Rätsel Nummero 115
Beim ersten Mal ist alles anders. Ich wusste gleich, die große Liebe ist das nicht. Er machte mir Vorwürfe. Dachte wohl, nur weil er Professor am hiesigen Gymnasium ist, das teilte er mir gleich mit, könnte er mit mir umspringen, wie mit seinen Schülern. Aber da muss er sich schon was einfallen lassen, um mit mir ins Kabuff zu kommen. Arbeit gibt es nicht umsonst. Und er sah nach Arbeit aus. Auch wenn es Strafarbeit sein sollte.
Er warf mir vor, ich würde seine Schüler verführen. Als ob ich um Erlaubnis fragen müsste, ob die Herren mir Bukette verehren dürfen. Ich bin schließlich eine Künstlerin. Dann drohte er mir sogar. Mit der Polizei. Als ob nicht alles rechtens wäre, was ich machen würde. Dem habe ich erst mal was erzählt. So ein komischer Mensch. Wo ich doch hier eine ganze Reihe Offiziere kenne. Die brennen darauf, mir einen Dienst zu erweisen. Er müsse da schon höflicher sein.
Aber er tat mir leid. Wollte wohl nur Druck ablassen. Viel ärgerlicher war, dass die feinen Herren nur vier Mark übrig hatten. Gucken wollen sie alle. Zahlen will keiner. Nun ja, er war dann doch ganz leidlich. Und er kam wieder. Natürlich nur, um seine Schüler zu erwischen. Und die Kollegen. Und jeden spießigen Kleinbürger, der Wasser predigte und Wein trank. Nun ja, wohl er Bier. Und noch dazu kein gutes.
Alle denken ja, ich würde mit jedem unter die Decke kriechen. Aber so bin ich nicht. Essen und Getränke, ja, die dürfen mir die Herren ausgeben. Mal einen neuen Hut oder etwas Schmuck, sowas nehme ich auch gerne an. Aber immer ohne Gegenleistung. Eine Frau will ja auch mehr… ein bisschen Liebe zum Beispiel. Er bot mir zuerst an, die Wohnung zu bezahlen. Natürlich ohne Hintergedanken, sagte er. Aber das haben sie alle.
Ich weiß nicht, ob die Lust triumphierte, oder er über seine Schüler. Ich lernte ihn zu schätzen, den Professor. Er war halt ganz anders, als diese Pennäler mit ihren Mützen. Irgendwie verloren.
Im Prozess gegen seine Schüler sagte ich aus. Ich dachte, mein Geständnis würde ihn milde stimmen. Immerhin vernichtete es seine Feinde. Die Offizierslaufbahn war nach der Ehrenschuld vorbei. Aber er zog sich zurück. Trotz oder gerade weil ich ehrlich war. Dann aber machte er mir Liebeserklärung - ich glaube jedenfalls, das es eine war – so unverständlich und kompliziert, wie nur er es vermag. Wir werden heiraten. Mir gibt er die Welt – auch wenn er seine verliert.
Um welches Buch handelt es sich hier? Wer ist unsere Hauptfigur?
Er warf mir vor, ich würde seine Schüler verführen. Als ob ich um Erlaubnis fragen müsste, ob die Herren mir Bukette verehren dürfen. Ich bin schließlich eine Künstlerin. Dann drohte er mir sogar. Mit der Polizei. Als ob nicht alles rechtens wäre, was ich machen würde. Dem habe ich erst mal was erzählt. So ein komischer Mensch. Wo ich doch hier eine ganze Reihe Offiziere kenne. Die brennen darauf, mir einen Dienst zu erweisen. Er müsse da schon höflicher sein.
Aber er tat mir leid. Wollte wohl nur Druck ablassen. Viel ärgerlicher war, dass die feinen Herren nur vier Mark übrig hatten. Gucken wollen sie alle. Zahlen will keiner. Nun ja, er war dann doch ganz leidlich. Und er kam wieder. Natürlich nur, um seine Schüler zu erwischen. Und die Kollegen. Und jeden spießigen Kleinbürger, der Wasser predigte und Wein trank. Nun ja, wohl er Bier. Und noch dazu kein gutes.
Alle denken ja, ich würde mit jedem unter die Decke kriechen. Aber so bin ich nicht. Essen und Getränke, ja, die dürfen mir die Herren ausgeben. Mal einen neuen Hut oder etwas Schmuck, sowas nehme ich auch gerne an. Aber immer ohne Gegenleistung. Eine Frau will ja auch mehr… ein bisschen Liebe zum Beispiel. Er bot mir zuerst an, die Wohnung zu bezahlen. Natürlich ohne Hintergedanken, sagte er. Aber das haben sie alle.
Ich weiß nicht, ob die Lust triumphierte, oder er über seine Schüler. Ich lernte ihn zu schätzen, den Professor. Er war halt ganz anders, als diese Pennäler mit ihren Mützen. Irgendwie verloren.
Im Prozess gegen seine Schüler sagte ich aus. Ich dachte, mein Geständnis würde ihn milde stimmen. Immerhin vernichtete es seine Feinde. Die Offizierslaufbahn war nach der Ehrenschuld vorbei. Aber er zog sich zurück. Trotz oder gerade weil ich ehrlich war. Dann aber machte er mir Liebeserklärung - ich glaube jedenfalls, das es eine war – so unverständlich und kompliziert, wie nur er es vermag. Wir werden heiraten. Mir gibt er die Welt – auch wenn er seine verliert.
Um welches Buch handelt es sich hier? Wer ist unsere Hauptfigur?
derwahnsinnhateinennamen - 5. Mai, 00:08

Tipps, Nr. 1
Heinrich Mann: "Professor Unrat" wohl besser bekannt unter "Der blaue Engel"
Aus der Sicht der Rosa Fröhlich.
Und mir persönlich gefällt Henrich Mann erheblich besser als Thomas Mann.