Craig Armstrongs Stärke ist die Kombination von elektronischen Klängen und klassischen Instrumenten. Elektronischen Beats und Soundfetzen verbinden sich mit seinen berühmten Streicherarrangements. Seine Scores wirken oft unterkühlt und - bis auf Ray mit seiner Mischung aus klassischen und Gospel Chören - sehr modern. Selbst Historienfilme werden von ihm mit einer gewissen Freiheit was Instrumentierung und Klang angeht behandelt. Daher polarisiert Armstrong.
Mir ist Craig Armstrong das erste Mal beim wunderschönen Triphop Song This Love vom Cruel Intention Soundtrack aufgefallen:
Credits: marcelovib
Aber auch abseits von Filmsoundtracks und Scores trat er in Erscheinung, so schrieb er Texas wohl größten Hit: I Don't Want A Lover
Credits: barnie92
Ins Filmmusikgeschäft trat er 1996 mit seinem Score für Romeo and Juliet. Die Mischung aus Chören und Triphop mit elektronischen Klängen sorgte für ein bombastisches Klangerlebnis. Als Beispiel Escape From Mantua (ignoriert einfach das furchtbare Video)
Credits: LordYoukou
Für seine Arbeit an Moulin Rouge erhielt er den Golden Globe für den besten Score. Ziemlich überraschend, wenn man bedenkt, dass der Score in diesem Fall hauptsächlich dafür da war, die verschiedenen Stücke des Soundtracks zu verbinden. Armstrong verbindet mit leichter Hand einen Querschnitt durch die Musikgeschichte. Beim Soundtrack zeigt er sich für das Rearrangieren der einzelnen Songs verantwortlich. Als Beispiel hier El Tango De Roxanna
Credits: Lidiazinha
Wo Licht ist ist allerdings auch Schatten. Sein Score zu Elizabeth - the Golden Age hat mich leider nicht vollständig überzeugt.
Credits: prctmSide
Sehr zu empfehlen sind dagegen seine Soloalben - bitte ignoriert die furchtbaren Videos - Piano Works hier nach Leaving Paris als zweites Beispiel das
Glasgow Love Theme
Credits: yearofthecat100
und das elektronischere Album As If To Nothing mit Ruthless Gravity:
Credits: alexjestaire
Zum Schluss ein - wie ich finde - recht witziges Tribute an den Herrn des Triphops und der Streicher:
Anime (jap. アニメーション animēshon) bezeichnet außerhalb Japans japanische Animationsfilme. In Japan selbst wird dieser Begriff auf alle Animationsfilme ausgeweitet.
Während in Europa hauptsächlich Kinderanimes importiert werden ist in Japan das Spektrum wesentlich breiter. Die wesentlichen Genres sind:
mahō shōjo (jap. 魔女っ子) auch Magical Girl (jap. 魔法少女) - Ein junges Mädchen Bishōjo (jap. 美少女) erhält durch einen magischen Gegenstand übernatürliche Kräfte, z.B. Sailor Moon.
Mahō shōnen (jap. 魔法少年) sind das männliche Äquivalent zum mahō shōjo. Bishōnen (jap. 美少年), also junge, hübsche Männer erlangen magische Kräfte durch magische Gegenstände, z.B. Dragon Ball Z.
Mecha (jap. メカ) Animes und Mangas in denen Roboter eine Rolle spielen, z.B. Macross.
Post Apokalypse - Science Fiction nach dem Zusammenbruch der Zivilisation, oft verbunden mit einer nuklearen Katastrophe, z.B. Fist of the North Star
Expertise - stellt ein Sachthema in den Vordergrund, z.B. Eyeshield 21
Sentai (jap. 戦隊) - die Hauptfiguren arbeiten, meist als Fünfergruppe, selten zu viert, zusammen um gegen Außerirdische Dämonen zu bestehen. Jedes Mitglied hat seine eigenen Spezialkräfte. Beispiele: Power Rangers (oder das jap. Original Super Sentai.
