Hugo Race and the True Spirit
Der Abend (10.10. Musikzentrum Hannover) könnte wohl am besten mit einem musikalischen Wechselbad der Gefühle beschrieben werden. Drei Acts, die sich wohl eher als Co-Headliner als als Hauptact mit Support verstanden. Die alle mit ca. 1 h viel zu kurz spielten und die sehr unterschiedliche Facetten der Gefühlswelt ansprachen.
Den Anfang machten die Newcomer Odeville aus Stade. Eine vielschichtige Depression (macht das Sinn, dass ich das positiv meine?). Nun, wie soll ich es erklären. Ineinander verschachtelte Soundebenen, in denen man sich verlieren kann. Experimentelle Keyboards treffen sich mit Smiths Gitarren. Der Gesang ist der pure Wahnsinn. Allerdings kreist alles um sich selbst. Besonders die Band. Die verweigert sich dem Publikum - trotz gemütlicher Wohnzimmeratmosphäre, das Musikzentrum bevölkerten nämlich gerade mal 30 people - total. Der einzige, der ab und zu mal einen verschämten Blick ins Publikum warf, war der Bassist. Gitarrist und Schlagzeuger sahen nur auf, wenn sie einander ansahen. Der Sänger schloss die Augen oder begutachtete den Boden. Alle Songs wurden mit so ineinander übergeleitet, dass keine Chance auf Applaus bestand - hatten Odeville Angst davor? So fragte man sich manchmal, ob es nur ein gigantischer Song war, den die Jungs da spielten. Wir haben verstanden: Ihr seid introvertiert und sensibel jetzt könnt ihr etwas mehr für den Spannungsbogen in eurem Set tun, und ab und zu mal ne kleine Pause einlegen. Anschließend am Merchandising Stand wirkte Hauke Horeis ja auch normal, also ein wenig weniger Masche bitte.
Credits: thisiswar11
Nach einer Stunde dann das totale Kontrastprogramm. Hellhound Brown: Ein Mann mit seiner Gitarre (OK, wohl normalerweise drei, den Rest, ersetzten dezente Einspielungen und eine Art Brett? auf dem Boden für den Rhythmus). Alleinunterhalter und Clown bewegen sich seine Songs zwar im üblichen Bluesgewand, seine Slide Gitarre entführt uns aber quer durch Australiens weite Landschaften. Schließe die Augen und genieße. Wow.
Nach einer, wieder minimalen, Umbaupause ist er dann als Mitglied der True Spirits wieder dabei. Hugo Races Begleitband ist ja eher eine Art Kollektiv von Musikern - so fehlte diesmal Keyboard und Posaune. Dies führte zu einer rauheren, dreckigeren, ja rockigeren Performance. Die verrauchte Stimmer führt durch sphärische Rockklänge, die Slide-Gitarre leitet das Publikum in eine Art Trance. Viel zu schnell verfliegt die Stunde. Keine Erklärung, warum das Konzert so kurz ist. Allerdings signiert die Band anschließend noch und sucht das Gespräch.
Credits: bry3500
Hugo Race Konzerte sind immer ein kleines Glücksspiel. Ich habe ihn noch nie nüchtern gesehen und mit ausgesprochen unterschiedlichen Performances. Je nach Bandzusammensetzung wird das Material vollkommen unterschiedlich interpretiert. Wer das aber in Kauf nimmt, wird immer einen inspirierenden Abend erleben.
Den Anfang machten die Newcomer Odeville aus Stade. Eine vielschichtige Depression (macht das Sinn, dass ich das positiv meine?). Nun, wie soll ich es erklären. Ineinander verschachtelte Soundebenen, in denen man sich verlieren kann. Experimentelle Keyboards treffen sich mit Smiths Gitarren. Der Gesang ist der pure Wahnsinn. Allerdings kreist alles um sich selbst. Besonders die Band. Die verweigert sich dem Publikum - trotz gemütlicher Wohnzimmeratmosphäre, das Musikzentrum bevölkerten nämlich gerade mal 30 people - total. Der einzige, der ab und zu mal einen verschämten Blick ins Publikum warf, war der Bassist. Gitarrist und Schlagzeuger sahen nur auf, wenn sie einander ansahen. Der Sänger schloss die Augen oder begutachtete den Boden. Alle Songs wurden mit so ineinander übergeleitet, dass keine Chance auf Applaus bestand - hatten Odeville Angst davor? So fragte man sich manchmal, ob es nur ein gigantischer Song war, den die Jungs da spielten. Wir haben verstanden: Ihr seid introvertiert und sensibel jetzt könnt ihr etwas mehr für den Spannungsbogen in eurem Set tun, und ab und zu mal ne kleine Pause einlegen. Anschließend am Merchandising Stand wirkte Hauke Horeis ja auch normal, also ein wenig weniger Masche bitte.
Credits: thisiswar11
Nach einer Stunde dann das totale Kontrastprogramm. Hellhound Brown: Ein Mann mit seiner Gitarre (OK, wohl normalerweise drei, den Rest, ersetzten dezente Einspielungen und eine Art Brett? auf dem Boden für den Rhythmus). Alleinunterhalter und Clown bewegen sich seine Songs zwar im üblichen Bluesgewand, seine Slide Gitarre entführt uns aber quer durch Australiens weite Landschaften. Schließe die Augen und genieße. Wow.
Nach einer, wieder minimalen, Umbaupause ist er dann als Mitglied der True Spirits wieder dabei. Hugo Races Begleitband ist ja eher eine Art Kollektiv von Musikern - so fehlte diesmal Keyboard und Posaune. Dies führte zu einer rauheren, dreckigeren, ja rockigeren Performance. Die verrauchte Stimmer führt durch sphärische Rockklänge, die Slide-Gitarre leitet das Publikum in eine Art Trance. Viel zu schnell verfliegt die Stunde. Keine Erklärung, warum das Konzert so kurz ist. Allerdings signiert die Band anschließend noch und sucht das Gespräch.
Credits: bry3500
Hugo Race Konzerte sind immer ein kleines Glücksspiel. Ich habe ihn noch nie nüchtern gesehen und mit ausgesprochen unterschiedlichen Performances. Je nach Bandzusammensetzung wird das Material vollkommen unterschiedlich interpretiert. Wer das aber in Kauf nimmt, wird immer einen inspirierenden Abend erleben.
derwahnsinnhateinennamen - 11. Okt, 15:22


