Freitag, 9. Mai 2008

Layla

Von 1972 und trotzdem nicht alt:

Eric Clapton - Layla unplugged:



Credits: Dappidu

Rätsel Nummero 117

Ich bin für ein paar Tage im Urlaub. Ihr habt also bis Dienstag Zeit, das Rätsel zu lösen. Wie immer suchen wir das Buch und den Erzähler. Viel Spaß beim Raten:

Diese jungen Leute bleiben nie lange. Es gefällt ihnen wohl nicht bei mir. Das Haus ist zu weit draußen. In der Küche dürfen sie nur Wasser holen. Nichts als Beschwerden. Dabei fängt deren Leben doch erst an. Die wissen noch gar nicht, was es bereit hält. Als wir so jung verheiratet waren, mein Mann und ich, ja, da habe ich auch noch Forderungen an das Leben gestellt. Ich hatte eine gute Aussteuer und habe nie viel verbraucht. Fünfzigtausend haben wir gespart, mein Mann und ich. Und nun, wo er gestorben ist ...

Einer der Mieter muss es mir gestohlen haben. Ich habe alles aufgeschrieben. Jeden Abend sitze ich und rechne. Ein Pfund Butter kann doch keine dreitausend Mark kosten. Seit dem Krieg musste ich viele hier zur Miete wohnen lassen. So viele, dass ich ihre Namen vergessen habe. Einer von ihnen hat es mir gestohlen. Hat die Bücher gefälscht. Überall Nullen angehängt. Ein Pfund Butter kann doch keine 3000 Mark kosten? Es muss einer der Klugen gewesen sein. Immerhin hat er sich die Mühe gemacht, mein Haushaltsbuch zu fälschen. Wenn mein Mann noch da wäre, der würde sich das nicht gefallen lassen.

Ich sitze jeden Abend im Dunklen und rechne und weine. Naja, jeden Abend, wenn neue Mieter da waren. Irgendwann stehen sie alle vor meiner Tür. Sie wollen ihre Beschwerden los werden. Soviel Miete für so eine kleine Wohnung. Und mit so vielen lästigen Sachen. Die Küche, die Uhr,... spätestens da hake ich ein. Die Uhr hat mein Mann mir zur Verlobung geschenkt. Sie schlägt und schlägt und schlägt. Vor Allem, wenn sie bewegt wurde. Sie schlägt immerzu. Irgendwann hört sie auf. Ich denke dann immer an meinen Mann. Der hat es noch gehört, das Schlagen...

Spätestens dann sind sie weg. Soviel Leid kann keiner ertragen. Viel wichtiger ist die Frage, ob es genug Leid war, um sie am Ausziehen zu hindern. Mir egal, ob sie aus Mitleid bleiben, oder aus Angst. Hauptsache, sie zahlen pünktlich die Miete.


Donnerstag, 8. Mai 2008

Meet the Fishers

Die Fishers sind ein ganz normaler Familienbetrieb. Eine Familie mit einer minderjährigen Tochter und zwei Söhnen, von denen der eine im Betrieb mitarbeitet, während der zweite Sohn nach Seattle das Weite gesucht hat. Beim alljährlichen Weihnachtschaos will man sich treffen und alle Beteiligten hoffen, die Feiertage ohne große Wunden hinter sich zu bringen. Aber natürlich kommt es anders: Nathaniel Fisher, das Familienoberhaupt stirbt bei einem Autounfall. Nun muss die Familie zusammen rücken, um das marode Unternehmen vor Konkurrenz, Gesundheitsamt und Bankrott zu retten.

Six Feet Under

Das alles könnte, oh Moment, das IST im Großen und Ganzen auch der Plot von Brothers And Sisters. Warum ist Six Feet Under dann so anders? Der schnuckelige kleine Familienbetrieb ist ein Bestattungsunternehmen. Die Familie - liebenswert aber total verklemmt - versucht den Schein aufrecht zu erhalten, während alle Mitglieder - gewollt oder ungewollt - Drogen konsumieren und ihren Trieben nach gehen. Jeder Charakter ist schräg aber deswegen trotzdem ausgesprochen sympathisch. Zum Beispiel David ("Dexter" Michael C. Hall) der während der ersten Season verzweifelt versucht seine Homosexualität zu verstecken oder Ruth (Frances Conroy), die depressive Witwe, die sich nicht zwischen ihrem Blumenhändler und dem Liebhaber entscheiden kann, da beide ihr nicht viel bedeuten. Alle laufen mehr oder weniger charmant vor ihren Gefühlen davon. Dieser Weg wird - bei einem Beerdigungsinstitut nur natürlich - von zahlreichen Leichen gepflastert. So beginnt jede Folge mit einem Tod. Der Geist begleitet die einzelnen Familienmitglieder oft durch die ganze Folge und gibt gerne ungefragten und nur ab und zu willkommenen Rat.