Harem - ein männlicher Charakter hat eine Reihe von weiblichen Bewunderinnen und romantische Affären, z.B. Ranma ½
Shōnen Ai (jap. 少年愛) heute zumeist Boys Love - thematisiert Liebesbeziehungen zwischen Jungen, z.B. Boy's Next Door.
Yaoi (jap. やおい) ist die härtere, pornographische Variante von Shōnen Ai. Oft werden bekannte Figuren verwendet. Im Westen bürgert sich der Begriff auch für Fanfiction Slash ein. Beispiel Gravitation.
Yuri (jap. 百合) thematisiert Liebe und Romantik zwischen Frauen. In westlichen Ländern wird noch zwischen Yuri und Shōjo Ai unterschieden. Letzteres ist sexuell freizügiger. In Japan gibt es diese Unterscheidung nicht. Beispielsweise Revolutionary Girl Utena.
Ecchi oder Etchi (jap. エッチ) - Ein Anime dieses Genre enthält sexuelle Anspielungen, wie zum Beispiel die Konturen von Brüsten, aufreizende Kleidung wird als Alltagskleidung gezeigt, niedliche Charaktere, die sich ihrer Ausstrahlung nicht bewusst sind etc. Es handelt sich im Gegensatz zu Hentai um Softerotik, oft in Verbindung mit Fanservice. Beispiel: High School Girls
Hentai (jap. 変態) - Pornografische Animes, z.B. Angel Blade.
Anime Soundtracks verkaufen sich in Japan sehr gut. Oft werden Scores (inklusive ALLER Musik) und Songs getrennt veröffentlicht. Da bei vielen Produktionen ein getrenntes Budget für Musik und Anime aufgestellt sind Kosten und Qualität sehr hoch.
Wie in der klassischen Filmmusik haben die einzelnen Charaktere oft ihr eigenes Thema, das immer wieder in Variationen aufgenommen wird. Ansonsten soll auch hier die Musik die Stimmung der Szene verstärken.
Eine besondere Bedeutung kommen dem opening song während des Vorspanns zu, der dem Publikum einen Vorgeschmack auf die Stimmung des Animes geben soll und dem ending song.
Einzelne Sprecher veröffentlichen zusätzlich noch Image Alben, bei denen er singt oder einzelne Textpassagen mit Musik untermalt werden (Idol Pop). Für den Zuhörer entsteht so der Eindruck, der Charakter hätte eine CD aufgenommen.
Musikalisch lassen sich die meisten Soundtracks dem J-Pop zuordnen. J-Pop vermischt traditionelle Musikelemente mit westlichen. R'n'B, Electropop, Trance und Hiphop haben vor Allem Einzug gefunden. Elektronische Klänge und komplexe Melodielinien und Arrangements unterscheiden - neben der Sprache - von europäischen und amerikanischen Produktionen. Auch in japanische Songs werden oft englische Wörter oder Phrasen eingestreut. Wer J-Pop schätzt, sollte sich auch mit der koreanischen Variante K-Pop auseinandersetzen, da diese für europäische Ohren sehr ähnlich klingt.
Zwar hat in Japan die Visual Kei-Szene (jap. ヴィジュアル系) kaum Bedeutung, in Europa erfreut sie sich jedoch einer großen Fangemeinde. Die Künstler oder Bands gehören verschiedenen Musikstilen an, es eint sie nur ihr auffälliges Äußeres. Stile und Kostüme sowie Schminke kommen oft aus der Punk- oder Gothicszene werden jedoch auch mit Fantasie - oder Schuluniformen kombiniert. Die Outfits wechseln oft und sind im streng reglementierten Japan ein Ausbruch, den sich der normale Japaner nur während der Freizeit oder des Studiums leisten kann. In Europa hat die Zunahme von Anime Cons zu einer weiten Verbreitung geführt, da die Cosplay Szene und Visual Kei viele gemeinsame Anhänger hat.
