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Krimi Klischees oder warum es hart ist, ein Detektiv zu sein...

Jedes Genre hat seine eigenen Regeln. Kaum eines wartet mit so vielen Klischees auf, wie der Kriminalroman. Als Detektiv / Polizist / Profiler oder sonstiger Good Boy kämpft eigentlich fast jeder mit einem der folgenden Probleme:

Dein engster Freund ist entweder tot oder ein Killer

In dem Bekanntenkreis eines Ermittlers tummeln sich eine große Zahl potentieller Opfer oder Killer - kein Wunder. Eigentlich ist unser Held ein lonesome Cowboy, wegen seiner großen Erfolge und seines spröden Charmes hat er aber eine kleine Zahl von Getreuen um sich, die entweder zur Zielscheibe (Cornwell, Nesser) werden, um den Helden, härter zu treffen, als jeder Angriff auf ihn selbst ihn mitgenommen hätte, oder die sich als Psychopathen (J. Hoffman) entpuppen.

Die Liebe

Auch wenn wir vom spröden Charme und überduchschnittlichen Aussehen unseres Detektivs fasziniert sind - das andere Geschlecht ist von seinen Arbeitszeiten und Mund- Formaldehydgeruch eher abgeschreckt. Unser Ermittler ist vor Allem ein einsamer Wolf, da er a) von seiner großen Liebe verlassen (z.B. Harry Hole von Nesbo, Laurenti von Heinichen) b) dem seine große Liebe umgebracht oder durch Krankheit verloren hat (Lynley von George) c) von der Welt vollkommen missverstanden wurde. In jedem Roman findet er jedoch ein Love Interest, mit dem es jedoch spätestens im nächsten Buch wieder aus ist - eine langweilig glückliche Ehe ist halt unromantisch.

Der Gegner

Ist ein fast übermenschlich intelligenter Psychopath, seit seiner Kindheit gestört, aber völlig unauffällig, obwohl er heimlich Tiere quälte, der gerne in Serie tötet, am Liebsten aber Ermittler, vor Allem, wenn es Frauen sind, die zu diesem Zeitpunkt immer allein zu Hause sind, da ja der Geliebte nicht dort wohnt (s. einsame Wölfin). Er stellt eine geschickte Falle, in die unser Detektiv gerne tappt, in der er auch ein wenig leiden muss, der er jedoch stets mit leichten Blessuren und - dank dem Rededrang des Mörders - vielen Erkenntnissen entfliehen kann (Cornwell, Reichs, Hoffman).

Die Familie

Beherbergt meist die interessanteren Charaktere, Intelligenz, Charme und Zähigkeit sowie das Herz am rechten Fleck hat ja schon unser Ermittler mitbekommen. Da der meist schon so gut ist, dass man es kaum aushält, hat die Familie ein paar schwarze Schafe interessantere Mitglieder zu bieten:
a) die Außenseiterin, zu intelligent, mit nützlichen Fähigkeiten (sollten es Computerkenntnisse sein spart man den nützlichen Nerd, der sonst fast immer drauf geht), aber nicht angepasst und durch Aussehen oder sexuelle Orientierung als Opfer prädestiniert (z.B. Lucy bei Cornwell)
b) das Gegenteil des Ermittlers, kriminell oder kurz davor, bietet sich stets als Falleinstieg an (Nesser).

Die Kollegen

Die Kollegen sind immer auf die Hilfe unseres Ermittlers angewiesen, so finden sich Beweise erst in seinem Beisein und die deutlichsten Spuren werden übersehen. Leider erkennen nur wenige, wie unersetzlich, unser Protagonist ist am Wenigsten seine

Vorgesetzten

Ein Chef ist erst dann ein richtiger Vorgesetzter, wenn er einem Knüppel in den Weg wirft. Ein guter Ermittler muss halt der richtigen Sache wegen auch mal das Gesetz beugen. Der Chef schützt außerdem die Mächtigen, da diese politische Beziehungen haben und seine Karriere stützen (Leon, Nesbo, Mankell). Mindestens aber gibt er eine Galgenfrist oder zieht wegen der schleppenden Ermittlungsarbeit Personal ab (French, Mankell), so dass unser Held mehr oder weniger auf sich und vielleicht noch seinen Partner gestellt ist. Möglicherweise wird er selbst des Mordes verdächtigt (Cornwell, Connelly) und kämpft gegen die Tücken der eigenen Kollegen, die das Netz immer dichter ziehen. Im schlimmsten Fall wird er kurz vor der Lösung suspendiert (Eschbach, Dahl), so dass er sich allein dem Täter stellen muss.

Die Verschwörung

Überall auf der Welt gibt es Geheimgesellschaften, die entweder für die Kirche (Brown), Machtzuwachs oder just for fun töten. Da ich solche Krimis aber aus tiefstem Herzen verabscheue, finde ich die wirklichen Motive meistens nicht mehr heraus

Was ist Euer Lieblings- oder Euer Hass-Klischee?

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