Der Wilde Westen: andere Länder - andere Filmmusik
Harte Männer in blue Jeans, die zu jeder Tages- und Nachtzeit Hüte tragen, rauchen und Kuhherden gen Western treiben. Und zu all dem ertönt ... ja was eigentlich?
Die traditionelle Instrumente eines Western-Scores sind Gitarre (E- und Akustik-), Banjo, Violinen, Mundharmonika, Mandoline und Klavier. Außerdem werden Kavallerieauftritte oft mit Militärmusik, sprich Trompeten und Trommeln begleitet. Da Western das harte Leben der Cowboys verklären wird die Musik meistens eingesetzt, um die Landschaft wirken zu lassen (Orchester, Banjo oder Gitarre), die Einsamkeit am Lagerfeuer oder Romantik anzudeuten (sparsame Mundharmonikaklänge). Bei den Stadtszenen (z.B. die berühmte Prügelei im Saloon) darf das Klavier als Zeichen der Zivilisation nicht fehlen. Meist mischen sich klassische Orchesterarrangements mit Elementen der Countrymusik. Wobei auch hier natürlich Country nicht gleich Country ist...
Western und Country
Was wir heute als Country kennen setzt sich u.a. aus den Stilen Hillbilly, der sich vor Allem in den Staaten Tennessee und Kentucky herausbildete und Western aus Texas, Oklahoma und Kalifornien, den damaligen Frontstaaten bei der Eroberung des Wilden Westens zusammen. Die Siedler mischten ihr ursprüngliches europäisches (meist englisch oder irisch) Liedgut. Die Texte passten sich an die eigene Situation an. So stirbt im Original von The Cowboy's Lament aka Streets of Laredo (Hörbeispiel) The Unfortunate Rake ein Soldat statt einem Cowboy (übrigens an Syphilis). Die Themen sind das alltägliche Leben der Cowboys, Pferde und herausragende Persönlichkeiten.
Im 19 Jahrhundert begannen jedoch auch immer mehr eigene Kompositionen die alten Songs abzulösen. Das wohl bekannteste nach einem Gedicht von Brewster Higley ist Home On The Range (hier performed von Tori Amos) gilt als die "Nationalhymne der Cowboys" (und ist die Hymne des Staates Kansas). In diese Zeit fällt auch die Entstehung des Klischees des singenden Cowboys:
Der Legende nach war es während der großen Trails üblich, den Rindern während der Nachtwache leise Lieder vorzusingen haben, um eine Stampede zu verhindern, da der Klang der menschlichen Stimme beruhigend auf die Tiere wirken sollte. (Slatta, Richard: Die Cowboy Enzyklopädie)
In den 30er Jahren des 20sten Jahrhunderts entdeckte Hollywood die Cowboys. Durch die Entwicklung des Tonfilms etablierte sich der singende Cowboy, wie in In Old Arizona (1928), Wagon Master (1929) oder Mountain Justice (1939). (Selbst John Wayne musste in seinen frühen Filmen wie Riders of Destiny singen, allerdings hatte er bereits damals einen Ghostsinger). Oft wurden die Co-Stars nach gesanglichen Qualitäten gecastet, wie z.B. Gene Autry.
In vielen Western traten zudem Gastmusiker und Bands auf, z.B. die Sons Of The Pioneers oder Bob Wills.
Natürlich finden neben Western auch andere Countrystilarten in die Filmmusik Einzug (auch die moderneren Varianten). Die bekanntesten sind:
Anders als beim Italo Western gibt es bei dem US-Western nicht DEN Westernexperten. Zwar haben einige Komponisten viele Scores in diese Richtung geschrieben, sie bilden jedoch nur einen kleinen Teil ihres Schaffens. High Noon
Credits: miltonwhatever
Credits: CappyNJ Berühmte Scores
Wyatt Earp von James N. Howard ist leider vergriffen. Ein sehr epischer Orchesterscore.
Trailer
Credits: McDBsDad
Zwar noch neu, aber in meinen Augen ein Meisterwerk:
Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford von Warren Ellis und Nick Cave (Score). Ein sehr sparsam instrumentierter (hauptsächlich Violine und Piano ab und zu Bass und Gitarre von einem der Bad Seeds Mitglieder) in Moll gehaltener Score.
Song for Jesse (Video bitte ignorieren)
Credits: jflower84
Bruce Broughton schuf für Tombstone einen klassischen Westernscore mit Flöte, Hackbrett, Bhodran und Kontrabass. Sogar eine Spur besser als sein erster Ausflug ins Westerngenre mit Silverado.
John Barry erhielt zu Recht 1991 einen Oskar für seinen Score zu Der mit dem Wolf tanzt:
Credits: chavakiah07
noch erwähnenswert:
Quellen:
Western Musik
Hillbilly Musik
Slatta, Richard: Die Cowboy Enzyklopädie
Die traditionelle Instrumente eines Western-Scores sind Gitarre (E- und Akustik-), Banjo, Violinen, Mundharmonika, Mandoline und Klavier. Außerdem werden Kavallerieauftritte oft mit Militärmusik, sprich Trompeten und Trommeln begleitet. Da Western das harte Leben der Cowboys verklären wird die Musik meistens eingesetzt, um die Landschaft wirken zu lassen (Orchester, Banjo oder Gitarre), die Einsamkeit am Lagerfeuer oder Romantik anzudeuten (sparsame Mundharmonikaklänge). Bei den Stadtszenen (z.B. die berühmte Prügelei im Saloon) darf das Klavier als Zeichen der Zivilisation nicht fehlen. Meist mischen sich klassische Orchesterarrangements mit Elementen der Countrymusik. Wobei auch hier natürlich Country nicht gleich Country ist...
