Die Stunde der Zeichen von
Jamal Mahjoub schildert die Zeit des
Mahdi-Aufstands im Sudan zur Wende des 19. Jahrhunderts aus der Sicht verschiedener Protagonisten. Muhammad Achmad ibn as-Sayyid Abdallahs Aufstand gegen die britisch-ägyptische Besetzung war der erste erfolgreiche einer afrikanischen Bevölkerung gegen die Kolonialherren. Er gründete das islamische
Kalifat Omdurman, das fünfzehn Jahre existierte.
Mahjoub erzählt seine Geschichte aus der Sicht verschiedener Protagonisten, wie dem gebildeten Dschihadist Hawi, dem britischen Offizier Ellesworth oder den einfachen Pferdejungen Kadaro. Sie alle scheitern daran, ihre eigenen Vorstellungen auf eine andere Welt übertragen zu wollen. Von sprichwörtlicher und tatsächlicher Blindheit geschlagen verraten sie die eigenen Ideale. So treten die Befreiungskämpfer selber als Usupatoren auf, erobern und islamisieren große Gebiete und versklaven die Bevölkerung. Der Verfall des Gottesstaates zur Terrorherrschaft einer Militärdiktatur wird eindringlich geschildert.
In mythischen Episoden aus unterschiedlichen Perspektiven verflechten sich nach und nach zu einem epochalen Roman über einen charismatischen Mann, dem es gelungen ist, die Sehnsucht seines zerrissenen Volkes zu einen. Der Mahdi selbst tritt dabei fast nur im Hintergrund auf.
Ein spannender Abenteuerroman über politische Wirren, Fundamentalismus, Fanatismus, Kolonialismus und eine Zeit, die jeden Europäer mit Scham erfüllen sollte.
Mahjoub, Jamal
Die Stunde der Zeichen
365 S.
3940111538
19,95 €