Traumsequenzen spielen in Filmen oft eine wichtige Rolle, wenn wir mit den Wünschen oder Ängsten eines Protagonisten konfrontiert werden sollen, ohne dass diese wirklich ausgelebt werden. Dem Zuschauer muss dabei durch Kleinigkeiten ins Bewusstsein gerufen werden, dass die Szene irreal ist. Dies ist durch bestimmte Effekte möglich:
zitternde oder wellenförmig bewegte Reflexe
Überbelichtung
Zeitlupe
extrem kurze Brennweite oder extreme Kamerapositionen
Nebelfilter
Mehrfachbelichtung
Musikalisch gibt es ebenfalls mehrere Möglichkeiten, eine Irritation beim Zuschauer hervorzurufen:
das künstliche Verhallen - Wenn wir eine Stimme nicht sichtbar (wir sehen Lippenbewegungen) und ortbar (eine Person spricht) zuordnen können, nehmen wir sie als inneren Dialog – also Stimme unseres Gewissens war. Dies lässt sich durch einen Halleindruck verstärken.
Atmosphäre - Eine Szene wirkt umso irrealer, je weniger atmosphärische Originalgeräusche wir wahrnehmen. Oft wird ein starker Kontrast zwischen der rein musikalisch gestalteten Traumwelt mit einer Überblendung in eine geräuschvolle Wirklichkeit, in der die Musik – wenn überhaupt – in den Hintergrund gedrängt wird, gewählt.
Asynchrone Tempi - Beispielsweise wird ein schneller Tanz mit einer deutlich langsameren unpassenden Musik unterlegt.
Bitonale Strukturen - Tonalität steht für das Normale, moderne, bitonale Musik mit Dissonanzen verfremdet dagegen die Realität.
Verschiedene Klangcluster werden mit Träumen assoziiert - zarte, an- und abschwellende Streichcluster, flimmernde Klangfelder, zarte Registern der Orgel (sakrale Klänge) oder „wortlose“ (mit geschlossenem Mund intonierte) Chöre
Instrumente, die in dem restlichen Score nur eine untergeordnete Rolle spielen, werden in den Vordergrund gestellt - z.B. die Celesta, Triangel, Harfe oder Vibraphon
Das unscharfe Unisono - ein Thema wird mit einem melodisch identischen, rhythmisch aber gedehnten Version kontrapunktiert. Dadurch verliert der Zuhörer die zeitliche Orientierung.
Ich hätte euch gerne ein paar Traumsequenzen gezeigt. Aber leider habe ich auf Youtube nichts passendes gefunden. Als kleine Empfehlung Blue Velvet von einem Meister der surrealen Traumsequenzen David Lynch:
Credits: kid16mm
Quellen:
Keller, Matthias: Stars und Sounds – Filmmusik, die dritte Kinodimension
De la Motte-Haber, Helga: Filmmusik: Eine systematische Beschreibung
Horrorfilme wollen in ihren Zuschauern Gefühle wie Angst, Schrecken und Verstörung auslösen. Im Gegensatz zum Thriller werden dabei meist übernatürliche Phänomene gewählt, denen ein - vermeintlich unterlegener - Protagonist ausgeliefert ist. Er kämpft zutiefst traumatisiert für ein normales Leben. Eine Sonderform des Genres sind Splattermovies, die durch extreme Gewaltdarstellungen schocken wollen.
