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FCM-RWE 0-1

Es war ein brisantes Spiel: der zehnte gegen den elften. Der Verlierer hatte offiziell ausgeträumt. Statt einer attraktiven dritten Liga erwarteten ihn eine Vielzahl Zweitmannschaften, die für reges Zuschauerinteresse und eine unberechenbare Saison sorgen dürften. Der FCM hatte zwei Punkte Vorsprung und mit Wuppertal (A) am letzten Spieltag einen Brocken vor der Brust. Essen kann sich zwar nächste Woche an der Hafenstraße dem VfB Lübeck stellen, ohne einen Sieg in Magdeburg ist dies jedoch lediglich ein Freundschaftsspiel. Es ging also bei beiden Teams um sehr viel - da der WDR kein Interesse an einer Übertragung zeigte beschlossen wir, Magdeburg im Mai wäre eindeutig ein Besuch wert.

Was ist das entscheidende Omen? Sein Ticket fürs Spitzenspiel sicher auf dem heimischen Küchentisch zu wissen, während man bereits am Bahnhof ist und der Zug in zehn Minuten los fahren wird (nein, ausnahmsweise war es nicht meine Schuld)? Oder bei der AUTOfahrt durch Magdeburg der Polizeieskorte dem Mannschaftsbus des RWE weichen zu müssen (die lassen sich wirklich die Straßen frei sperren!)?

Wir entschlossen uns für letzteres und schickten so manches Stoßgebet gen Himmel, als wir das schmucke Magdeburger Stadion betraten. Und die Rot Weißen hatten jeden Beistand bitter nötig - die erste halbe Stunde spielten nur die Gastgeber. Sechs hochkarätige Chancen wurden von Markus Kurth mit dem 1-0 für Essen gekrönt. Ich gestehe, mir taten die Magdeburger schon ein wenig leid. Aber es gab schon genug andere Spiele...

Anschließend verlor Magdeburg den Faden und Essen begann sich während der nächsten fünfzig Minuten die Führung zu verdienen. Die hochkarätigen Chancen ließen sich zwar an zehn Fingern abzählen, aber sie spielten aggressiveres Forechecking und hatten tauchten das ein oder andere Mal durchaus gefährlich vor dem Magdeburger Tor auf.

Kurth

Es war eins dieser Spiele, die selbst mit einer rosaroten Brille nicht hochklassig genannt werden konnten - spannend war es um so mehr. Beide Mannschaften schenkten sich keinen Ball. Der Schiedsrichter zeigte eine überraschend gute Leistung und erstickte jegliche Unsportlichkeit im Keim. Allen war der hohe Druck immer mehr anzumerken. Magdeburg begann er ab Mitte der zweiten Halbzeit zu lähmen. Während Essen Angriffe nur noch als Entlastung verstand schien die Mannschaft von Paul Linz trotz des Rückstandes das Ergebnis halten zu wollen. Ideen und Chancen ließen nach, selbst als Essen die Defensive verstärkte und aus - völlig unverständlichen Gründen - die letzten zehn Minuten mit Mann und Maus verteidigte.

Die dritte Halbzeit ließ uns dann doch dankbar sein, keine Karten für den RWE Block bekommen zu haben (und ein ortsfremdes Kennzeichen zu haben) - Magdeburger Fans stürmten das Spielfeld konnten jedoch von den Ordnern und einem massivem Polizeiaufgebot vom gegnerischen Fanblock fern gehalten werden. Es ist schade, dass es immer noch so viele Idioten geben muss. Da im und um das Stadion doch eine beängstigend große Anzahl bedrohlicher Gestalten herum liefen zügelten wir unsere Freude bis wir sicher im Auto zurück saßen.

Fazit:

Fußball im Osten ist immer noch ein Abenteuer. Gut gespielt ist verdammt relativ. Hannoveranische Kennzeichen sind Gold wert.

Aber RWE hat den Klassenerhalt nun zu Hause selbst in der Hand. Danke Daniel Masuch, danke Markus Kurth, danke RWE, danke, wer auch immer mein Stoßgebet erhört haben möge... Jetzt heißt es nächste Woche weiter zittern.
Crime.ed - 25. Mai, 17:56

RWE

Der Zug mit den Fans wurde bis Helmstedt von Polizeihubschraubern eskortiert. In einem Magedburg-Forum haben aber viele Fans geschrieben, dass sie sich von diesen Idioten distanzieren. Auch die Leute, die ich vor dem Spiel kennengelernt haben, waren extrem nett. Es gibt überall frustrierte Elemente mit drei Gehirnzellen, denen es besser geht, wenn sie andere verprügeln. Traurig, aber wahr.
Hauptsache, die drei Punkte sind eingesackt. Die waren lebenswichtig. Nur der RWE!

derwahnsinnhateinennamen - 25. Mai, 22:11

der Platzsturm wurde per Handy aufgezeichnet und als Heldentat bei Youtube veröffentlicht. Die Kommentare lesen sich als Gruselkabinett - das wäre ja gar kein richtiger Platzsturm gewesen, da nichts passiert wäre. Also die drei Gehirnzellen verteilten sich über eine ganze Reihe von Leuten (auch bei den RWE Kommentaren).

Aber klar, die meisten Fans waren normal und wirkten nett.

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