Western und Country
Was wir heute als Country kennen setzt sich u.a. aus den Stilen Hillbilly, der sich vor Allem in den Staaten Tennessee und Kentucky herausbildete und Western aus Texas, Oklahoma und Kalifornien, den damaligen Frontstaaten bei der Eroberung des Wilden Westens zusammen. Die Siedler mischten ihr ursprüngliches europäisches (meist englisch oder irisch) Liedgut. Die Texte passten sich an die eigene Situation an. So stirbt im Original von The Cowboy's Lament aka Streets of Laredo (Hörbeispiel) The Unfortunate Rake ein Soldat statt einem Cowboy (übrigens an Syphilis). Die Themen sind das alltägliche Leben der Cowboys, Pferde und herausragende Persönlichkeiten.
Im 19 Jahrhundert begannen jedoch auch immer mehr eigene Kompositionen die alten Songs abzulösen. Das wohl bekannteste nach einem Gedicht von Brewster Higley ist Home On The Range (hier performed von Tori Amos) gilt als die "Nationalhymne der Cowboys" (und ist die Hymne des Staates Kansas). In diese Zeit fällt auch die Entstehung des Klischees des singenden Cowboys:
Der Legende nach war es während der großen Trails üblich, den Rindern während der Nachtwache leise Lieder vorzusingen haben, um eine Stampede zu verhindern, da der Klang der menschlichen Stimme beruhigend auf die Tiere wirken sollte. (Slatta, Richard: Die Cowboy Enzyklopädie)
In den 30er Jahren des 20sten Jahrhunderts entdeckte Hollywood die Cowboys. Durch die Entwicklung des Tonfilms etablierte sich der singende Cowboy, wie in In Old Arizona (1928), Wagon Master (1929) oder Mountain Justice (1939). (Selbst John Wayne musste in seinen frühen Filmen wie Riders of Destiny singen, allerdings hatte er bereits damals einen Ghostsinger). Oft wurden die Co-Stars nach gesanglichen Qualitäten gecastet, wie z.B. Gene Autry.
In vielen Western traten zudem Gastmusiker und Bands auf, z.B. die Sons Of The Pioneers oder Bob Wills.
Natürlich finden neben Western auch andere Countrystilarten in die Filmmusik Einzug (auch die moderneren Varianten). Die bekanntesten sind:
- Bluegrass (bzw. der daraus hervorgegangene New Grass): schnelle, akustische Musik im 2/4 Takt, typische Instrumente sind Geige, Mandoline, Bass und Westerngitarre
- Honky Tonk: elektronische Musik, typische Instrumente sind Bass, Steel Guitar, Fiddle, Dobro, Klavier und Schlagzeug, Texte um Alltagsprobleme, 2/4 Takt
- Nashville Sound: Poppiger Country, kein nasaler Gesang, wenig traditionelle Instrumente, wie Fiedel oder Steel Guitar, dafür Streicher und Hintergrundchöre
- Western Swing: tanzbare Mischung aus Jazz (Swing) und Country, hauptsächlich in den 40ern populär
- Bakersfield Sound : Gegenbewegung zum Nashville Sound, möglichst einfache Arrangements, härtere, an den Rock'n'Roll angelehnte Gitarren
- Tex Mex (Norteño, Tejano): Mexikanische Folklore gemischt mit Blues- und Rock'n'Roll-Elementen, die besonders im Südwesten der USA und in Texas populär ist, gespielt werden Balladen, Polkas, Boleros und Rancheras, wichtigstes Instrument ist der Bajo-Sextos der sechsseitige Bass
- Cajun: stammt aus Louisiana, typische Instrumente sind Harmonika und Fiddle, später auch Steel Guitar, Bass, Banjo und Schlagzeug
- moderner Country: die restlichen - für den Film nicht so relevanten - Einflüsse und Stilrichtungen könnt ihr dieser Übersicht entnehmen.
Anders als beim Italo Western gibt es bei dem US-Western nicht DEN Westernexperten. Zwar haben einige Komponisten viele Scores in diese Richtung geschrieben, sie bilden jedoch nur einen kleinen Teil ihres Schaffens. High Noon
Credits: miltonwhatever
- Erich Wolfgang Korngold - Rose of the rancho
- Miklós Rózsa - Tribute To A Bad Man, Sein Freund, der Lederstrumpf, Blank Bart
- Elmer Bernstein - Die glorreichen Sieben
Credits: CappyNJ Berühmte Scores
Wyatt Earp von James N. Howard ist leider vergriffen. Ein sehr epischer Orchesterscore.
Trailer
Credits: McDBsDad
Zwar noch neu, aber in meinen Augen ein Meisterwerk:
Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford von Warren Ellis und Nick Cave (Score). Ein sehr sparsam instrumentierter (hauptsächlich Violine und Piano ab und zu Bass und Gitarre von einem der Bad Seeds Mitglieder) in Moll gehaltener Score.
Song for Jesse (Video bitte ignorieren)
Credits: jflower84
Bruce Broughton schuf für Tombstone einen klassischen Westernscore mit Flöte, Hackbrett, Bhodran und Kontrabass. Sogar eine Spur besser als sein erster Ausflug ins Westerngenre mit Silverado.
John Barry erhielt zu Recht 1991 einen Oskar für seinen Score zu Der mit dem Wolf tanzt:
Credits: chavakiah07
noch erwähnenswert:
- Max Steiner mit They died with their boots on
- Laurence Rosenthal mit The Return Of A Man Called Horse
- Johnny Guitar von Victor Young
Quellen:
Western Musik
Hillbilly Musik
Slatta, Richard: Die Cowboy Enzyklopädie
derwahnsinnhateinennamen - 19. Jan, 00:07






Trackback URL:
http://derwahnsinnhateinennamen.twoday.net/stories/4615675/modTrackback