Tonight we look beyond the dark days to focus on happier fare, this year’s slate of Oscar nominated psychopathic killer movies. Does this town need a hug? What happened? No Country for Old Men, Sweeney Todd, There Will be Blood. All I can say is thank God for teen pregnancy.
John Stewart in seiner Eröffnungsrede zu den Oscars 2008.
Juno
Sechzehnjährige Schülerin wird ungewollt schwanger – das klingt nach einem Film voller Probleme und einem moralischen Zeigefinger. Juno ignoriert alle Fettnäpfchen und zeigt ein überraschend realistisch und zugleich sehr komisches Portrait eines Teenagers, der gewohnt ist, auf sich selbst aufzupassen. Juno (Ellen Page) gefällt ihr Leben, so wie es ist. Sie hat eine gute Freundin in der Cheerleader Leah (Olivia Thirlby) und einen sehr guten Freund in dem linkischen Leichtathleten Paulie (Michael Cera). Ihn überredet sie zum gemeinsamen ersten Mal – und vergisst zu verhüten. Paulie stolpert von nun an ausgesprochen überfordert durch sein Leben – ohne Juno. Während diese versucht, die perfekten Eltern für den Braten in ihrer Röhre zu finden.
Juno findet den richtigen Ton zwischen Jugendsprache, Komik und Ernsthaftigkeit. Dabei tragen Ellen Page und Jennifer Garner - als Mutter in spe - den Film. Michael Cera hätte ich eine etwas größere Rolle gewünscht.
Juno versucht bis zum Schluss sich von dem Baby in sich abzugrenzen. Sie spricht stets nur als Ding oder Braten von ihm. Hinter der Coolness versteckt sich jedoch eine gehörige Portion Angst. Eine Ablenkung von der eigenen Situation bietet die Suche nach den perfekten Adoptiveltern. Allerdings gestaltet sich die als schwieriger als zunächst erwartet.
Juno legt sich schnell auf Vanessa und Mark fest. Die beiden scheinen ein Bilderbuch-Yuppie Ehepaar. Mit Mark versteht sich Juno super. Beide stehen auf Musik – ironischerweise Juno auf 70er Punk, während Mark den 90ern hinterher trauert – Comics und Horrorfilme. Vanessa nimmt bereits in ihrer Ehe eine Art Mutterrolle für ihren Mann ein. Juno verbringt daher lieber Zeit mit Mark und träumt davon, ihrem Kind ein so cooles und verständnisvolles zu Hause zu geben. Allerdings kommt es, wie es kommen muss: Mark ist nicht bereit seine sichere Zweitpubertät zu verlassen. Stattdessen drückt er sich lieber vor der Verantwortung und seiner Ehe und lässt sich scheiden. Für Juno wirft das zum ersten Mal die Frage auf, was in einer Beziehung wirklich wichtig ist, damit sie auf Dauer hält. Und die perfekten Eltern sind auf einmal genauso, wie ihre eigenen.
Neben der Story und den hervorragend gezeichneten Charakteren hat mich natürlich noch der Soundtrack begeistert.
Tracklist
01. All I Want Is You – Barry Louis Polisar
02. My Rollercoaster (Juno Film Version) - Kimya Dawson
03. A Well Respected Man – The Kinks
04. Dearest –Buddy Holly
05. Up The Spout –Mateo Messina
06. Tire Swing –Kimya Dawson
07. Piazza, New York Catcher –Belle & Sebastian
08. Loose Lips –Kimya Dawson
09. Superstar –Sonic Youth
10. Sleep (Instrumental) –Kimya Dawson
11. Expectations –Belle & Sebastian
12. All The Young Dudes –Mott The Hoople
13. So Nice So Smart –Kimya Dawson
14. Sea Of Love –Cat Power
15. Tree Hugger –Kimya Dawson and Antsy Pants
16. I’m Sticking With You –Velvet Underground
17. Anyone Else But You –The Moldy Peaches
18. Vampire – Antsy Pants
19. Anyone Else But You –Michael Cera and Ellen Page
Wir haben hier eine gelungene Mischung aus Anti-Folk- und Indieklassikern – ein paar davon in neuem Gewand. Als Basis dienen hierbei die Songs von Kimya Dawson, deren Musik auch die Inspiration für den Score von Matt Messina war.
Leider haben es – wie so oft – nicht alle Songs auf das Album geschafft. Es fehlen noch:
Kimya Dawson — I Like Giants
Kimya Dawson — Reminders of Then
Kimya Dawson — 12/26
tHe drop. — Why Bother
Astrud Gilberto — Once I Loved
Heart — Crazy on You
Hole — Doll Parts
Trio Los Panchos — Bésame Mucho
Beides – Soundtrack und Film – sind eine uneingeschränkte Empfehlung für regnerische Tage.
Die ersten Clips von Choke (deutsch: Der Simulant) könnt ihr auf Youtube finden
Credits: whitetigerfilmz2
Ein Interview mit Chuck Palahniuk über den Film findet ihr hier.