Credits: SkyAboveWater

Spätestens nach der Anfangssequenz ist also jedem klar, dass es sich um eine Serie von einem Privatsender - in diesem Fall HBO - handelt. Trotz aller Skurrilität ist Six Feet Under in erster Linie eine Dramaserie, bei der der rabenschwarze Humor selten zu kurz kommt. So werden alle Facetten des Lebens einer Familie und des Todes gezeigt.

Es hätte wenig Sinn, eine ganze Staffel zusammenzufassen. Daher nur eine kleine Empfehlung für all die, die sich nicht zwischen gut dosiertem Drama und schwarzem Humor entscheiden wollen. Tod kann überraschend unterhaltsam sein.

Gebraucht gibt es zurzeit alle 5 Staffeln für durchschnittlich 15 Euro plus Porto auf dem Amazon Marketplace.

Und zum Abschluss noch ein Lesetipp: LetMeEntertainYou hat sich ein mögliches Zusammentreffen von Sex And The City und Six Feet Under ausgemalt (das müsste wohl in S3 Ep. 13 Escape From N.Y. passiert sein, L.A. schien ansonsten eher einen abschreckenden Eindruck auf die Ladys gemacht zu haben). Witzige Idee, stilistisch ein wenig gewöhnungsbedürftig. Viel Spaß damit!

Mittwoch, 7. Mai 2008

Stripped

Depeche Mode veröffentlichten 1986 ihr Album Black Celebration. Stripped ist eine der fünf Singles.

Stripped war für seine Zeit absolut innovativ. Depeche Mode benutzten als Beat ein gedrosseltes verzerrtes Motorradmotorengeräusch und als Samples Feuerwerk sowie den Anlasser eines Autos. Die gleichen Samples wurden später für die B-Seite Breathing in Fumes verwendet.

Stripped, Depeche Mode

Das Original



Credits: 101aneta

Die wohl bekannteste Coverversion stammt von Rammstein - beachtlicher als das brachiale, gut gelungene Cover ist das provokante Video. Rammstein verwendeten Bilder aus Olympia, der Dokumentation der Olympischen Spiele 1936 von Leni Riefenstahl und spielten damit mit ihrem Naziimage. Die ironische Verbindung zwischen Bildern und Text ist jedoch gelungen und wesentlich subtiler, als alles andere, was Rammstein je geschaffen haben:



Credits: aky4954

Eine ebenfalls eigenständige, langsame Version stammt von der Electroband Shiny Toy Guns:



Credits: coddfish77

Eine ebenfalls ruhige Version mit Akustik Gitarre, allerdings ein wenig kitschig von The Wounded

Ein rockiges Cover stammt von Drist



Credits: ForsakenSon

Epo-555 mit einer verspielten Alternative Version Version.

Glamrock von Otto's Daughter:



Credits: Slevnor74

Scooters Technoversion ist dem Original sehr ähnlich:



Credits: indrek52

Härterer und eigenständiger Techno von der DJane Moni B:



Credits: neneTT82

Hiphop gibt es von Ilmat!C I Got U Stripped - naja, ziemlich verschenkt:



Credits: 3pTV

Lyrics

Come with me
Into the trees
Well lay on the grass
And let the hours pass

Take my hand
Come back to the land
Lets get away
Just for one day

Let me see you
Stripped down to the bone
Let me see you
Stripped down to the bone

Metropolis
Has nothing on this
Youre breathing in fumes
I taste when we kiss

Take my hand
Come back to the land
Where everythings ours
For a few hours

Let me see you
Stripped down to the bone
Let me see you
Stripped down to the bone

Let me hear you
Make decisions
Without your television
Let me hear you speaking
Just for me

Let me see you
Stripped down to the bone

Let me hear you speaking
Just for me

Let me see you
Stripped down to the bone let me hear you crying
Just for me

Dienstag, 6. Mai 2008

Ein bißchen Werbung

Eine gute Idee solltet Ihr doch mit ein wenig Aufmerksamkeit belohnen, oder?

Ich habe zwar keine Ahnung, was das mit dem Gedankenlesen sollte, aber vielleicht fällt Euch ja was dazu ein.

Eins ist immerhin sicher: Wenn nur ich weitermache stürzt das ganze unweigerlich in Mord und Totschlag (die Piratin ist mein Zeuge)!

Rätsel Nummero 116

Von wem stammt dieser Abschiedsbrief? Welche Ereignisse in welchem Buch führten zu diesem endgültigen Entschluss?

Lieber Fabio,

ich habe immer versucht Dir ein guter Freund zu sein. Es mag Dir schwer fallen, mir zu glauben. Ich weiß nicht, ob ich es glauben könnte. Vielleicht wird sich Deine Gedächtnislücke nie schließen. Glaube mir, der „Unfall“ war das Beste, was Dir zu diesem Zeitpunkt passieren konnte.

