Eine gute
Idee solltet Ihr doch mit ein wenig Aufmerksamkeit belohnen, oder?
Ich habe zwar keine Ahnung, was das mit dem Gedankenlesen sollte, aber vielleicht fällt Euch ja was dazu ein.
Eins ist immerhin sicher: Wenn nur ich weitermache stürzt das ganze unweigerlich in Mord und Totschlag (die Piratin ist mein Zeuge)!
derwahnsinnhateinennamen - 6. Mai, 21:22
Von wem stammt dieser Abschiedsbrief? Welche Ereignisse in welchem Buch führten zu diesem endgültigen Entschluss?
Lieber Fabio,
ich habe immer versucht Dir ein guter Freund zu sein. Es mag Dir schwer fallen, mir zu glauben. Ich weiß nicht, ob ich es glauben könnte. Vielleicht wird sich Deine Gedächtnislücke nie schließen. Glaube mir, der „Unfall“ war das Beste, was Dir zu diesem Zeitpunkt passieren konnte.
Wir sind schon so lange Freunde gewesen, dass es mir schwer fällt, mir ein Leben ohne Dich vorzustellen. Auch wenn es nicht so aussehen mag, ich habe alles nur für Dein Wohlergehen getan. Nun gut, vielleicht nicht alles. Die Sache mit Norina steht natürlich auf einem anderen Blatt. Aber Du hattest sie verlassen. Bei einer dieser PR Veranstaltungen hattest Du Marlene kennen gelernt. Trotzdem habe ich Dich immer verteidigt. Auch gegenüber Norina. Du standest unter Druck. Deine Lokführerreportage hatte nicht die gewohnte Qualität und Du hattest überall so mit der „großen Sache“ an der Du dran wärst geprahlt, dass wir nichts Geringeres als Watergate erwartet haben.
Ich weiß, Du kannst Dich nicht mehr daran erinnern. Ja, ich weiß, an welcher Story Du gearbeitet hast. Du hast mich irgendwann eingeweiht. Ich werde Dich jedoch nicht ins Vertrauen ziehen. Du hast Recht: Ich habe alle Daten auf Deinem Palm und Deinem Notebook gelöscht. Die Veränderungen, die in Deinem Leben in den Wochen vor sich gingen wurden durch diese Recherche ausgelöst. Du hast Dich verändert. Deine Freundin, ja Dein ganzer Freundeskreis war Dir nicht mehr gut genug. Du wolltest in die Welt des Geldes eintauchen, die Du sonst stets verspottet hast. Dabei hast du viele alte Freunde und Kollegen auf der Strecke gelassen. Du hast Dich vielleicht gewundert, warum Deiner Kündigung keine Steine in den Weg gelegt wurden… Nun ja, als Du nach den großen Worten keine Taten folgen ließest und Dein letzter Artikel nicht pulitzerpreisverdächtig war..
Ich weiß nicht, ob Du die Geschichte mit Norina noch einmal hin bekommst, jetzt, wo ich nicht mehr im Wege stehe. Die Frage, ob ich je wirklich im Wege gestanden habe, kann nur sie beantworten. Angeblich hat sie sich nicht wegen Dir wieder von mir getrennt. Nun ja, ich gestehe, sie war der letzte Fixpunkt meines Lebens. Ich hoffe, Du wirst mir verzeihen, wenn ich unser Geheimnis mit ins Grab nehme. Ich bete darum, dass Du Dich nie an diese fünfzig Tage erinnern wirst. Vielleicht magst Du mir eines Tages verzeihen oder immerhin glauben, dass ich alles getan habe, um Dir zu helfen.
Dein Freund …
derwahnsinnhateinennamen - 6. Mai, 00:08