Hoffnung ohne Happy End
Zwei Menschen geben sich 1962 das Ja Wort, die sich aufrichtig lieben: Florence und Edward. Beide sind Kinder der 50er, aufgewachsen auf dem Land. Beide haben während des Studiums - er Geschichte, sie Musik - eine kurze Phase der Freiheit genossen. Eine bescheidene Freiheit, die zwar grundsätzliche Entscheidungen über das eigene Leben zulässt, mit der Willensfreiheit der heutigen Zeit jedoch nichts gemein hat. Beide sind tief in dem (un)ausgesprochenen Regeln und Sitten ihrer Zeit gefangen. Beide glauben ineinander den Schlüssel zu einem neuen Glück gefunden zu haben.

Trotz dieser Hoffnungen und all des guten Willens schleicht sich die Ahnung ein, dass diese Ehe nicht funktionieren wird, ja kann. Beide sind zu sehr in ein Korsett aus Regeln eingebunden. Beide schaffen es nicht, ihre Ängste zu kommunizieren. Beide erwarten vom Anderen, Erfahrung und Fingerspitzengefühl. Edward hat Angst, zu versagen. Er spürt Florence Zurückhaltung. Allerdings gelingt es ihm nicht, ihre Reaktionen zu interpretieren. Außerdem schwebt das Damoklesschwert der Vorzeitigen Ejakulation über ihn. Florence fühlt sich von Edward überfordert. Jede Berührung, die sie gestattet, lässt ihn mehr fordern. Gleichzeitig ist sie voller Schuldgefühle, da sie an ihrer eigenen Sexualität zweifelt.
Ian McEwan legt mit Am Strand ein subtiles psychologisches Werk über nicht stattfindende Kommunikation vor. Wir lernen Edward und Florence besser kennen, als sie selbst. Wir beobachten den Beginn und das Scheitern der Ehe der beiden, beides von McEwan kühl, fast emotionslos beschrieben. Beide erleben in der Hochzeitsnacht das erwartete Fiasko. Edward kommt nicht nur zu früh, er entlädt sich über Florence, was diese zutiefst schockiert. Die Demütigung, als das dieses Ereignis beide empfinden und für das sie sich gegenseitig die Schuld geben führt zum ersten und einzigen großen Streit.
McEwan ist ein Sittenbild der 60er gelungen. Ein lakonischer, kühler und doch ungemein fesselnder Blick in Zeiten, jenseits der sexuellen Revolution. Es ist ein Plädoyer für Kommunikation in allen Lebenslagen. Eine Empfehlung für alle, die Literatur auch ohne viel Handlung genießen können.
McEwan, Ian
Am Strand
Diogenes
ISBN 3257066074
18,90
207 Seiten

Trotz dieser Hoffnungen und all des guten Willens schleicht sich die Ahnung ein, dass diese Ehe nicht funktionieren wird, ja kann. Beide sind zu sehr in ein Korsett aus Regeln eingebunden. Beide schaffen es nicht, ihre Ängste zu kommunizieren. Beide erwarten vom Anderen, Erfahrung und Fingerspitzengefühl. Edward hat Angst, zu versagen. Er spürt Florence Zurückhaltung. Allerdings gelingt es ihm nicht, ihre Reaktionen zu interpretieren. Außerdem schwebt das Damoklesschwert der Vorzeitigen Ejakulation über ihn. Florence fühlt sich von Edward überfordert. Jede Berührung, die sie gestattet, lässt ihn mehr fordern. Gleichzeitig ist sie voller Schuldgefühle, da sie an ihrer eigenen Sexualität zweifelt.
Ian McEwan legt mit Am Strand ein subtiles psychologisches Werk über nicht stattfindende Kommunikation vor. Wir lernen Edward und Florence besser kennen, als sie selbst. Wir beobachten den Beginn und das Scheitern der Ehe der beiden, beides von McEwan kühl, fast emotionslos beschrieben. Beide erleben in der Hochzeitsnacht das erwartete Fiasko. Edward kommt nicht nur zu früh, er entlädt sich über Florence, was diese zutiefst schockiert. Die Demütigung, als das dieses Ereignis beide empfinden und für das sie sich gegenseitig die Schuld geben führt zum ersten und einzigen großen Streit.
McEwan ist ein Sittenbild der 60er gelungen. Ein lakonischer, kühler und doch ungemein fesselnder Blick in Zeiten, jenseits der sexuellen Revolution. Es ist ein Plädoyer für Kommunikation in allen Lebenslagen. Eine Empfehlung für alle, die Literatur auch ohne viel Handlung genießen können.
McEwan, Ian
Am Strand
Diogenes
ISBN 3257066074
18,90
207 Seiten
derwahnsinnhateinennamen - 5. Mrz, 00:07

Trackback URL:
http://derwahnsinnhateinennamen.twoday.net/stories/4751955/modTrackback