Top Secret
Was machen unsere Soldaten eigentlich wirklich in Afghanistan? Wer sich diese Frage oder ähnliche schon mal gestellt hat, dem sei Achim Wohlgethan: Endstation Kabul ans Herz gelegt.

Die Autoren Achim Wohlgethan und Dirk Schulz sind keine professionellen Schriftsteller. Das merkt man sehr deutlich. Der Stil ist sehr einfach. Beide streuen ständig militärische Abkürzungen ein. Außerdem nervt es ein wenig, dass Wohlgethan sehr unkritisch mit seiner Person umgeht, und sich permanent als Supersoldaten darstellt.
Trotzdem lohnt sich das Buch, da es eine realistische Einschätzung über die Situation in Afghanistan und den Drahtseilakt der Bundeswehr zwischen offziellem Mandat und den tatsächlichen Bedingungen erlaubt. Für die meisten Soldaten und ihre Vorgesetzten ist dies der erste "ernste" Einsatz, für den sie weder ausgebildet noch ausgerüstet sind.
Die oft brisanten Informationen verstecken sich zwischen langen Berichten über Wachen und unzureichende Ausrüstung. So erzählt Wohlgemuth von Soldaten, die Kinder zur Minenüberprüfung einsetzen. Sie werfen Äpfel in das Gebiet. Wenn die Kinder sie holen gelten sie als minenfrei. Er berichtet von den ständigen Grenzüberschreitungen, die absichtlich ignoriert werden, damit nach Außen verbreitet werden kann, die Bundeswehr befinde sich nur im sicheren Norden. Oder von Himmelfahrtskommandos, in die der Geheimdienst ihn und seine Kameraden ohne Backup schicken.
Sehr interessant fand ich auch den Bericht, über die Heimkehr nach Deutschland und die Schwierigkeiten, sich wieder ins zivile Leben einzufügen. Sei es das ständige Gefühl, sich sichern zu müssen, die Angst vor größeren Menschenmengen oder die Schwierigkeiten, eine offene Fläche zu überqueren - der Einsatz im Krisengebiet verändert einen Menschen. Wohlgethan und Schulz gelingt es hier sehr gut, die Anpassungsversuche und die teilweise verständnislosen Reaktionen der Umwelt zu schildern.
Achim Wohlgethan
Endstation Kabul - Als deutscher Soldat in Afghanistan - ein Insiderbericht
Econ Verlag
978-3430200431
2008
304 Seiten
18,90

Die Autoren Achim Wohlgethan und Dirk Schulz sind keine professionellen Schriftsteller. Das merkt man sehr deutlich. Der Stil ist sehr einfach. Beide streuen ständig militärische Abkürzungen ein. Außerdem nervt es ein wenig, dass Wohlgethan sehr unkritisch mit seiner Person umgeht, und sich permanent als Supersoldaten darstellt.
Trotzdem lohnt sich das Buch, da es eine realistische Einschätzung über die Situation in Afghanistan und den Drahtseilakt der Bundeswehr zwischen offziellem Mandat und den tatsächlichen Bedingungen erlaubt. Für die meisten Soldaten und ihre Vorgesetzten ist dies der erste "ernste" Einsatz, für den sie weder ausgebildet noch ausgerüstet sind.
Die oft brisanten Informationen verstecken sich zwischen langen Berichten über Wachen und unzureichende Ausrüstung. So erzählt Wohlgemuth von Soldaten, die Kinder zur Minenüberprüfung einsetzen. Sie werfen Äpfel in das Gebiet. Wenn die Kinder sie holen gelten sie als minenfrei. Er berichtet von den ständigen Grenzüberschreitungen, die absichtlich ignoriert werden, damit nach Außen verbreitet werden kann, die Bundeswehr befinde sich nur im sicheren Norden. Oder von Himmelfahrtskommandos, in die der Geheimdienst ihn und seine Kameraden ohne Backup schicken.
Sehr interessant fand ich auch den Bericht, über die Heimkehr nach Deutschland und die Schwierigkeiten, sich wieder ins zivile Leben einzufügen. Sei es das ständige Gefühl, sich sichern zu müssen, die Angst vor größeren Menschenmengen oder die Schwierigkeiten, eine offene Fläche zu überqueren - der Einsatz im Krisengebiet verändert einen Menschen. Wohlgethan und Schulz gelingt es hier sehr gut, die Anpassungsversuche und die teilweise verständnislosen Reaktionen der Umwelt zu schildern.
Achim Wohlgethan
Endstation Kabul - Als deutscher Soldat in Afghanistan - ein Insiderbericht
Econ Verlag
978-3430200431
2008
304 Seiten
18,90
derwahnsinnhateinennamen - 23. Mrz, 00:08

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