Mein Talk Like A Pirate Day
Als ich heute Morgen aus der Koje kroch, schien es noch ein ganz normaler Mittwoch zu werden. Ich frühstückte meinen Zwieback auf dem Weg zur Arbeit.
Als ich meinen Kollegen ein fröhliches Ahoy entgegenschmetterte, sah niemand, inklusive mir, von der Arbeit auf. Das änderte sich erst, als wir das ruhige Gewässer verließen, und die Kunden sich um meinen Ausguck tummelten.
Kind: Computers
ich: Ahoi!
Kind (sichtlich genervt): Morgen, ich will an Computers.
ich: Leichtmatrose, bevor du an DEM Computer ankern kannst, zeige mir Tattoo oder Karte. Du weißt doch, meen Jung, nur die Crew darf hiersegeln surfen.
Mit kläglicher Beute, eine Büchereikarte, ließ ich ihn am Rechner ankern. Hier war kein Gold zu holen.
Kunde: Guten Morgen
ich: Ahoy, meen Beauty! (schließlich bin ich emanzipiert)
Kunde (leicht verwirrt): Meine Frauklar sucht den zweiten oder dritten Band von dem Schotten aus der Vergangenheit.
ich: Arrr?
Kunde (leicht nervös): Diese dicken Bücher.
ich: Die Highlandsaga von Gabaldon? Eine Frau durchsegelt die Meere der Zeit, um sich in Schottland ihrem rothaarigen Käptn an die Brust zu werfen?
Kunde: Eventuell? Haben Sie das da?
Die Kollegen der Theke sehen inzwischen des Öfteren ein wenig irritiert zu mir herüber, aber ich mag mich da täuschen. Ich kratze mir hingebungsvoll am Kopf.
ich: Aye aye!
Kunde: ...
Ich müsste mir meine Fingernägel mal schneiden. Ich ziehe das Entermesser hervor. Natürlich unter dem Tisch, ich bin ja höflich.
Kunde: Würden Sie mir auch sagen, wo es steht?
ich: Folgen Sie der steifen Brise nach Backbord bis zum dritten Regal, dann drei Schritte gen Steuerbord und wenn Sie nicht über die Reeling gefallen sind ...
Kundin (sehr vorsichtig): Den neuen Bestseller von der Kathy Reichs, haben Sie den schon?
ich: Aye, beim Klabautermann, natürlich haben wir den. Andere haben den Schatz aber schon gehoben. Sie werden auf die nächste Flut warten müssen.
Eine Kollegin löste mich dann ausgesprochen hastig - und viel zu früh - ab. Ich wäre wohl reif fürs Mittagessen. Nach Schillerlocken und Zwieback eingeweicht in Rum geht es ans Bestellen neuer Medien. Hatten wir da nicht eine neue Dienstanweisung bezüglich des Etats ... Ich beschließe, meinen Führungsanspruch unter Beweis zu stellen, irgendwann muss man ja mal zeigen, wer hier... Mir ist da ein kreativer Gedanke gekommen, das Problem sinkender Etats zu lösen. Sonst meutern mir die anderen bald. Ihr wisst ja, ohne Gold fällt die Motivation. Aber wenn ich das Bild eines Goldstückes ... Ach lassen wir das.
Ich setzte eine Anweisung ins Intranet:
Ahoy Mitmatrosen,
der Quatiermeister hat mich gebeten zu verkünden, dass wir den Pfeffersäcken des Buchhandels nun kein Gold mehr in den Rachen schmeißen werden. Im Gegenteil, unsere nächste Kaperfahrt wird reiche Beute bringen. Wetzt die Säbel, ladet die Kanonen und auf zu Schmorl. Bestseller und illustre Kochbücher winken.
Eine steife Brise in den Segeln und immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel.
Eure ...
An den Rest des Tages kann ich mich nur verschwommen erinnern. Der Käptn stürmte - Minuten nach dem Post - meine Kajüte. Ich erinnere mich nur an Worte wie Fahne, verrückt geworden, Konsequenzen!!! Eine Meuterei? Soll ich über die Planke geschickt werden? Oder doch nur in die Bilge? Ich bin verwirrt.
Dann setzte ich, gezwungenermaßen die Segel Richtung Tortuga... Da hilft nur Rum, viel Rum... und ein Wecker.
