Samstag, 5. April 2008

100 jähriger Geburtstag

Herbert von Karajan würde heute seinen 100 jährigen Geburtstag feiern. Er dirigierte in Mailand, Bayreuth, Wien und - natürlich - die Berliner Philharmoniker.

Herbert von Karajan

Zum Genießen - Beethovens Sinfonie Nummer 7:



Credits: magic5227

Autor trifft Leser

Schriftsteller freuen sich normalerweise, wenn sie Menschen sehen, die ihre Bücher lesen.

Naja, fast alle Schriftsteller:

Trifft Nick Hornby unerwartet auf seine Leser lässt er uns fast immer an diesen Begegnungen der dritten Art teilnehmen.

Aber lest selbst.

Rätselwoche: Endstand

Damit haben wir einen eindeutigen Endstand:

Platz 3

Clarissa 1 (97)

Platz 2

Raomer 2 (98,101)


Platz 1

Michael 3 (96, 99, 102)

Herzlichen Glückwunsch. Michael, Du gewinnst eine Cd oder ein Buch bis 15 €. Bitte mail mir deine Wünsche. Den anderen Danke ich fürs Mitraten. Ihr wart eine harte Konkurrenz.

Eine wilde Löwin - was habe ich erwartet?

Es passt schon - irgendwie ;-)

Gryffindor!
Sort me!


Brave. Daring. Bold. Chivalrous.
Gryffindor is most often seen as, "the best house," of Hogwarts. Of course, that title can't go to any house in particular, as they all have praiseworthy traits. We know the most about Gryffindor than any other house. To be in Gryffindor usually means you're brave, and borderline reckless.

Occasionally we see Gryffindors with other admirable (and not so admirable) tendancies, but most often we see bravery, however hidden it may be. Even if you think you might be a bit of a nervous wreck, chances are if you're in Gryffindor you have boldness hidden within you, only to emerge in a time of need.

To be a Gryffindor can be similar to saying you're most like a knight, showing bravery and chivalry. You can be very honorable. However, don't let pride be your downfall. Congratulations on being sorted into Gryffindor!

*smack* Have none of you read Hogwarts: A History!?

Rätsel Nummero 102

Jean Claude war mein bester Freund – dachte ich. Die wichtigsten Stationen des Lebens hatten wir gemeinsam gemeistert: Wir hatten gemeinsam Medizin studiert. Wir hatten fast gleichzeitig geheiratet. Unsere Kinder wuchsen zusammen auf. Er war der Patenonkel meiner Tochter. Wir kannten unsere Leben, unsere Geheimnisse und die Versuchungen. Ich habe ihn zur Vernunft gebracht, als er damals diese Affäre hatte. Nichts ernstes, aber er war verliebt und wollte alles dafür opfern. Ich habe ihm den Kopf zu Recht gerückt. Schließlich erwarte ich auch so was von ihm, sollte ich je Dummheiten machen. Dafür sind Freunde da. Sein Werben um seine spätere Frau Florence war – wie sein Verhältnis überhaupt zu Frauen – von einem seltsamen Zwischenfall überschattet: Sowohl Florence als auch seine Geliebte Corinne trennten sich nach der ersten Nacht von ihm. Beide kamen später wieder. Aber es verunsicherte ihn zutiefst. So sehr, dass er die entscheidende Prüfung im zweiten Semester verpasste. Er hätte sie im September wiederholen können. Viele mussten dies damals. Er erzählte uns aber, er hätte sie bestanden. Später gab er zu Protokoll, er hätte sich an jenem Tag genau an den Prüfungstag erinnert. Seit der verpassten Prüfung ertrank er immer mehr in einem Meer aus Lügen.

Jede Lüge zog eine weitere nach sich. Jeder Mensch gab ihm das Gefühl, eine Null zu sein, gewollt oder nicht. Zum Schluss sei ihm nur ein Ausweg in den Sinn gekommen, die größte Lüge: Ich habe Krebs. Das Mitleid ließ jede andere Frage verstummen. Und Florence kam zu ihm zurück – trotz allem.

Für die Welt war Jean Claude ein anerkannter Forscher. Er fuhr von Kongress zu Konferenz. Er gehörte zum Forscherstab der Weltgesundheitsbehörde in Genf. Er kannte Minister. Dachten wir.

Alles fing an, wie der schlimmste Albtraum: Die Polizei rief mich eines Nachts an. Bei Jean Claude hatte es gebrannt. Seine Frau und die zwei Kinder waren tot. Er lag mit schwersten Verletzungen im Koma. Ein tragischer Unfall, dachten wir. Am nächsten Tag wurden die Fragen konkreter: Es hätte Wunden gegeben, alle waren schon bei Ausbruch des Feuers tot… Hätte die Familie Feinde?

Die Großeltern wurden ermordet in ihrem Haus aufgefunden. Zu diesem Zeitpunkt beteten wir alle bereits, dass Jean Claude nie wieder erwachen möge, um nicht Zeuge dieser Tragödie zu werden. Ich aber wollte erwachen, denn was konnte es anderes sein, als ein furchtbarer Traum?

Aber es kam schlimmer, viel schlimmer. Jean Claudes Leben zerfiel vor unseren Augen. In Genf kannte ihn niemand. Seine Diplome waren erfunden. Stattdessen fand die Polizei einen Bekennerbrief und Barbiturate in seinem Magen. Es verbreitete sich wie ein Lauffeuer und die Kinder der Stadt sollten fortan von furchtbaren Visionen gequält werden: Papa kommt nach der Arbeit mit einer Axt nach Hause. Er erschlägt Frau und Kinder, fährt zu den Großeltern, tötet die und zündet anschließend sich mitsamt dem Haus an. Unsere Kinder schliefen noch lange danach auf Matratzen direkt neben meiner Frau und mir. Stets mit Körperkontakt. Und nie allein mit nur einem von uns beiden. Das war zu riskant. Schließlich war auch Jean Claude ein liebevoller Vater gewesen.

Weitere Verdächtigungen wurden laut, erhärteten sich oder nicht. Unterschlagungen, ein Mordversuch an er Geliebten, ein seltsamer Unfall in der Vergangenheit nach dem das Geld des Schwiegervaters verschwand … und gleichzeitig schwebte, alles überschattend, die Nachricht wie ein Damoklesschwert über uns: Er kommt durch. Wir werden Jean Claude wiedersehen.


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