Leider habe ich noch kein offizielles Veröffentlichungsdatum für Deutschland gefunden. Aber ich bleibe dran.
Es wimmelt übrigens von Faketrailern oder -teasern von angeblichen Chuck Palahniuk Filmen (fast nur von Lullaby und Choke) bei Youtube. Wenn ihr mal zu viel Zeit habt...
Was bringt Millionen von Zuschauern dazu, in einen Film über einen psychotischen Killer zu laufen? Ein Oscar? Vielleicht. Oder es liegt einfach an den Coen Brüdern? Wohl eher.
No Country For Old Men erzählt die Geschichte von Llewelyn Moss, einem Arbeiter, der mit seiner Frau in einem Trailerpark lebt. Eines Tages findet er bei der Jagd die Opfer einer Drogenschießerei. Er stiehlt 2,4 Millionen Dollar und wird fortan gejagt.
Die Coen Brüder zitieren Getaway und Zwei glorreiche Halunken während sie Javier Bardem als Anton Chigurh erbarmungslos hinter Moss her schreiten lassen. Langsam, denn in diesem Western könnte jedes Wort zuviel oder jeder Schritt zu schnell Texas tödlich sein, über einen mit vielen Leichen gepflasterten Weg, nähert er sich seinem Opfer. Als einzige positive Identifikationsfigur kann der alte, desillusionierte und amtsmüde Sheriff Tom Bell (Tommy Lee Jones) herhalten, dem es jedoch nicht gelingt, seinen Jungen nach Hause zu holen.
Credits: uwaisis
No Country For Old Men steckt voller schwarzem Humor. Allein die beiden Killer sind eine Karikatur ihrer Berufsgattung. Allerdings kippt der Film immer wieder. Zu brutal sind einige der Morde. Seine Spannung zieht er aus den vielen kleinen Showdowns zwischen dem psychotischen Chigurh und den anderen Charakteren.
Fazit:
Ich bleibe dabei, ich hätte den Oscar für den besten Film immer noch There Will Be Blood gegeben. Trotzdem ein toller Film, der viel Spaß macht.
Auf ihrer Asien Tour werden die Berliner Philharmoniker Taipeh von einer gigantischen Masse vor dem Konzertsaal wie Popstars bejubelt, die ihr Konzert per Großleinwand verfolgt haben.
Ansonsten kann ich leider nichts zu dem Film sagen, was die Piratin - mit der ich in diesem Film war - nicht bereits besser gesagt hat.
Eine tolle Musikdokumentation mit einer gelungenen Mischung aus Musik und persönlichen Schicksalen, die dem Zuschauer diese musikalischen Götter gleichzeitig näher bringen und doch auf ein Podest setzten. Einmal im Leben so spielen können - und sich doch für ein anderes, nicht so unmenschliches Leben entscheiden. Jede Karriere hat einen Preis. Die Berliner Philharmoniker zahlen einen sehr hohen für ihre Hingabe zur Musik. Trotzdem hatte ich zu keiner Zeit den Eindruck, dass einer von ihnen je tauschen würde.
Ich gestehe, diese Frage habe ich mir vor I'm Not There überhaupt nicht gestellt. Der Film von Todd Haynes ist anders, als alle Biopics von Musikern oder Bands, die ich je gesehen habe. Haynes nähert sich der lebenden Legende Bob Dylan indem er verschiedene Facetten seiner Persönlichkeit einzelnen Charakteren zuordnet. Diese werden in einer wilden Montage durcheinandergewirbelt, nur von Dylan Songs als Kommentare zusammengehalten.
Da haben wir:
Woody Guthrie - nach dem amerikanischen Songwriter benannt - verkörpert von Marcus Carl Franklin steht für die Kindheit und frühere Idole.
Jack Rollins - verkörpert den jungen idealistischen Singer Songwriter Bob Dylan, der immer mehr desillusioniert wird. Seine Wandlung zum Pastor John erinnert an Dylans Part in der Erweckungsbewegung. Jack Rollins wird von Christian Bale gespielt.
Jude Quinn - gespielt von Kate Blanchett als älterer Bob Dylan, der mit elektronischer Musik experimentiert und dafür von seinen Fans gehasst wird.
Arther Rimbaud - (nach dem französischen Dichter) aka Ben Wishaw er hat keine eigene Spielfilmhandlung sonder wird über sein Selbstverständnis als Dichter und Rebell von einem Untersuchungsausschuss interviewt.
Robbie Clark - gespielt von Heath Ledger zeigt den privaten Bob Dylan, der versucht, seine Fans und die Presse aus seinem Leben herauszuhalten. Allerdings werden hier die Ereignisse ein wenig verdreht, so findet der Motorradunfall vor Dylans Rückzug ins Privatleben in den späten 60ern (seiner Countryphase) statt, im Film befinden wir uns jedoch schon in den 70ern in der Trennungs- und Scheidungsphase.