Hey, ist heute nicht Talk Like A Pirate Day. Was wohl passiert wenn ich ...
Als ich meinen Kollegen ein fröhliches Ahoy entgegenschmetterte, sah niemand, inklusive mir, von der Arbeit auf. Das änderte sich erst, als wir das ruhige Gewässer verließen, und die Kunden sich um meinen Ausguck tummelten.
Kind: Computers
ich: Ahoi!
Kind (sichtlich genervt): Morgen, ich will an Computers.
ich: Leichtmatrose, bevor du an DEM Computer ankern kannst, zeige mir Tattoo oder Karte. Du weißt doch, meen Jung, nur die Crew darf hier
Mit kläglicher Beute, eine Büchereikarte, ließ ich ihn am Rechner ankern. Hier war kein Gold zu holen.
Kunde: Guten Morgen
ich: Ahoy, meen Beauty! (schließlich bin ich emanzipiert)
Kunde (leicht verwirrt): Meine Frau
ich: Arrr?
Kunde (leicht nervös): Diese dicken Bücher.
ich: Die Highlandsaga von Gabaldon? Eine Frau durchsegelt die Meere der Zeit, um sich in Schottland ihrem rothaarigen Käptn an die Brust zu werfen?
Kunde: Eventuell? Haben Sie das da?
Die Kollegen der Theke sehen inzwischen des Öfteren ein wenig irritiert zu mir herüber, aber ich mag mich da täuschen. Ich kratze mir hingebungsvoll am Kopf.
ich: Aye aye!
Kunde: ...
Ich müsste mir meine Fingernägel mal schneiden. Ich ziehe das Entermesser hervor. Natürlich unter dem Tisch, ich bin ja höflich.
Kunde: Würden Sie mir auch sagen, wo es steht?
ich: Folgen Sie der steifen Brise nach Backbord bis zum dritten Regal, dann drei Schritte gen Steuerbord und wenn Sie nicht über die Reeling gefallen sind ...
Kundin (sehr vorsichtig): Den neuen Bestseller von der Kathy Reichs, haben Sie den schon?
ich: Aye, beim Klabautermann, natürlich haben wir den. Andere haben den Schatz aber schon gehoben. Sie werden auf die nächste Flut warten müssen.
Eine Kollegin löste mich dann ausgesprochen hastig - und viel zu früh - ab. Ich wäre wohl reif fürs Mittagessen. Nach Schillerlocken und Zwieback eingeweicht in Rum geht es ans Bestellen neuer Medien. Hatten wir da nicht eine neue Dienstanweisung bezüglich des Etats ... Ich beschließe, meinen Führungsanspruch unter Beweis zu stellen, irgendwann muss man ja mal zeigen, wer hier... Mir ist da ein kreativer Gedanke gekommen, das Problem sinkender Etats zu lösen. Sonst meutern mir die anderen bald. Ihr wisst ja, ohne Gold fällt die Motivation. Aber wenn ich das Bild eines Goldstückes ... Ach lassen wir das.
Ich setzte eine Anweisung ins Intranet:
Ahoy Mitmatrosen,
der Quatiermeister hat mich gebeten zu verkünden, dass wir den Pfeffersäcken des Buchhandels nun kein Gold mehr in den Rachen schmeißen werden. Im Gegenteil, unsere nächste Kaperfahrt wird reiche Beute bringen. Wetzt die Säbel, ladet die Kanonen und auf zu Schmorl. Bestseller und illustre Kochbücher winken.
Eine steife Brise in den Segeln und immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel.
Eure ...
An den Rest des Tages kann ich mich nur verschwommen erinnern. Der Käptn stürmte - Minuten nach dem Post - meine Kajüte. Ich erinnere mich nur an Worte wie Fahne, verrückt geworden, Konsequenzen!!! Eine Meuterei? Soll ich über die Planke geschickt werden? Oder doch nur in die Bilge? Ich bin verwirrt.
Dann setzte ich, gezwungenermaßen die Segel Richtung Tortuga... Da hilft nur Rum, viel Rum... und ein Wecker.
Hey, ist heute nicht Talk Like A Pirate Day. Was wohl passiert wenn ich ...
derwahnsinnhateinennamen - 19. Sep, 09:59
