Rätsel Numero 80
Vielleicht will er mich prüfen. Einige anderen Getreuen hat es auch schon mal erwischt. Keine Audienzen mehr, die Verleugnung in der "Dominikanischen Stimme" und die Enthebung aller Ämter. Wenn sie sich nicht abwandten und ihre Treue bewiesen empfing er sie irgendwann wieder. Was, wenn ich aber wirklich ihn beleidigt habe? Wenn er mit mir unzufrieden war? Ich habe keine Versöhnung zwischen der Kirche und ihm bewirken können. Zu tief ist der Graben und er tut alles, um die Erde ins Meer zu werfen. Die Häuser der ausländischen Bischöfe werden mit lauter Popmusik beschallt. Tote Tiere werden Tag und Nacht an ihre Fenster geworfen. In jeder Zeitungskolumne wird ihr Tod gefordert. Dieser Hirtenbrief, der die Verbrechen des Vaters der Republik geißelte, die Verstöße gegen Menschenrechte, der hat dies Atmosphäre endgültig vergiftet. Dabei ist der Katholizismus eine der Wurzeln des Dominikanischen Staates. Und der Chef ist einer der glühendsten Verteidiger. Hat der Papst selbst ihm nicht dazu beglückwünscht?
Nun ja, vielleicht ist es auch eine Intrige. Der Haufen Dreck könnte mich beim Chef verunglimpft haben. Oft genug scharwenzelt er ja um ihn herum. Jeden Morgen trifft er sich eine Stunde mit ihm - zum Rapport. Und bei den halböffentlichen Anlässen, wie dem Abendspaziergang ist er natürlich auch da. Vor drei Tagen war ich ja auch noch dabei. Hat er mich da vielleicht nicht angelächelt? Gut ich durfte nicht die Ehre genießen, ein paar Meter neben ihm zu laufen. Aber diese Gunst erhält man nicht jeden Tag.
Wenn ich nur mit ihm sprechen könnte. Ich würde seinem Blick standhalten. Ich kann alles ertragen, was er mir ins Gesicht sagt. Ich könnte mich verteidigen. Hat er meine Briefe gelesen? Wurden sie ihm überhaupt überreicht? Dreißig Jahre meines Lebens habe ich dem Chef gewidmet. Es waren gute Jahre. Ich habe Frau und Kind vernachlässigt, um meine ganze Kraft in seine Dienste zu stellen. Ich habe mich nicht bereichert, wie andere. Das bereue ich jetzt. Sie haben meine Konten eingefroren. Ich habe alle meine Ämter verloren, die Mitgliedschaft im Country Club und alles Geld.
Vielleicht war es auch dieser Papierpräsident. Der Mann, der alles unterzeichnet, was der Chef ihm gibt. Ein Mann des Wortes, nicht der Macht. Er schreibt die Bücher, die die First Lady veröffentlicht. Er hält Lobreden auf den Chef. Keine augenscheinliche Spur von Ehrgeiz blitzt in seinen Augen auf. Vielleicht versteckt die Brille und seine Höflichkeit sie aber nur gut. Er konnte oder wollte mir nicht helfen.
Der einzige, der mich nicht von seiner Türschwelle stieß war Manuel Alfonso. Niemand sollte den Stylingberater des Chefs unterschätzen. Ja, er bringt ihm die richtigen Anzüge und Ideen für seine Uniformen aus den Staaten mit. Aber er hat ein Ohr an der Seele des Chefs. Aber sein Rat war so unglaublich, so schmerzhaft...
Meine Tochter ist mein ein und alles. Ihre Mutter verstarb viel zu früh. Sie sehe ich, wenn Urania die Treppe herunter geht. Sie ist intelligent - die Nonnen schwärmen von ihr. Bereits als Kind musste ich sie Ramfis Blicken entziehen. Damals war ich wichtig - er hätte sie also vielleicht hinterher vor der Tür des Krankenhauses abgesetzt. Jetzt würde sie wohl in einer Schlucht landen. Aber der Chef ist doch anders als sein Sohn. Er ist ein Gentlemen. Er würde nie etwas tun, was mein Täubchen verletzt. Und er liebt unberührte Frauen. Manuel Alfonso preist sie mir als DIE Geste an. Das würde den Chef von meiner Loyalität überzeugen, ihm zeigen, das er immer noch an erster Stelle bei mir kommt. Und ein älterer und erfahrener Herr ist vielleicht gar nicht so schlecht, fürs erste Mal. Er weiß, was er tut. Oh mein Gott, lass dies der richtige Schritt sein. Andererseits, wenn ich ins Gefängnis geworfen, oder sogar umgebracht werde, was wird dann aus meinem Sonnenschein?