Musikalisch lassen sich Bedrohung und Angst durch verschiedene Maßnahmen verstärken:
Tiefe Töne
Bässe verschaffen uns fast schon taktile Reize. Sie werden vom menschlichen Ohr nur schlecht verarbeitet, da sie in der natürlichen Alltagswarhnehmung nicht häufig vorkommen. Töne mit niedrigen Frequenzen lösen - auch wenn wir sie nicht bewußt wahrnehmen - Beklemmungen aus. Das kann von Unwohlsein bis zur Panik reichen. Die Komponisten greifen auf zwei psychologische Kompenten der Basswahrnehmung zurück:
Bässe befinden sich in dem Frequenzspektrum, in dem auditive und taktile Reize ineinander übergehen oder wo sich beide überlappen und damit dem Körper als Ganzes erfassen. Brust und Bauch können so, z.B. vibrieren.
Das Innenohrist für die Bassrezeptionen bis 800 Hz empfindlich und setzt akustische Reize in Bewegungsimpulse um. Je nach Rhythmus empfinden wir sie als beruhigend (Brummen, Surren) oder aufregend (Donner, Dröhnen, Grollen, Rumpeln).
Bässe spielen oft Ostinati, also ein sich wiederholendes Motiv.
Sons internes
Das "Vergrößern" von Eigengeräusche einer Figur, z.B. Herzschlag (durch einen unerbittlich gleichmäßigen Beat oder Synkopen, die einen Herzfehler andeuten), Atmen oder Inneohrgeräusche im Score oder durch Geräusche bezeichnet als “sons internes”. Sie treten immer dann auf, wenn das Leben der Protagonisten in Gefahr ist. Da der Zuschauer gewohnt ist, sein Herz- und Atem nur in Stresssituationen oder nach körperlichen Anstrengungen zu hören assoziert er vergleichbare Gefühle. Beispielsweise begleiten uns verschiedene Atemgeräusche in Das Schweigen der Lämmer während Starling das Lagerhaus durchsucht. Lecter, Bill, Bills Opfer und Starling lassen sich unterscheiden. Starlings Atmen wird hervorgehoben, als sie, in beklemmender Stille, durch den dunklen Keller irrt, während der Zuschauer sieht, dass der Mörder sie mit einem Infrarotgewehr im Visier hat.
schräge Töne
Es werden dissonante Intervalle eingesetzt (übermäßige Quart, kleine Sekund) oder elektronisch verzerrte Geräusche. Gut zu hören bei diesem kleinen Making of Blade 2 von Marco Beltrami:
Credits: Loki1982axala
Heavy Metal oder Gothic
In den 60ern bzw. 70ern wurde Metal noch stark vom Horrorfilm beeinflusst. Immerhin benannten sich zahlreiche Bands nach Figuren oder Filmtiteln. Beide wollten schocken und eine düstere Realität zeigen. Ein typisches Beispiel für den Einsatz ist Haus der 1000 Leichen
Credits: CabmanGray610
Electro, Industrial oder Techno
In diesen Musikgenres dominieren tiefe Bass- oder Synthesizertöne, die zu monotonen Beats ertönen. Diese - oft monotone - Härte, macht Szenen, wie z.B. die Diskoszene in Blade unvergesslich:
Credits: kyndigs
Eine Reihe von dramaturgischen Funktionen finden sich häufig bei Horrorfilmen:
Red Hering
Die Musik baut eine Spannung auf, die - kurz vor dem Höhepunkt - abreißt. Sie erweist sich als Finte. Beim Double Red Hering findet der Höhepunkt zwar statt, jedoch zeitversetzt. Zum Beispiel wird musikalisch angedeutet, dass sich etwas grauenhaftes hinter einer Tür befindet. Die Musik steigert sich bis zur Öffnung - der Raum scheint leer. Nachdem der Protagonist die Tür wieder geschlossen hat, erscheint das erwartete Monster.
Atmo
In einer typisierten Szene kommt das genau erwartete Geräusch oder die erwartete Musik, z.B. die schlagende Uhr zur Geisterstunde, die quitschenden Türen in einem leerstehenden Haus etc. .
Berühmte Scores
Psycho von Bernhard Herrmann ist wohl einer der meist zitiertesten Scores des Genres. Aus Kostengründen komponierte Herrmann einen Score nur für Streichinstrumente. Die flirrenden Geigen, die in der Duschszene das Geräusch eines Messers auf Fliesen imitieren, scheinen fast körperlich weh zu tun.
