Der Täuscher
Jeffery Deaver ist einer der wenigen Serienmörderersinner, der seine Leser nicht in eimerweise Blut, Leichenfledderei unter dem Deckmantel quasiwissenschaftlicher Autopsie, die jede Zelle zum Beweismittel deklarieren erstickt. Er zieht sich dezent zurück, wenn es ans eigentliche Morden geht. Trotzdem gelingt es ihm, einen unglaublichen Horror in Der Täuscher herauf zu beschwören, denn diesmal scheint wirklich jeder als Opfer denkbar.

Der Täuscher verfügt über einen scheinbar unglaublichen Datenpool, der uns aber bei näherer Betrachtung gar nicht mehr so futuristisch erscheint. Payback, GPS, Handy und Internet lassen von uns eine Vielzahl von Spuren zurück, die eigentlich nur gebündelt werden müssen. Sollte ein Datenanbieter groß genug sein, all diese Informationen zu bündeln und eine der vielen Analyseprogramme darüber laufen zu lassen, dann erscheint das Szenario ausgesprochen realistisch.
Der Täuscher an sich bedient sich dem einfachen menschlichen Verhalten, anderen Menschen zu vertrauen, die ähnliche Interessen und Lebenssituationen haben, wie man selbst. Der andere scheint ausrechenbar zu sein das Vertrauen sicher. Wie kann er oder sie ein schlechter Mensch sein, wenn er die gleichen Sachen liebt wie ich?
Und so beginnen Lincoln Rhyme und Armelia Sachs einem Datenphänomen hinterher zu laufen, dessen Taten sie zwar ebenfalls anhand von den gefundenen Spuren und Daten vorhersagen können, dem sie sich aber ansonsten kaum nähern können, da er immer wieder mit seinen "Verdächtigen" verschmilzt. Eine weitere, fast noch bedrohlichere Spur von Verbrechen zieht der Täuscher ebenfalls hinter sich her - für jedes seiner vielen Opfer präsentiert er der Polizei einen perfekten Verdächtigen samt forensicher Beweise. So werden unschuldige verurteilt ohne je eine Chance auf Rehabilitation. Das perfekte Verbrechen.
Der einzige kleine Minuspunkt in diesem spannenden Roman ist die seitenlange Auflistung des Ermittlungstandes, das dem Leser die Chance geben soll, selber mit zu raten. Dies macht Deaver jedoch wieder gut, indem er mit ein paar Kniffen doch einen wirklich ungewöhnlichen Verdächtigen zum Schluss präsentiert, auf den das Ermittlerduo er aus Zufall stößt. Da der Verdächtigste vorher schon als Spion der Regierung entlarvt worden war und sich mein Tipp ach als unschuldig heraus stellte eine wirkliche Überraschung.
Fazit: Ein wirklich guter Krimi, der subtil eine Gefahr aufzeigt und auch den letzten über die Datenspur, die er oder sie quer durchs Internet zieht nachdenken lassen sollte. Egal ob ihr nichts zu verbergen hat - wer weiß, wer bei euch etwas verbergen möchte. Ach ja, akzeptiert einfach den etwas behäbigen Anfang. Es lohnt sich.
Deaver, Jeffery
Der Täuscher
Blanvalet
544 S.
ISBN 978-3764502966
19,95

Der Täuscher verfügt über einen scheinbar unglaublichen Datenpool, der uns aber bei näherer Betrachtung gar nicht mehr so futuristisch erscheint. Payback, GPS, Handy und Internet lassen von uns eine Vielzahl von Spuren zurück, die eigentlich nur gebündelt werden müssen. Sollte ein Datenanbieter groß genug sein, all diese Informationen zu bündeln und eine der vielen Analyseprogramme darüber laufen zu lassen, dann erscheint das Szenario ausgesprochen realistisch.
Der Täuscher an sich bedient sich dem einfachen menschlichen Verhalten, anderen Menschen zu vertrauen, die ähnliche Interessen und Lebenssituationen haben, wie man selbst. Der andere scheint ausrechenbar zu sein das Vertrauen sicher. Wie kann er oder sie ein schlechter Mensch sein, wenn er die gleichen Sachen liebt wie ich?
Und so beginnen Lincoln Rhyme und Armelia Sachs einem Datenphänomen hinterher zu laufen, dessen Taten sie zwar ebenfalls anhand von den gefundenen Spuren und Daten vorhersagen können, dem sie sich aber ansonsten kaum nähern können, da er immer wieder mit seinen "Verdächtigen" verschmilzt. Eine weitere, fast noch bedrohlichere Spur von Verbrechen zieht der Täuscher ebenfalls hinter sich her - für jedes seiner vielen Opfer präsentiert er der Polizei einen perfekten Verdächtigen samt forensicher Beweise. So werden unschuldige verurteilt ohne je eine Chance auf Rehabilitation. Das perfekte Verbrechen.
Der einzige kleine Minuspunkt in diesem spannenden Roman ist die seitenlange Auflistung des Ermittlungstandes, das dem Leser die Chance geben soll, selber mit zu raten. Dies macht Deaver jedoch wieder gut, indem er mit ein paar Kniffen doch einen wirklich ungewöhnlichen Verdächtigen zum Schluss präsentiert, auf den das Ermittlerduo er aus Zufall stößt. Da der Verdächtigste vorher schon als Spion der Regierung entlarvt worden war und sich mein Tipp ach als unschuldig heraus stellte eine wirkliche Überraschung.
Fazit: Ein wirklich guter Krimi, der subtil eine Gefahr aufzeigt und auch den letzten über die Datenspur, die er oder sie quer durchs Internet zieht nachdenken lassen sollte. Egal ob ihr nichts zu verbergen hat - wer weiß, wer bei euch etwas verbergen möchte. Ach ja, akzeptiert einfach den etwas behäbigen Anfang. Es lohnt sich.
Deaver, Jeffery
Der Täuscher
Blanvalet
544 S.
ISBN 978-3764502966
19,95
derwahnsinnhateinennamen - 3. Jun, 00:49



