Da fragt man sich doch, welcher Kollege die anonym in die Küche gestellt hat. Das einzige, was noch zur Revolte auf der Arbeit fehlt, ist, dass der Kaffee alle ist.
derwahnsinnhateinennamen - 22. Jan, 18:16
An dem Tag, als ich erfuhr, dass ich sterben würde, begann ich einen Notfallplan aufzustellen. Krebs ist eine furchtbare Krankheit. Ich war mir sicher, dass die Wissenschaftler in den nächsten sechs Monaten kein Mittel dagegen entwickeln würden. Natürlich würde ich zur Chemotherapie gehen und mein bestes geben. Aber was würde dann kommen?
Ich möchte sie jetzt nicht an lange Diskussionen über das Leben nach dem Tod verwickeln. Meine Frau ist Irin, da heiratet man den Katholizismus gleich mit. Also bleibt für mich wohl nur der Himmel. Viel mehr Sorgen mache ich mir, was mit ihr geschieht. Da sind dieses vielen Kleinigkeiten, um die ich mich immer kümmere. Wer beschützt sie? Wer baut sie auf, wenn es mal auf der Arbeit nicht so lief? Wer rettet sie bei diesen furchtbaren Familienessen?
Ich habe immer scherzhaft gesagt, ich werde eine Liste mit Sachen machen, die du tun musst, wenn ich mal nicht mehr bin. Zum Beispiel, dir eine Nachttischlampe kaufen, damit sie sich nicht immer den Fuß stößt, wenn sie nachts das Licht ausmacht. OK, das ist nur eine Kleinigkeit, aber es sind doch die Kleinigkeiten, die das Leben lebenswert machen. In den großen Dingen ist sie perfekt.
Wenn sie das erste Jahr übersteht, dann hat sie es geschafft. Da bin ich mir sicher. Alle Welt sagt, die Trauer lässt irgendwann nach. Also habe ich ihr für jeden Monat einen Brief geschrieben. Mit genauen Anweisungen. Wann sie sich wieder hübsch machen soll. Wann sie das erste Mal wieder so richtig ausgehen soll. Das sie sich wieder einen Job suchen soll. Und zwar einen, der ihr so richtig gut gefällt. Und so weiter. Das schöne ist nämlich, dass sie mir gar nicht widersprechen kann. Wer kann denn einem Toten eine Bitte abschlagen?
derwahnsinnhateinennamen - 22. Jan, 00:14