Ich muss es wagen. Ich werde ihr sagen, dass sie zu einem Fest mit dem Chef persönlich geht. Sie darf die Perlen ihrer Mutter tragen. Eines Tages wird sie es verstehen. Ich bin mir sicher.
Nun ja, vielleicht ist es auch eine Intrige. Der Haufen Dreck könnte mich beim Chef verunglimpft haben. Oft genug scharwenzelt er ja um ihn herum. Jeden Morgen trifft er sich eine Stunde mit ihm - zum Rapport. Und bei den halböffentlichen Anlässen, wie dem Abendspaziergang ist er natürlich auch da. Vor drei Tagen war ich ja auch noch dabei. Hat er mich da vielleicht nicht angelächelt? Gut ich durfte nicht die Ehre genießen, ein paar Meter neben ihm zu laufen. Aber diese Gunst erhält man nicht jeden Tag.
Wenn ich nur mit ihm sprechen könnte. Ich würde seinem Blick standhalten. Ich kann alles ertragen, was er mir ins Gesicht sagt. Ich könnte mich verteidigen. Hat er meine Briefe gelesen? Wurden sie ihm überhaupt überreicht? Dreißig Jahre meines Lebens habe ich dem Chef gewidmet. Es waren gute Jahre. Ich habe Frau und Kind vernachlässigt, um meine ganze Kraft in seine Dienste zu stellen. Ich habe mich nicht bereichert, wie andere. Das bereue ich jetzt. Sie haben meine Konten eingefroren. Ich habe alle meine Ämter verloren, die Mitgliedschaft im Country Club und alles Geld.
Vielleicht war es auch dieser Papierpräsident. Der Mann, der alles unterzeichnet, was der Chef ihm gibt. Ein Mann des Wortes, nicht der Macht. Er schreibt die Bücher, die die First Lady veröffentlicht. Er hält Lobreden auf den Chef. Keine augenscheinliche Spur von Ehrgeiz blitzt in seinen Augen auf. Vielleicht versteckt die Brille und seine Höflichkeit sie aber nur gut. Er konnte oder wollte mir nicht helfen.
Der einzige, der mich nicht von seiner Türschwelle stieß war Manuel Alfonso. Niemand sollte den Stylingberater des Chefs unterschätzen. Ja, er bringt ihm die richtigen Anzüge und Ideen für seine Uniformen aus den Staaten mit. Aber er hat ein Ohr an der Seele des Chefs. Aber sein Rat war so unglaublich, so schmerzhaft...
Meine Tochter ist mein ein und alles. Ihre Mutter verstarb viel zu früh. Sie sehe ich, wenn Urania die Treppe herunter geht. Sie ist intelligent - die Nonnen schwärmen von ihr. Bereits als Kind musste ich sie Ramfis Blicken entziehen. Damals war ich wichtig - er hätte sie also vielleicht hinterher vor der Tür des Krankenhauses abgesetzt. Jetzt würde sie wohl in einer Schlucht landen. Aber der Chef ist doch anders als sein Sohn. Er ist ein Gentlemen. Er würde nie etwas tun, was mein Täubchen verletzt. Und er liebt unberührte Frauen. Manuel Alfonso preist sie mir als DIE Geste an. Das würde den Chef von meiner Loyalität überzeugen, ihm zeigen, das er immer noch an erster Stelle bei mir kommt. Und ein älterer und erfahrener Herr ist vielleicht gar nicht so schlecht, fürs erste Mal. Er weiß, was er tut. Oh mein Gott, lass dies der richtige Schritt sein. Andererseits, wenn ich ins Gefängnis geworfen, oder sogar umgebracht werde, was wird dann aus meinem Sonnenschein?
Ich muss es wagen. Ich werde ihr sagen, dass sie zu einem Fest mit dem Chef persönlich geht. Sie darf die Perlen ihrer Mutter tragen. Eines Tages wird sie es verstehen. Ich bin mir sicher.
derwahnsinnhateinennamen - 21. Feb, 00:09
