zeit sich auszutoben, Fehler zu machen und Abenteuer zu erleben während sie langsam aber sicher erwachsen werden und Verantwortung übernehmen.


Der Harry Potter Countdown

Freitag, 26. Oktober 2007

Love it or hate it Fanfiction - Harry Potter Countdown Nr. 9

An Fanfiction scheiden sich ja bekanntlich die Geister. Fans beleuchten einzelne Charaktere oder Begebenheiten aus den Romanen neu. Entwickeln teilweise sogar völlig neue Handlungsstränge.

Durch die mangelnde Veröffentlichungskontrolle ist die Qualität der Geschichten sehr unterschiedlich. Einige erreichen fast die des Orignals, über andere sollte lieber der Mantel des Schweigens ausgebreitet werden.

Neben einigen Geschichten um Abenteuerhandlungen im Harry Potter Universum (z.B. Harry Potter und der Stein des Drachen) oder Lord Voldemort (Amicus Draconis über ein Leben Harrys im Untergrund nach einer Machtübernahme durch Lord Voldemort oder Dark Harry Geschichten um eine Allianz zwischen Harry und Lord Voldemort) nehmen die sog. Ships also Liebesgeschichten zwischen einzelnen Charakteren den größten Teil ein.

Ähnlich wie in der japanischen Mangaszene dominieren die Geschichten, die Subtexte zwischen den Animositäten verfeindeter Personen herauslesen und daher Figuren zusammenführen, deren Ablehnung J.K. Rowling sehr offensichtlich beschrieben hat. Sehr viel Fanfiction findet man also zu Draco Malfoy - Hermine Granger, Draco Malfoy - Ginny Weasley oder Severus Snape - Hermine Granger. Ein weiteres sehr verbreiteres Subgenre ist Slash in dem homosexuelle Liebesgeschichten aufgegriffen werden. Sehr häufige Ships sind hier Ron Weasley - Harry Potter, Severus Snape - Harry Potter, Draco Malfoy - Harry Potter und Severus Snape - Draco Malfoy.

Interessanterweise wird der einzige Charakter, der in J.K. Rowlings Augen wirklich homosexuell ist Albus Dumbledore so gut wie nie erwähnt. Als Schulleiter und väterlicher Gutmensch ist er völlig asexuell.

Ich gestehe, ich kann die Begeisterung für diese ganzen Liebesgeschichten nicht nachvollziehen. In meiner Welt ist Fanfiction gut, wenn die handelnden Personen innerhalb der Charakterisierung von J.K. Rowling agieren, eine spannende Handlung hat und stilistisch sich oberhalb des Groschenromanniveaus bewegen. Ich denke, dass Draco nie eine Romanze mit einem Schlammblut wie Hermine in Erwägung ziehen würde. Sie würde alles verraten, an das er glaubt.

Ich gestehe, ich bin erst auf die Fanfiction gestoßen, als ich spaßeshalber verschiedene Versionen des Endkapitels gelesen habe (nein, nicht des Friede, Freude, Eierkuchen-Kapitels sondern The Flaw in the Plan). Wenn ich allerdings die Kategorien und Titel in den Fanfictionforen überfliege drängt sich die Frage auf, wie in Hogwarts überhaupt noch Lehrstoff außerhalb der Biologie vermittelt werden konnte (und natürlich Vielsaft- und Liebestränke! Severus Snape kann stolz auf sich sein, in der Stunde des Meisters der Zaubertränke haben anscheinend alle aufgepasst. Wir erinnern uns:

Ich erwarte nicht, dass ihr wirklich die Schönheit des leise brodelnden Kessels mit seinen schimmernden Dämpfen zu sehen lernt, die zarte Macht der Flüssigkeiten, die durch die menschlichen Venen kriechen, den Kopf verhexen und die Sinne beötren ... Ich kann euch lehren, wie man den Ruhm in Flaschen füllt, Ansehen zusammenbraut, sogar den Tod verkorkt - sofern ihr kein großer Haufen Dummköpfe seid, wie ich sie sonst immer in der Klasse habe. Harry Potter und der Stein der Weisen S. 151

Tja, und das ist davon übrig geblieben. Ob er damit zufrieden wäre?)

