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Kurz reingehört - Teil 1

Ich habe aufgegeben, ich werde es nie schaffen, diesen riesen Stapel an Alben, der auf meinem Schreibtisch liegt zu rezensieren. Daher bekommt ihr im Folgenden einen Kurzüberblick, welche Scheiben - meiner Meinung nach - ruhig auf eurem Amazon Wunschzettel stehen sollten:

Indie

The Editors: An End Has A Start

Lyrische Texte verpackt in einen Sound, der stark an Coldplay (X&Y) mit einem Schuss Joy Division erinnert. Weltschmerz, manchmal ein wenig theatralisch (Spiders) aber immer schön.

Anspieltipps: An End Has A Start, Smokers Outside The Hospital Doors, Well Worn Hand, When Anger Shows



Credits: RadioMad

The Notwist: The Devil, You And Me

Ein eher durchschnittliches Notwist Album. Es fehlen mir die Kontraste. Viele Songs plätschern melodiös und glatt an mir vorbei. Einige Perlen reißen The Devil, You And Me jedoch heraus. So wird es meistens interessant, wenn elektronische Spielereien eingestreut werden. Auch nach mehrmaligem Hören erhält es von mir nur eine gute drei. Ein bisschen mehr Devil hätte dem Album sehr gut getan.

Anspieltipps: Where In This World, Alphabet, Gravity, On Planet Off; Hands On Us



Credits: Drnwhyl

Death Cab For Cutie Narrow Stairs

Gleich zu Anfang: Ich finde, DCFC wird völlig überschätzt. Narrow Stairs sagt jede Sekunde ich will euch zeigen, dass wir doch keine Mainstream Pop-Arschlöcher sind, wir haben Indiewurzeln - aber spielen soll uns doch jede Radiostation und kaufen auch. In diesem Spagat gehen ein paar gute Songs unter, wie Bixby Canyon Bridge, Taking Bird oder Grapevine Fires.
Schade, wenn das vier minütige Intro von Will Possess Your Heart wesentlich mehr Spannung aufbaut, als der öde Song halten kann. Die zweiten vier Minuten sind eine Strafe. Gegen die permanente Drohung You Got To Spend Some Time With Me habe ich mich dann auch mittels Fast Forward gewehrt. Eine wirklich gute Idee, den schwächsten Song des Albums auf acht Minuten auszudehnen. Respekt.
Songs wie Pitty and Fear wären ohne den süßlichen Gesang toll - da warte ich auch eine Coverversion.
Alles in Allem ein ziemlich durchschnittliches Alternative Album von dem wenig Ohr verbleibt. Ohne den großen Namen hätte sich Narrow Stairs wohl nie so verkauft.

Anspieltipps: Bixby Canyon Bridge, Talking Birds, Grapevine Fires



Credits: DCFCtv

Trip-Hop

Portishead: Third


Schlicht und einfach perfekt. Allerdings nichts für den schnellen Konsum zwischendurch.

Anspieltipps: eigentlich die gesamte CD, aber besonders Machine Gun, Magic Doors, Threads, Silence und Neon Smile

Die offiziellen Videos von:

Machine Gun und The Rip

Portishead: Glory Times

Remixes und Neueinspielungen von Sour Times und Glory Box. Ob als Club- oder als Metalversion - die Songs entfalten einen völlig unterschiedlichen Charme. Na gut - eher was für Fans ;-)

Alternative

MGMT Oracular Spectacular

Glamrock meets Disco. Ein früher David Bowie spielt mit seinem C64 und ein paar Freunden T-Rex Songs nach. Natürlich funkig. Klingt ziemlich verrückt? Ist es auch. Aber doch irgendwie interessant. Und macht ziemlich Spaß. Jeder Song ist eine neue Mixtur. Viele gelungen, einige ziemlich spektakulär daneben gegangen. Kein Album für den Alltagsgebrauch. Auch nichts wirklich neues, aber das will das US-Duo auch gar nicht. Laut eigener Aussage wollen sie an all die Bands erinnern, die heute kaum noch jemand kennt. Das ist ihnen gelungen. Kleine Abstriche gibt es für den oft recht dünnen Gesang (Electric Feel klingt wirklich furchtbar, Prince während seiner ersten Falsett- und Funkphase) und für das Überfrachten der Songs.

Anspieltipps: Time To Pretend, The Youth, Kids, Pieces of What



Credits: jsalmon

Industrial


Painbastard: Borderline

Sein überzeugender Auftritt hat mich dazu bewogen, mir die CD zu zulegen. Ein sehr aggressives, persönliches Album ist Borderline geworden. Die harten Beats, die verzerrte Stimme werden durch eingängige Melodie ein wenig aufgelockert. Extrem tanzbar. Kein Album für jede Stimmung. Aber gut, um sich im Tanzen selbst zu verlieren.



Credits: MirrorEcho

turntable - 21. Aug, 13:54

MGMT haben mir am anfang nicht so gefallen, aber es ist ein "grower". warte jetzt noch, daß sie live kommen.
das Editors album mag ich sehr, Portishead werde ich mir noch zulegen, finde ich aber überschätzt. sie haben das rad nicht neu erfunden und so viel veränderung kann ich nicht bemerken.
The Notwist finde ich auch übertrieben, ebenso Death Cab For Cutie.
Painbastard kenne ich (noch) nicht.
grüße

derwahnsinn (Gast) - 21. Aug, 16:13

Ja, MGMT muss man ein wenig Zeit geben. Das geht mir aber mit vielen Indiealben so. Beim ersten Durchlauf der Notwist CD war ich ausgesprochen enttäuscht. Inzwischen mag ich einige Stücke - der Knaller ist sie aber trotzdem nicht.

Bei Portishead bin ich ganz Fan - sie haben sich sehr verändert und das ist auch gut so ;-)

Keine Ahnung, ob dir Painbastard gefällt. Ich würde mir vorher lieber bei lastfm oder Youtube einiges von ihm anhören. Es ist schon sehr harter Industrial. Vor zwei Jahren wäre ich scheiend weg gelaufen.
derwahnsinnhateinennamen - 6. Jan, 14:54

du hattest übrigens recht. mgmt kommen noch richtig. inzwischen mag ich electric feel sehr gerne. ich kann sie aber nur in kleinen Dosen hören.
grüße

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