Portishead im Paladium
Zehn Jahre hat es gedauert, bis Portishead es mal wieder nach Deutschland geschafft haben. München, Berlin und Köln kamen zu der Ehre eines Konzertes.
Das Palladium war ausverkauft. Als Vorband präsentierten Kling Klang experimentelle Instrumentalmusik. Selten habe ich fünfundvierzig Minuten als so lang empfunden. Ihre Musik war ... interessant ... manchmal jedenfalls. Meistens allerdings nicht.
Nach einer kurzen Umbaupause eröffneten Portishead mit Wicca
Credits: lorusinaqua
Es war eins dieser Konzerte, die du vor Allem hörst und fühlst. Ich rede nicht von der Kuschelorgie, die du automatisch mit ein paar tausend Menschen teilst, da das Konzert wirklich ausverkauft ist. Nein, ich meine dieses warme Gefühl im Bauch, wenn dich der Bass erfasst, dein Körper im sanftem Rhythmus des Schlagzeugs wippt (für tanzen braucht man mindestens 10 cm Platz) und du spürst, wie dein Gehirn von der Stimme von Beth Gibbons in andere Sphären getragen wird. Triphop ist nicht nur ein Konzert, es ist ein sinnliches Ganzkörpererlebnis.
Portishead spielten eine gute Mischung neuer und alter Songs. Ein paar konnte man ja - Youtube sei dank - bereits genießen. Vom neuen Album Third hörten wir Hunter, The Rip, Magic Doors, Machine Gun, Nylon Smile und Threads. Portishead sind härter geworden. Statt Scratchen dominieren nun Gitarren und aggressivere Rhythmen.
Dazwischen muten die alten Hits fast versöhnlich. Egal ob Wandering Star, Glorybox oder, endlich als Zugabe Roads - die Songs klingen bissig, leidenschaftlich und kraftvoll. Neunzig Minuten purer Genuss.
Portishead ist der schwierige Spagat zwischen Bewahren und Erneuern gelungen. Nach so einer langen Pause erschien es schwierig an zwei Alben anzuknüpfen, die die Musiklandschaft verändert hatten. Kann ein Album wie Dummy überhaupt getoppt werden? Ihr merkt schon, dass für mich die Frage rein rhetorisch ist.
Lange erschien es, als ob Triphop tot wäre. Massive Attack oder Tricky, einst gefeierte Idole dieser Musikrichtung waren sang und klanglos in der Versenkung verschwunden. Portishead haben diesem Genre wieder Leben eingehaucht. Sie haben es in moderne Zeiten geführt. Ich freue mich schon auf den 25.04., an dem ich endlich Third in voller Länge und in gewohnt brillanter Aufnahmequalität genießen werde.
Silence
Credits: StanleyStansfield
Clips vom Konzert in Köln
Das Palladium war ausverkauft. Als Vorband präsentierten Kling Klang experimentelle Instrumentalmusik. Selten habe ich fünfundvierzig Minuten als so lang empfunden. Ihre Musik war ... interessant ... manchmal jedenfalls. Meistens allerdings nicht.
Nach einer kurzen Umbaupause eröffneten Portishead mit Wicca
Credits: lorusinaqua
Es war eins dieser Konzerte, die du vor Allem hörst und fühlst. Ich rede nicht von der Kuschelorgie, die du automatisch mit ein paar tausend Menschen teilst, da das Konzert wirklich ausverkauft ist. Nein, ich meine dieses warme Gefühl im Bauch, wenn dich der Bass erfasst, dein Körper im sanftem Rhythmus des Schlagzeugs wippt (für tanzen braucht man mindestens 10 cm Platz) und du spürst, wie dein Gehirn von der Stimme von Beth Gibbons in andere Sphären getragen wird. Triphop ist nicht nur ein Konzert, es ist ein sinnliches Ganzkörpererlebnis.
Portishead spielten eine gute Mischung neuer und alter Songs. Ein paar konnte man ja - Youtube sei dank - bereits genießen. Vom neuen Album Third hörten wir Hunter, The Rip, Magic Doors, Machine Gun, Nylon Smile und Threads. Portishead sind härter geworden. Statt Scratchen dominieren nun Gitarren und aggressivere Rhythmen.
Dazwischen muten die alten Hits fast versöhnlich. Egal ob Wandering Star, Glorybox oder, endlich als Zugabe Roads - die Songs klingen bissig, leidenschaftlich und kraftvoll. Neunzig Minuten purer Genuss.
Portishead ist der schwierige Spagat zwischen Bewahren und Erneuern gelungen. Nach so einer langen Pause erschien es schwierig an zwei Alben anzuknüpfen, die die Musiklandschaft verändert hatten. Kann ein Album wie Dummy überhaupt getoppt werden? Ihr merkt schon, dass für mich die Frage rein rhetorisch ist.
Lange erschien es, als ob Triphop tot wäre. Massive Attack oder Tricky, einst gefeierte Idole dieser Musikrichtung waren sang und klanglos in der Versenkung verschwunden. Portishead haben diesem Genre wieder Leben eingehaucht. Sie haben es in moderne Zeiten geführt. Ich freue mich schon auf den 25.04., an dem ich endlich Third in voller Länge und in gewohnt brillanter Aufnahmequalität genießen werde.
Silence
Credits: StanleyStansfield
Clips vom Konzert in Köln
derwahnsinnhateinennamen - 12. Apr, 00:03