Der Harry Potter Countdown

Donnerstag, 25. Oktober 2007

Warum nur gute Menschen Socken lieben oder dressed for success 2 - Harry Potter Countdown Nr. 8

In unserem normalen Leben denken wir eigentlich nur an sie, wenn wir mal wieder verzweifelt den zweiten Teil eines Paares suchen. Allerdings nehmen sie in J.K. Rowlings Welt einen besonderen Platz ein: Die Socken
  • Harrys einziges Geburtstagsgeschenk von den Dursleys ist ein alter Socken von Onkel Vernon (Harry Potter und der Stein der Weisen)
  • Als wir den zehnjährigen Harry kennen lernen fischt er gerade Socken - mit einer Spinne - unter dem Bett in seinem Schrank hervor.
  • Mrs. Weasley teilt in Harry Potter und der Feuerkelch Harry mit, dass sie all seine Socken gewaschen hat (Ein Zeichen, dass er zur Familie gehört.).
  • Ron erhält zu Weihnachten neben dem berüchtigten kastanienbraunem Pullover auch Socken von seinen Eltern.
  • Dobby wird durch eine Socke befreit, die die Malfoys ihm aus Versehen geben.
  • Dobby liebt Socken und sammelt sie.
  • Er schenkt Harry selbstgestrickte Socken.
  • Prof. Moody bzw. Barty Crouch jun. beglückwünscht Harry auf dem Ball zu seinen schönen Socken (das Geschenk von Dobby), ein Zeichen dafür, dass er Harry stets durchschaut? Harry Potter und der Feuerkelch
  • Dumbledore sieht sich im Spiegel Nerhegeb mit einem Paar wollener Socken. Ein wahrhaft glücklicher Mensch, dessen größter Wunsch es ist, dass er statt Bücher Socken zu Weihnachten bekommt. (Falls Familie und Freunde mitlesen - nein, so glücklich bin ich nicht!!!) Da Dumbedore angeblich nie lügt zweifeln wir seine Aussage nicht, wie Harry, an.
  • Als Harry seine Schulsachen an seinem letzten Tag bei den Dursleys aussortiert findet er in seinem Koffer ein paar Sachen, die Meisten in müllartigem Zustand, die im Laufe der Jahre immer da waren - u.a. einzelne Socken. (Harry Potter und die Heiligtümer des Todes)
  • Mrs. Weasley bittet Harry zum Gespräch über das weitere Vorgehen. Sie hat gehört, dass die drei nicht nach Hogwarts zurück gehen werden. Als Anlass nimmt sie eine schwarze einzelne Socke (Harry Potter und die Heiligtümer des Todes). Sie appelliert an die familiären Gefühle von Harry (ich kümmere mich um deine Kleidung) und zeigt gleichzeitig ihre elterliche Autorität.
Socken spielen also in allen sieben Bänden eine wichtige Rolle. Es drängen sich eine Reihe von Fragen auf: Handelt es sich immer um die selbe Socke? Soll die Wandlung vom schlimmsten Weihnachtsgeschenk zum schönsten die Individualität aller Wesen symbolisieren? Oder sind die Socken - wie die Pullover - nur ein Symbol für die zerstreute aber aufrichtige Liebe einer Mutter, die kein Gefühl für Farbgebung hat?

Als Harry seinen Koffer bei den Dursleys auspackt und seine alten Socken aussortiert trennt er sich gleichzeitig von seiner Zeit in Hogwarts und seiner Kindheit. Auch von Socken, die er, laut Bericht, seit dem ersten Schuljahr immer in den Untiefen seines Koffers versteckt gelassen hatte.

Also, was sollen uns die Socken sagen? J.K. Rowling schätzt warme Füße? Socken sind ein Symbol für fürsorgliche Liebe? Oder für das tollste und furchtbarste Weihnachtsgeschenk? J.K. Rowling ist an einer Woll- und Sockenfabrik beteiligt?

Interessanterweise werden die Socken nur im Zusammenhang mit sympathischen Protagonisten erwähnt (Ron, Harry, Dumbledore). Die Dursleys und die Malfoys treten nur passiv als Verteiler oder ehemaliger Besitzer der glücksverheißenden Socken auf.

J.K. Rowling sagte in einem Interview, dass die Socken keine tiefere Bedeutung hätten sondern nur ein Running Gag bzw. Comic Element wären.

Allerdings haben wir doch schon in der Schule gelernt, dass nicht die Meinung des Autors für eine Interpretation wichtig ist, da er oder sie eine Vielzahl von bewußten und unbewußten Einflüssen verarbeiten.

Wer weiß, hätte J.K. Rowling diesen kleinen Film vor der Fertigstellung von Harry Potter und die Heiligtümer des Todes gesehen - der Endkampf wäre wesentlich einfach für alle geworden (außer für die Hauselfen).



Credits: jo12453

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