Rätsel Nummero 95
Wir sind zusammen durchs Feuer gegangen. Das verbindet. Er ist mein Retter, mein Held - ich verstehe nicht, wieso sie das nicht sehen konnte. Immerhin war sie seine beste Freundin. Trotzdem wollte sie ihn vernichten. Das konnte ich doch nicht zulassen.
Florian hat damals einen Fehler begangen. Er wollte eine eigene Firma. Er wollte selbständig sein. Eigene Entscheidungen treffen. Da störte dieses Haus nur. Das Haus mit den asozialen, grauen Menschen. Menschen ohne Arbeit, ohne Visionen, ohne Leben. Menschen wie ich.
Ich war grau. Ich führte ein graues Leben. Niemand sah mich je. Ich hetzte von der Arbeit zur Uni und wieder nach Hause. In dem Lärm und Dreck versuchte ich zu lernen. Ich versuchte zu ignorieren, dass mein Vater und mein Bruder meine Mutter schlugen, wenn sie nicht rechtzeitig das Bier reichte. Ich versuchte zu überhören, wie mein kleiner Bruder Lars im Schlaf hustete. Ich übersah, wie er versteckt wurde, wenn der Vermieter vorbei kam, um die Miete einzutreiben.
Das Feuer hat dieses Leben ausgelöscht. Die Flammen und Florian. Ich habe ihn damals gesehen. Ich sah, wie er im Keller an der Gasleitung herum schraubte. Ich sah ihn mit den Kerzen hantieren. Er sah mich natürlich nicht. Immerhin war ich grau. Als dann die Welt zusammenbrach rannte ich, Lars im Arm durch das Inferno. Als Florian uns sah kam er zurück. Er hat mich gerettet.
Wir waren die einzigen Überlebenden. Zwölf Tote und ein völlig zerstörtes Haus. Als ich aus dem Krankenhaus kam wusste ich nicht wohin. Florian hat mich aufgenommen. Er hat mich in jener Nacht zum ersten und einzigen Mal gespürt. Ich habe kaum etwas gespürt. Den größten Teil meines Körpers bedeckt ein dickes Narbengewebe. Aber das Wissen, dass dieser scheu lächelnde Junge mich wärmt hat mein Herz gerührt. Er hat mich zum Leben erweckt.
Er hat mich geheiratet. Er hat mein Studium finanziert. Meine Kanzlei mit Ellen verdanke ich nur seiner Fürsprache. Wir gehören zusammen. Egal was noch passiert.
Ellen wollte das alles nicht verstehen. Ein so graues Leben ist es nicht wert, dass man es erhält. Ich habe Florian fast alles verziehen. Selbst das mit Lars. Ich denke kaum noch an meine Familie. Gut, wir haben keine Kinder - aber nach Außen sind wir das perfekte Paar. Ich denke, dass auch eher glücklich ist.
Ich habe es im Guten versucht. Ich habe auf Ellen eingeredet. Er war doch ihr bester Freund. Sie hätte ihn ruiniert. Das konnte ich doch nicht zulassen. Sie hatte immer alles im Leben. Es tut mir nur um diesen Jungen leid, der bei ihr war. Sie sind gemeinsam durchs Feuer gegangen. Und diesmal gab es kein Happy End.
Florian hat damals einen Fehler begangen. Er wollte eine eigene Firma. Er wollte selbständig sein. Eigene Entscheidungen treffen. Da störte dieses Haus nur. Das Haus mit den asozialen, grauen Menschen. Menschen ohne Arbeit, ohne Visionen, ohne Leben. Menschen wie ich.
Ich war grau. Ich führte ein graues Leben. Niemand sah mich je. Ich hetzte von der Arbeit zur Uni und wieder nach Hause. In dem Lärm und Dreck versuchte ich zu lernen. Ich versuchte zu ignorieren, dass mein Vater und mein Bruder meine Mutter schlugen, wenn sie nicht rechtzeitig das Bier reichte. Ich versuchte zu überhören, wie mein kleiner Bruder Lars im Schlaf hustete. Ich übersah, wie er versteckt wurde, wenn der Vermieter vorbei kam, um die Miete einzutreiben.
Das Feuer hat dieses Leben ausgelöscht. Die Flammen und Florian. Ich habe ihn damals gesehen. Ich sah, wie er im Keller an der Gasleitung herum schraubte. Ich sah ihn mit den Kerzen hantieren. Er sah mich natürlich nicht. Immerhin war ich grau. Als dann die Welt zusammenbrach rannte ich, Lars im Arm durch das Inferno. Als Florian uns sah kam er zurück. Er hat mich gerettet.
Wir waren die einzigen Überlebenden. Zwölf Tote und ein völlig zerstörtes Haus. Als ich aus dem Krankenhaus kam wusste ich nicht wohin. Florian hat mich aufgenommen. Er hat mich in jener Nacht zum ersten und einzigen Mal gespürt. Ich habe kaum etwas gespürt. Den größten Teil meines Körpers bedeckt ein dickes Narbengewebe. Aber das Wissen, dass dieser scheu lächelnde Junge mich wärmt hat mein Herz gerührt. Er hat mich zum Leben erweckt.
Er hat mich geheiratet. Er hat mein Studium finanziert. Meine Kanzlei mit Ellen verdanke ich nur seiner Fürsprache. Wir gehören zusammen. Egal was noch passiert.
Ellen wollte das alles nicht verstehen. Ein so graues Leben ist es nicht wert, dass man es erhält. Ich habe Florian fast alles verziehen. Selbst das mit Lars. Ich denke kaum noch an meine Familie. Gut, wir haben keine Kinder - aber nach Außen sind wir das perfekte Paar. Ich denke, dass auch eher glücklich ist.
Ich habe es im Guten versucht. Ich habe auf Ellen eingeredet. Er war doch ihr bester Freund. Sie hätte ihn ruiniert. Das konnte ich doch nicht zulassen. Sie hatte immer alles im Leben. Es tut mir nur um diesen Jungen leid, der bei ihr war. Sie sind gemeinsam durchs Feuer gegangen. Und diesmal gab es kein Happy End.
derwahnsinnhateinennamen - 28. Mrz, 00:18

Tipps, Nr. 1
Für ihre Werke erhielt sie sowohl den deutschen Krimipreis als auch den renomierten Friedrich-Glauser-Preis.
Vor ihrer schriftstellerischen Tätigkeit studierte sie Psychologie und arbeitete in verschiedenen psychatrischen Einrichtungen.