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Montag, 27. April 2009

Fundstück

Zur Kampagne Ulmer vs. Bibliotheken:

Stiehlst du noch oder zahlst du schon...

PS: Die Diskussion dazu kann man übrigens gut über Archivalia (Bibliotheksstandpunkt) oder Inetbib verfolgen. Als Bibliothekarin bin ich selbstverständlich parteiisch.

Rätsel Nummero 228

Um welches Buch handelt es sich hier? Wer ist unsere Erzählerin?

Sein Körper fiel nieder, wie tot als daure ihn unser Schicksal. Wenige Wanderer durchqueren diese Gegend. Nur ein Wesen aus der Anderswelt kann sie führen. Jene, die der Fluch der frühen Geburt traf, Irrlehren anhingen, falschen Göttern huldigten aber dennoch Weisheit und Heldenmut vereinen. Eines Tages mögen sie ihr Ziel erreichen.

Eine große Gnade erfährt der Wanderer, weiß er doch, was ihn auf seiner letzten Reise erwarten mag. Egal ob Gleichgültigkeit, Leidenschaft, Maßlosigkeit, Verbrechen oder Verrat, die ewigen Folgen erwarten ihn hier. Noch ist er zu Besuch, möge er den oder die, die er sucht nicht finden.

Unser Schicksal war ihm bekannt, doch verstand er nicht, wie wir einander nachgeben konnten. An was und wie gestatte euch Amor, das schüchterne Verlangen zu erkennen, wollte er wissen. Oh Unschuldiger, scheint dir wahres Begehren fremd zu sein. Als ich ihn das erste Mal sah, verfiel ich Paolo. Dachte ich doch, ich solle meine Hand zu Freiheit und Friede ihm, Giovanni, reichen, wähnte ich mich glücklich. Als ich meinen Irrtum, ja, die Täuschung, die mein Vater ausgeheckt hatte, vor der Hochzeitsnacht entdeckte, weinte ich bittere Tränen. Das Wohle der Familie ist wichtiger, als Glück. Ich fügte mich.

Zum Vergnügen lasen wir in geschwisterlicher Liebe vereint, die Geschichte von Lanzelot, wie Liebe ihn umstrickte. Ach, kein Schmerz ist größer, als sich an diese Zeit zu erinnern. In Zeiten des Elends erscheint das Glück noch größer. Allein und unbeargwohnt waren wir. Das Buch war ein Kuppler sondergleichen. Wir sahen uns, ob des Inhalts, scheu an. Unsere Wangen verfärbten sich. Aber nur ein Punkt war es, der uns überwältigte. Denn als wir, wie das langersehnte Lächeln, von solchen Liebenden lasen, die sich küssten, durch Kuss ewig vereint blieben, da erzitterten wir. An jenem Abend lasen wir nicht weiter.

Du magst uns nun verurteilen, ja verdammen oder gar mit uns Leiden. Wir verharren in der Ewigkeit, in die uns mein Gemahl verbannte. Es dauert mich zutiefst, ihn dereinst in einem noch schlimmeren Feuer zu wissen, möge unser Leid ihm angerechnet werden.


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