[>>]

Depeche Mode in Hannover

Der O-Ton in der Bahn war ziemlich eindeutig - die letzte CD musste ich mir vorher noch ein paar Mal anhören, bis auf Wrong... Und so hofften wir alle auf einen guten Mix alter Hits und waren bereit, die neuen höflich zu beklatschen. Schon in der Bahn konnte man erkennen, dass wir voll im Trend lagen. Der moderne Depeche Mode Fan ist zwischen 25 und 40, halbwegs solvent (bei Kartenpreisen von durchschnittlich 75 Euro) und trägt schwarz bzw. ein T-Shirt einer früheren Tour. Wir sind halt Wiederholungstäter. Ich war wohl die einzige DM Jungfrau in unserer illustren 6er Runde.

Depeche Mode fingen ziemlich schwach an. Es ist immer schwierig, mit neuen Songs zu beginnen, aber sowohl bei In Chains als auch bei Wrong, dem die brachiale Wut der Albumversion fehlte, oder Hole to feed wollte der Funke nicht überspringen. Gahan tobte wie ein Derwisch über die Bühne aber die Energie verpuffte irgendwo zwischen Reihe 30 und uns. Zu diesem Zeitpunkt habe ich mich ernsthaft gefragt, ob ich nicht zu viel für die Karte ausgegeben habe. Gut, die Show war exzellent durch cheografiert, die Videos- bzw. die Lichteffekte sogar manchmal ein wenig zu viel, so dass man nach einer Zeit dankbar war, wenn ein weniger ausgeleuchteter Song kam und der Fokus auf der Musik lag. Auch war die Soundabmischung ein wenig unglücklich, das Schlagzeug war extrem laut und gerade Gahan hatte zwischendurch Probleme, gegen die Soundwände anzusingen. Seine Rockigere Live Interpretation, die wesentlich "quäkiger" ist, als auf den Alben, mag auch der Lautstärke geschuldet sein.

Als hätten sie es geahnt, begann danach aber das wirkliche Konzert. Immer wenn Gore das Mikro ergriff war es Emotion pur. Bei Dressed In Black oder Home hätte ich fast geheult. Das Publikum war gefangen. Anschließend war es Party pur, auch wenn der Übergang zwischen einigen Songs ziemlich hart war. Im Korsett der alten Songs kamen nun auch neue Songs wie Miles Away gut. Die Funkgitarren bei Enjoy the silence oder die dreckige Version von Personal Jesus allein waren alles Geld wert. Ansonsten waren Question of lust, Stripped oder das verspielte Policy of truth sowie behind the wheel noch echte Highlights.

Nach 20 Songs und knapp zwei Stunden Spielzeit hatten sie natürlich nur einen kleinen Querschnitt aus ihrer Spielzeit gegeben, aber es war ein richtig gutes Konzert geworden. Ich werde bestimmt nicht zum Hardcore Fan werden, und noch in diverse andere Städte für sie reisen (obwohl, wenn Ladytron als Vorband dabei ist...), aber wenn sie noch mal hier in der Nähe sind, und die Karten erschwinglich...



Credits: michaelpeter909

Youtube Mitschnitte aus Hannover

Name

Url

Meine Eingaben merken?

Titel:

Text:


JCaptcha - du musst dieses Bild lesen können, um das Formular abschicken zu können
Neues Bild

 

logo

Der Wahnsinn hat einen Namen

... meinen

Aktuelle Beiträge

European Film Awards
Die wurden am 12.12. in Bochum vergeben. Den Preis...
derwahnsinnhateinennamen - 13. Dez, 23:08
Cover(ed) - Übersicht
Ein kleines "Inhaltsverzeichnis" aller Cover(ed)-Beiträge: 0,...
derwahnsinnhateinennamen - 13. Dez, 22:17
Rom
Die ewige Stadt weiß nicht nur mit ihren geschichtsträchtigen...
derwahnsinnhateinennamen - 13. Dez, 14:52
Pokerface A Capella
Irgendwann mache ich mal einen Parodien Zusammenstellung...
derwahnsinnhateinennamen - 9. Dez, 23:17
Dorian Gray im ausgehenden...
Eine Coming Out und - of Ages Geschichte in einer längst...
derwahnsinnhateinennamen - 9. Dez, 22:36

Fernweh?

Mein Lesestoff

Suche

 

Status

Online seit 987 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 13. Dez, 23:09

Web Counter-Modul