Credits: TheSnobs
Die Hellraiser Reihe von Christopher Young. Gerade der zweite Teil ist sehr düster und eine interessante Mischung von Streichern, Hörnern und Synthesizerklängen.
Der Score von Das Omen von Jerry Goldsmith zieht seine Spannung aus dem Zusammenspiel von Orchester und Chor. Er gewann zu Recht 1977 einen Oskar für diese bedrohliche Filmmusik:
Credits: mim5m
Quellen:
Kungel, Reinhard: Filmmusik für Filmemacher.- ISBN 3 929 7239 2
Flükiger, Barbara: Sound Design: Die virtuell Klangwelt des Films.- ISBN 3 59472 506 0
de la Motte-Haber, Helga: Filmmusik: Eine systematische Beschreibung.-3-446-16164-5
In den 60er Jahren bekamen die US Western auf einmal Konkurrenz. Der große Erfolg von Der Schatz im Silbersee 1962 eröffnete eine Flut von Westernproduktionen in Europa. Allein zwischen 1963 und 1964 erschienen 25 italienische Western. Es handelte sich hier jedoch nur um Remakes oder Nachahmungen von US Western.
1964 drehte Sergio Leone seinen ersten Western. Für eine Handvoll Dollar war ein Remake des japanischen Samuraifilms Yojimbo von 1961. Er sollte den damals unbekannten Clint Eastwood berühmt machen. Leones Wilder Westen ist nicht die romantische, harte aber idealisierte Kulisse für Cowboy und Indianerspiele. Seine Illusionen über Amerika wurden durch den Kontakt mit GIs in Italien nach dem Zweiten Weltkrieg zerstört. Er zeichnet in Eine Handvoll Dollars eine verrottete Gesellschaft aus Gringos und Mexikaner ohne jegliche Moralvorstellungen. Antihelden agieren von Habgier und Eigennutz getrieben. Gewalt ist an der Tagesordnung. Es gilt das Recht des Stärkeren. Ein Gegensatz zwischen Wildnis und Zivilisation existiert praktisch nicht.
Dieser entromantisierten Vorstellung von Western folgen die meisten Italowestern. Allein in den nächsten zehn Jahren werden über 400 Filme gedreht. Typisch Merkmale sind:
sie spielen im südlichen Grenzgebiet der USA (wegen den Drehorten meistens in Spanien und den zumeist spanischen und italienischen Komparsen)
explizite Gewaltszenen
der Held ist kein Idealist, er kämpft nicht nur für das Gute sondern in erster Linie für seine Interessen
viele teils extreme Nah- und Detailaufnahmen (die italienische Einstellung: ein Auge füllt die ganze Leinwand aus)
der Showdown (gerade bei Sergio Leone Filmen): eine schnelle Schnittfolge auf Gesichter, Hände und Pistolen, die später auch im US Western übernommen wurde.
