Rätsel Nummero 235
Auch wenn diese Kategorie im Augenblick ein wenig unter Zeitmangel (meinerseits) und Beteiligungsmangel (eurerseits) leidet, möchte ich doch ungern darauf verzichten.
Wie immer wird eine Geschichte aus einer anderen Perspektive, als im ursprünglichen Roman, erzählt. Ich möchte von Euch den Autoren, die Geschichte und - als Sahnehäubchen - den neuen Erzähler erfahren.
Mein Vater ist nie gestorben. Henoch wurde von Gott zu sich genommen. Ich sah ich zu seinem Felde gehen, als die Hand Gottes herabkam und ihn in die himmlischen Höhen entführte. Er war ein gerechter Mann und wandelte mit Gott. Ich hoffe, dass mein Leben ähnlich zu Ende geht.
Knapp neunhundertneunundsechzig Jahre wandele ich nun auf dieser schönen Erde. Mein Körper mag alt und abgemagert sein. Niemand ahnt mehr, dass ich in meiner Jugend ein kräftiger Mann war. Vielleicht kann sich Naama daran erinnern. Oh, es ist schon Jahrhunderte her, das ich mich nach ihr verzehrt habe. Schon damals gab es Gerüchte, dass sie nicht die Tochter von Lamech und Zilla, sondern das Kind eines gefallenen Engels wäre.
Später verschwand sie. Gerüchte besagten, dass sie sich den Dämonen angeschlossen hatte. Ich wollte ihnen nie Glauben schenken, bis sie kam, um mich in Versuchung zu führen. So fiel ich, dessen einzige Sünde mein Verlangen nach ihr gewesen war, anch neunhunderneunundsechzig Jahren. Ich floh mit ihr in die Stadt Kains, um ihr Liebhaber zu werden. Sie enthüllte mir die Geheimnisse des Himmels und der Erde.
Mein Vater Henoch war von Gott zu seinem obersten Engel, zum Metraton erhoben worden. Sie erzählte mir, dass Gott alles verbot, was Männern und Frauen Vergnügen bereitet, da er selbst impotent und seine Frau frigide wäre. Als Beweis für seine Unzulänglichkeiten führte sie die Prophezeiung von der Arche an. Mein Enkel Noah lebte nun schon mehrere hundert Jahre und kein Regen schien die Anstrengungen für den Bau seiner Arche zu rechtfertigen. Die Sinnflut sei nur eine leere Drohung, um die Söhne Adams gefügig zu machen.
In den Versammlungen ihrer „Weisen“ erhoben sie Mord, Brandschatzung und Sünde zur höchsten Kunst. Ich aber fühlte mich von ihrem Geschrei belästigt. Weinen und Jubeln klang gleich schrill in meinen Ohren. Für ihre Lustbarkeiten war ich zu alt. Ich sehnte mich, nach meinem ruhigen Leben im Kreis meiner Enkel und Urenkel zurück. Zum ersten Mal seit neunhundertneunundsechzig Jahren hatte der Tod seinen Schrecken verloren. Ich flehte meine Geliebte an, mich zurück zu bringen.
Als ich von Gottes Seite auf meinen toten Körper herunter blickte, fielen die ersten Regentropfen auf die Erde.
08.00 Tipp 1
09.00 Tipp 2
10.00 Tipp 3
18.00 Lösung
Wie immer wird eine Geschichte aus einer anderen Perspektive, als im ursprünglichen Roman, erzählt. Ich möchte von Euch den Autoren, die Geschichte und - als Sahnehäubchen - den neuen Erzähler erfahren.
Mein Vater ist nie gestorben. Henoch wurde von Gott zu sich genommen. Ich sah ich zu seinem Felde gehen, als die Hand Gottes herabkam und ihn in die himmlischen Höhen entführte. Er war ein gerechter Mann und wandelte mit Gott. Ich hoffe, dass mein Leben ähnlich zu Ende geht.
Knapp neunhundertneunundsechzig Jahre wandele ich nun auf dieser schönen Erde. Mein Körper mag alt und abgemagert sein. Niemand ahnt mehr, dass ich in meiner Jugend ein kräftiger Mann war. Vielleicht kann sich Naama daran erinnern. Oh, es ist schon Jahrhunderte her, das ich mich nach ihr verzehrt habe. Schon damals gab es Gerüchte, dass sie nicht die Tochter von Lamech und Zilla, sondern das Kind eines gefallenen Engels wäre.
Später verschwand sie. Gerüchte besagten, dass sie sich den Dämonen angeschlossen hatte. Ich wollte ihnen nie Glauben schenken, bis sie kam, um mich in Versuchung zu führen. So fiel ich, dessen einzige Sünde mein Verlangen nach ihr gewesen war, anch neunhunderneunundsechzig Jahren. Ich floh mit ihr in die Stadt Kains, um ihr Liebhaber zu werden. Sie enthüllte mir die Geheimnisse des Himmels und der Erde.
Mein Vater Henoch war von Gott zu seinem obersten Engel, zum Metraton erhoben worden. Sie erzählte mir, dass Gott alles verbot, was Männern und Frauen Vergnügen bereitet, da er selbst impotent und seine Frau frigide wäre. Als Beweis für seine Unzulänglichkeiten führte sie die Prophezeiung von der Arche an. Mein Enkel Noah lebte nun schon mehrere hundert Jahre und kein Regen schien die Anstrengungen für den Bau seiner Arche zu rechtfertigen. Die Sinnflut sei nur eine leere Drohung, um die Söhne Adams gefügig zu machen.
In den Versammlungen ihrer „Weisen“ erhoben sie Mord, Brandschatzung und Sünde zur höchsten Kunst. Ich aber fühlte mich von ihrem Geschrei belästigt. Weinen und Jubeln klang gleich schrill in meinen Ohren. Für ihre Lustbarkeiten war ich zu alt. Ich sehnte mich, nach meinem ruhigen Leben im Kreis meiner Enkel und Urenkel zurück. Zum ersten Mal seit neunhundertneunundsechzig Jahren hatte der Tod seinen Schrecken verloren. Ich flehte meine Geliebte an, mich zurück zu bringen.
Als ich von Gottes Seite auf meinen toten Körper herunter blickte, fielen die ersten Regentropfen auf die Erde.
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derwahnsinnhateinennamen - 3. Aug, 02:37



ins blaue geraten: Nathan der weise von Doris lessing