Dienstag, 17. April 2012

52 Songs: Einschlafen

52 Songs

Ich kann sehr gut einschlafen, wenn ich eine Hörspiel-CD höre, am Besten bei den Helden meiner Kindheit, die immer noch regelmäßig den Player besuchen. Daher hier:

Montag, 16. April 2012

Der Darkover Zyklus

Es gibt Bücher, die liest man immer wieder, selbst wenn einem ihre Schwächen bekannt sind. Ich liebe den Darkover-Zyklus von Marion Zimmer Bradley. Jüngst erneut hervor gekramt wollte ich mal meine Trilogie der Amazonen (sorry, der Gilde der Entsagenden), die stark gelitten hatte (teilweise noch die alte Moewig-Ausgabe) ersetzen - tja, der Nachwelt wird im Augenblick leider nur alles um Avalon sowie die posthum entschiedenen Bände angeboten.

Wo Game of Thrones zu einem George R. R. Martin Revival geführt hat, mag sich ja vielleicht auch ein Fernsehsender der Geschichte unter den 4 Monden annehmen?

Ihr mangelt es an nichts. Wir haben die starken Clans, die reich an Intrigen untereinander ihre Länderreien regieren. Dann natürlich die Terraner, eine weltenumspannende Konförderation, hoch technisiert, die an dem Planeten als interstellaren Stützpunkt interessiert sind. Die Frauenrechtlerinnen, die sich in einem patriarchischen System durchkämpfen, vor allem durch die Gilde der Entsagenden geprägt, aber auch durch die Bewahrerinnen der Türme. Und natürlich die Psy-Kräfte, die das Machtgleichgewicht in jeder Generation neu entspannen.

Marion Zimmer Bradley hat die großen Epochen der Welt beschrieben, die unfreiwillige Kolonialisierung (Landung auf Darkover), die Zeit, in der ein Gesellschaftssystem sich erst finden musste (Zeitalter der 100 Königreiche, geprägt von den großen Kriegen) - die besten Zeit wäre jedoch die Wiederentdeckung durch die Terraner während der Comyn-Herrschaft. Sehr schön - die Star Trek-Gesellschaft als Aggressor - und das wechselseitige Akzeptieren der gemeinsamen Wurzeln.

Darkover bietet Spannung, Intrigen und viel Sex - nicht der schlechteste Stoff für eine Serie.

Montag, 26. März 2012

52 Songs: Toilette

52 Songs

Mann oh Mann, das sind diese Woche mal wieder Themen - da muss ich einen kleinen Schlenker zur Country-Musik machen. Das Original-Video ist mal wieder für unser Land nicht frei gegeben, also gibt es nur eine kleinen Vorgeschmack, auf Brad Paisleys herrlicher Liebeserklärung an seine Frau, die von ihm weder Juwelen noch Blumen will - nur einen herunter geklappten Toilettensitz:

Ode de Toilet

Donnerstag, 22. März 2012

Kafka verliebt

Michael Kumpfmüller hat sich in seinem Roman Die Herrlichkeit des Lebens einer ungewohnten Seite von Kafka gewidmet. Immerhin sind wir alle in der Schule mit dem unglücklichen, frustrierten Versicherungsbeamten konfrontiert worden, der nie heiratete und an Tuberkulose verstarb. In den letzten Jahren seines Lebens fand Kafka, längst aus dem Beruf ausgeschieden jedoch noch einmal sein Glück. Er lernte Dora Diamant, eine Köchin kennen und zog für sie nach Berlin.

Kumpfmüller beschreibt das Leben der beiden, die Bindungsängste Kafkas, seine Krankheit, die übermächtige Familie, die Finanznot, aber auch das kleine Glück, das der neue Schritt Kafka bringt. Klischees vermeidend und mit leisen Tönen schafft es Kumpfmüller ein interessantes Porträt eines ungleichen Paares und einer bewegten Zeit mit ihren Hemmnissen zu zeichen.

Die Herrlichkeit des Lebens ist ein leises Buch, ohne große Spannung. Es zieht seine Höhepunkte aus dem Kontrast zum harten Kafka, dessen Facetten es völlig ausspart. Seiner Geliebten wird ein mehrdimensionales Denkmal gesetzt. Wer sich mit Kafka bereits beschäftigt hat und aus den klug gesetzten Zitaten und der eingewobenen Geschichte Vergnügen ziehen kann, dem sei das Buch empfohlen. Für Kafka-Laien plätschert die Geschichte ein wenig vor sich hin.

Es ist sehr gut denkbar, daß die Herrlichkeit des Lebens um jeden und immer in ihrer ganzen Fülle bereit liegt, aber verhängt, in der Tiefe, unsichtbar, sehr weit. Aber sie liegt dort, nicht feindselig, nicht widerwillig, nicht taub. Ruft man sie mit dem richtigen Wort, beim richtigen Namen, dann kommt sie.

Kumpfmüller, Michael
Die Herrlichkeit des Lebens
ISBN

52 Songs: Sport

52 Songs

Diese Woche gibt es ein einfacheres Thema bei den 52 Songs: Sport.

Da mich der Muskelkater von gestern noch plagt, nehme ich einen motivierenden Song: Teddybears mit Cobrastyle

Der amerikanische Investor

Ein Schriftsteller lebt mit seiner Familie in einer abbruchreifen Wohnung. Auf der Suche nach dem zündenden ersten Satz versinkt er in Tatenlosigkeit und Selbstmitleid. Seine Situation scheint sich drastisch zu ändern, als ein amerikanischer Investor das Gebäude übernimmt. Die Lebensbedingungen bleiben zwar gleich schlecht - aber von nun an steht der Schuldige fest. Erneut wird der erste Satz entscheident - in einem Brief möchte der Schriftsteller an den Peiniger und Erlöser zugleich sich wenden und so, eine Verbesserung er zwingen.

Der Investor beherrscht nun wachen und schlafen des Schriftstellers, er versinkt in manische Depressionsschübe. Zum Schluss wird er jedoch stets wieder exenstiell auf sich selbst zurück geworfen. Die Schwierigkeit des Schreibens, Selbstzweifel und das Glauben an eine dritte Person, die für Unheil oder Seelenheil unbekannterweise verantwortlich ist - Bremer ist ein leichter Roman gelungen, der interessante Ansätze hat, aber zum Schluss hin ohne Höhepunkt verklingt.

Ich bin zwiegespalten.

Bremer, Peter
Der amerikanische Investor
ISBN 978-3827010353
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