Im Großen und Ganzen gibt es nur drei Plotvarianten:
Der Protagonist spielt zwei rivalisierende Clans gegeinander aus und vernichtet sie dadurch fast vollständig - Für eine Handvoll Dollars
In die Handlung wird eine historische Komponente mit einbzogen, z.B. der Bürgerkrieg, oder eine der beiden Parteien, meistens die mexikanische Seite, will das Geld für eine Revolution einsetzen. Die kapitalistische, unmoralische Jagd nach dem Geld durch den Helden erhält dadurch gleichzeitig eine moralische Dimension, auch wenn der Held keine Anstalten zeigt, es für übergeordnete Zwecke zu verwenden - Zwei glorreiche Halunken
Ein Gringo hilft einem mexikanischen Banditen. Der kommt schließlich in Kontakt mit mexikanischen Revolutionären, woraufhin dieser den Gringo von seiner politischen Umorientierung überzeugen will. Zusammen bekämpfen sie die korrupten mexikanischen Autoritäten, was zu einem Aufmarsch weiterer konterrevolutionärer Truppen führt. - Todesmelodie
Die berühmtesten Komponisten
Ennio Morricone (Pseudonyme: Dan Savio, Leo Nichols) komponierte ca. 30 (von über 500) Westernscores. Er war der erste, der das Risiko einer - damals - sehr ungewöhnlichen Auswahl von Instrumenten einging: Glocken, elektrische Gitarren und die Mundharmonika dominieren Für eine Handvoll Dollars. Seine experimentellen Arrengements (Blockflöten, Schreie, Peitschenhiebe, Pfiffe) mit herausragenden Themen brachten ihm, nach zwei Nominierungen, 2007 den Oskar für sein Lebenswerk ein.
Für eine Handvoll Dollars
Credits: UQBAR8
Sein Thema für Die glorreichen Sieben wird als Erkennungsmelodie für Westernsequenzen verwendet.
Credits: ricardofanta
Luis Enríquez Bacalov, der argentinische Oskargewinner (1996 für Postman), schrieb seinen berühmtesten Westernscore für Django. Auch hier, typisch für seine Westernscores: Das Hauptthema tritt als Song auf. Ansonsten bindet Bacalov Elemente der Countrymusik ein.
Bruno Nicolai arbeitete lange Zeit mit Ennio Morricone zusammen. Sein Markenzeichen sind Orchesterscores. Der berühmteste ist wohl 100 000 Dollar für Ringo. Später wurde ihm oft vorgeworfen, die Arbeiten seines Freundes zu plagiieren, z.B. bei Der Tod sagt Amen
Credits: taloWestern
Berühmte Scores
Eine kleine Auswahl:
Von Angesicht zu Angesicht von Ennio Morricone. Der Score wird von einem zweiteiligen Thema dominiert, das immer wieder, in Variationen auftritt: Ein E-Orgel-Solo von kräftigen Trommeln und flirrenden Streichern begleitet geht in ein Gitarren-Riff aus auf- und absteigenden Halbtonschritten über, über den schließlich der Chor eine breite Melodie vorstellt.
Credits: MorriconeRocks
Spiel mir das Lied vom Tod von Ennio Morricone: Ob das Mundharmonikathema oder Jills America, jedes Thema ist traumhaft und bleibt im Gedächtnis:
Harte Männer in blue Jeans, die zu jeder Tages- und Nachtzeit Hüte tragen, rauchen und Kuhherden gen Western treiben. Und zu all dem ertönt ... ja was eigentlich?
Die traditionelle Instrumente eines Western-Scores sind Gitarre (E- und Akustik-), Banjo, Violinen, Mundharmonika, Mandoline und Klavier. Außerdem werden Kavallerieauftritte oft mit Militärmusik, sprich Trompeten und Trommeln begleitet. Da Western das harte Leben der Cowboys verklären wird die Musik meistens eingesetzt, um die Landschaft wirken zu lassen (Orchester, Banjo oder Gitarre), die Einsamkeit am Lagerfeuer oder Romantik anzudeuten (sparsame Mundharmonikaklänge). Bei den Stadtszenen (z.B. die berühmte Prügelei im Saloon) darf das Klavier als Zeichen der Zivilisation nicht fehlen. Meist mischen sich klassische Orchesterarrangements mit Elementen der Countrymusik. Wobei auch hier natürlich Country nicht gleich Country ist...