Billy the kid - aka Richard Gere der eine Vorliebe von Bob Dylan repräsentiert. (Er spielte eine Nebenrolle in Pat Garrett jagd Billy the Kid und war für den Soundtrack verantwortlich.)
Die verschiedenen Storylines sind mit unterschiedlichen Filmtechniken (8 mm, schwarz weiß) gefilmt, um sie auch hier deutlich abzugrenzen.
Die Hauptdarsteller interpretieren "ihre" Songs selber, so das ein breites Potpourri aus Originalsongs und Coverversionen (auch von anderen Künstlern) entsteht, die dem Film wie ein Kommentar unterlegen.
Credits: ginopags
Ein sehr verwirrender und interessanter Film, für den man nicht unbedingt Bob Dylan Fan sein muss. Ach ja, die Eingangsfrage kann ich immer noch nicht beantworten. Aber ich habe Lust bekommen, es herauszufinden.
Bei der großen Inszenierung Sonntag gerät fast in Vergessenheit, dass noch ein weiterer Preis am Sonntag Abend verliehen wurde. Vielleicht noch ganz so glamourös, vielleicht mit weniger Gästen, aber auch diese Geehrten, wollen wir nicht unvergessen lassen. Also Ladys and Gentlemen, die Goldene Himbeere geht an:
SCHLECHTESTER FILM:
I Know Who Killed Me
SCHLECHTESTER SCHAUSPIELER:
Eddie Murphy für "Norbit"
SCHLECHTESTE SCHAUSPIELERIN:
Lindsay Lohan (als Aubrey & Dakota) für "I Know Who Killed Me"
SCHLECHTESTER NEBENDARSTELLER:
Eddie Murphy für "Norbit"
SCHLECHTESTE NEBENDARSTELLERIN:
Eddie Murphy (für weibliche Rolle Rasputia) in "Norbit"
SCHLECHTESTES FILMPAAR:
Lindsay Lohan]] & Lindsay Lohan in "I Know Who Killed Me"
SCHLECHTESTES REMAKE ODER RIP-OFF:
"I Know Who Killed Me"
SCHLECHTESTE PRE- ODER SEQUEL:
Daddy Day Camp
SCHLECHTESTER REGISSEUR:
Chris Sivertson für "I Know Who Killed Me"
SCHLECHTESTES DREHBUCH:
I Know Who Killed Me
SCHLECHTESTE AUSREDE FÜR EINEN HORROR-FILM:
I Know Who Killed Me
Flirrende Geigen begleiten einen Mann, der in den Tiefen der Erde nach Öl gräbt, sprengt, hämmert: bohrt. Ca. 20 Minuten lang hören wir nichts, außer sein atmen und keuchen. Mal mit, mal ohne Musik. Und spätestens danach wissen wir, dass er in der Hölle ist.
Credits: adamkesher
Daniel Day-Lewis verkörpert den hart arbeitenden, asketischen Mann, der seinen Ehrgeiz und seinen Neid über alles stellen perfekt. Im Laufe des Filmes beginnen wir daran zu zweifeln, dass er überhaupt ein Mensch ist. There Will Be Blood lebt von zwei unsympathischen Gegenspielern, die sich nichts schenken: Der Ölmagnat und der Wunderprediger liefern sich ein Duell mit harten Bangagen. Und beide verlieren alles, was ihnen etwas bedeuten könnte.
Ein großartiger Film, voller Bibelallegorien und dunkler Farbtöne, der mich völlig in den Bann gezogen hat. Kein leichter Stoff, aber er ist jede Sekunde wert.
You are Pocahontas. You defy convention and sometimes do what is considered taboo. Unfortunately, others do not always appreciate your differences, so it's good that you are so strong-willed. You are loyal and you believe in fate. Your true love will find you one day.
In der Nacht von Sonntag auf Montag ist es endlich wieder soweit: Die Oskarverleihung 2008
Da der Autorenstreik gerade rechtzeitig beendet wurde können wir uns alle auf eine große Show voller Glamour und Stars freuen.
Der Dramaking hat zu einem Oscartippspiel aufgerufen, an dem ich mich gerne beteilige. Wer Lust hat kann hier auch gerne bis Sonntag 24.00 seine Favoriten posten. Dem Gewinner winkt - meine vollständige Bewunderung und Huldigung seiner oder ihrer Allwissenheit. Außerdem darf (muss aber nicht) er oder sie ein Posting über den Oscar verfassen. Die Nominierungen findet ihr hier als Textdatei.
bester fremdsprachiger Film
ich muss blind raten: Polen: Katyn
bester animierter Film Ratatouilleja ich weiß, Persepolis wäre politisch korrekt, aber Ratatouille ist toll gemacht und macht außerdem noch richtig Spaß
beste Kamera Abbitte - ich bitte euch: der lange Shot am Strand, keine Frage!