Western und Country
Was wir heute als Country kennen setzt sich u.a. aus den Stilen Hillbilly, der sich vor Allem in den Staaten Tennessee und Kentucky herausbildete und Western aus Texas, Oklahoma und Kalifornien, den damaligen Frontstaaten bei der Eroberung des Wilden Westens zusammen. Die Siedler mischten ihr ursprüngliches europäisches (meist englisch oder irisch) Liedgut. Die Texte passten sich an die eigene Situation an. So stirbt im Original von The Cowboy's Lament aka Streets of Laredo (Hörbeispiel) The Unfortunate Rake ein Soldat statt einem Cowboy (übrigens an Syphilis). Die Themen sind das alltägliche Leben der Cowboys, Pferde und herausragende Persönlichkeiten.
Im 19 Jahrhundert begannen jedoch auch immer mehr eigene Kompositionen die alten Songs abzulösen. Das wohl bekannteste nach einem Gedicht von Brewster Higley ist Home On The Range (hier performed von Tori Amos) gilt als die "Nationalhymne der Cowboys" (und ist die Hymne des Staates Kansas). In diese Zeit fällt auch die Entstehung des Klischees des singenden Cowboys:
Der Legende nach war es während der großen Trails üblich, den Rindern während der Nachtwache leise Lieder vorzusingen haben, um eine Stampede zu verhindern, da der Klang der menschlichen Stimme beruhigend auf die Tiere wirken sollte. (Slatta, Richard: Die Cowboy Enzyklopädie)
In den 30er Jahren des 20sten Jahrhunderts entdeckte Hollywood die Cowboys. Durch die Entwicklung des Tonfilms etablierte sich der singende Cowboy, wie in In Old Arizona (1928), Wagon Master (1929) oder Mountain Justice (1939). (Selbst John Wayne musste in seinen frühen Filmen wie Riders of Destiny singen, allerdings hatte er bereits damals einen Ghostsinger). Oft wurden die Co-Stars nach gesanglichen Qualitäten gecastet, wie z.B. Gene Autry.
Natürlich finden neben Western auch andere Countrystilarten in die Filmmusik Einzug (auch die moderneren Varianten). Die bekanntesten sind:
Bluegrass (bzw. der daraus hervorgegangene New Grass): schnelle, akustische Musik im 2/4 Takt, typische Instrumente sind Geige, Mandoline, Bass und Westerngitarre
Honky Tonk: elektronische Musik, typische Instrumente sind Bass, Steel Guitar, Fiddle, Dobro, Klavier und Schlagzeug, Texte um Alltagsprobleme, 2/4 Takt
Nashville Sound: Poppiger Country, kein nasaler Gesang, wenig traditionelle Instrumente, wie Fiedel oder Steel Guitar, dafür Streicher und Hintergrundchöre
Western Swing: tanzbare Mischung aus Jazz (Swing) und Country, hauptsächlich in den 40ern populär
Bakersfield Sound : Gegenbewegung zum Nashville Sound, möglichst einfache Arrangements, härtere, an den Rock'n'Roll angelehnte Gitarren
Tex Mex (Norteño, Tejano): Mexikanische Folklore gemischt mit Blues- und Rock'n'Roll-Elementen, die besonders im Südwesten der USA und in Texas populär ist, gespielt werden Balladen, Polkas, Boleros und Rancheras, wichtigstes Instrument ist der Bajo-Sextos der sechsseitige Bass
Cajun: stammt aus Louisiana, typische Instrumente sind Harmonika und Fiddle, später auch Steel Guitar, Bass, Banjo und Schlagzeug
moderner Country: die restlichen - für den Film nicht so relevanten - Einflüsse und Stilrichtungen könnt ihr dieser Übersicht entnehmen.
Berühmte Western-Score-Komponisten
Anders als beim Italo Western gibt es bei dem US-Western nicht DEN Westernexperten. Zwar haben einige Komponisten viele Scores in diese Richtung geschrieben, sie bilden jedoch nur einen kleinen Teil ihres Schaffens.
Bruce Broughton schuf für Tombstone einen klassischen Westernscore mit Flöte, Hackbrett, Bhodran und Kontrabass. Sogar eine Spur besser als sein erster Ausflug ins Westerngenre mit Silverado.