Wir sind schon so lange Freunde gewesen, dass es mir schwer fällt, mir ein Leben ohne Dich vorzustellen. Auch wenn es nicht so aussehen mag, ich habe alles nur für Dein Wohlergehen getan. Nun gut, vielleicht nicht alles. Die Sache mit Norina steht natürlich auf einem anderen Blatt. Aber Du hattest sie verlassen. Bei einer dieser PR Veranstaltungen hattest Du Marlene kennen gelernt. Trotzdem habe ich Dich immer verteidigt. Auch gegenüber Norina. Du standest unter Druck. Deine Lokführerreportage hatte nicht die gewohnte Qualität und Du hattest überall so mit der „großen Sache“ an der Du dran wärst geprahlt, dass wir nichts Geringeres als Watergate erwartet haben.


Ich weiß, Du kannst Dich nicht mehr daran erinnern. Ja, ich weiß, an welcher Story Du gearbeitet hast. Du hast mich irgendwann eingeweiht. Ich werde Dich jedoch nicht ins Vertrauen ziehen. Du hast Recht: Ich habe alle Daten auf Deinem Palm und Deinem Notebook gelöscht. Die Veränderungen, die in Deinem Leben in den Wochen vor sich gingen wurden durch diese Recherche ausgelöst. Du hast Dich verändert. Deine Freundin, ja Dein ganzer Freundeskreis war Dir nicht mehr gut genug. Du wolltest in die Welt des Geldes eintauchen, die Du sonst stets verspottet hast. Dabei hast du viele alte Freunde und Kollegen auf der Strecke gelassen. Du hast Dich vielleicht gewundert, warum Deiner Kündigung keine Steine in den Weg gelegt wurden… Nun ja, als Du nach den großen Worten keine Taten folgen ließest und Dein letzter Artikel nicht pulitzerpreisverdächtig war..

Ich weiß nicht, ob Du die Geschichte mit Norina noch einmal hin bekommst, jetzt, wo ich nicht mehr im Wege stehe. Die Frage, ob ich je wirklich im Wege gestanden habe, kann nur sie beantworten. Angeblich hat sie sich nicht wegen Dir wieder von mir getrennt. Nun ja, ich gestehe, sie war der letzte Fixpunkt meines Lebens. Ich hoffe, Du wirst mir verzeihen, wenn ich unser Geheimnis mit ins Grab nehme. Ich bete darum, dass Du Dich nie an diese fünfzig Tage erinnern wirst. Vielleicht magst Du mir eines Tages verzeihen oder immerhin glauben, dass ich alles getan habe, um Dir zu helfen.

Dein Freund …


Montag, 5. Mai 2008

Rätsel Nummero 115

Beim ersten Mal ist alles anders. Ich wusste gleich, die große Liebe ist das nicht. Er machte mir Vorwürfe. Dachte wohl, nur weil er Professor am hiesigen Gymnasium ist, das teilte er mir gleich mit, könnte er mit mir umspringen, wie mit seinen Schülern. Aber da muss er sich schon was einfallen lassen, um mit mir ins Kabuff zu kommen. Arbeit gibt es nicht umsonst. Und er sah nach Arbeit aus. Auch wenn es Strafarbeit sein sollte.

Er warf mir vor, ich würde seine Schüler verführen. Als ob ich um Erlaubnis fragen müsste, ob die Herren mir Bukette verehren dürfen. Ich bin schließlich eine Künstlerin. Dann drohte er mir sogar. Mit der Polizei. Als ob nicht alles rechtens wäre, was ich machen würde. Dem habe ich erst mal was erzählt. So ein komischer Mensch. Wo ich doch hier eine ganze Reihe Offiziere kenne. Die brennen darauf, mir einen Dienst zu erweisen. Er müsse da schon höflicher sein.


Aber er tat mir leid. Wollte wohl nur Druck ablassen. Viel ärgerlicher war, dass die feinen Herren nur vier Mark übrig hatten. Gucken wollen sie alle. Zahlen will keiner. Nun ja, er war dann doch ganz leidlich. Und er kam wieder. Natürlich nur, um seine Schüler zu erwischen. Und die Kollegen. Und jeden spießigen Kleinbürger, der Wasser predigte und Wein trank. Nun ja, wohl er Bier. Und noch dazu kein gutes.

Alle denken ja, ich würde mit jedem unter die Decke kriechen. Aber so bin ich nicht. Essen und Getränke, ja, die dürfen mir die Herren ausgeben. Mal einen neuen Hut oder etwas Schmuck, sowas nehme ich auch gerne an. Aber immer ohne Gegenleistung. Eine Frau will ja auch mehr… ein bisschen Liebe zum Beispiel. Er bot mir zuerst an, die Wohnung zu bezahlen. Natürlich ohne Hintergedanken, sagte er. Aber das haben sie alle.

Ich weiß nicht, ob die Lust triumphierte, oder er über seine Schüler. Ich lernte ihn zu schätzen, den Professor. Er war halt ganz anders, als diese Pennäler mit ihren Mützen. Irgendwie verloren.

Im Prozess gegen seine Schüler sagte ich aus. Ich dachte, mein Geständnis würde ihn milde stimmen. Immerhin vernichtete es seine Feinde. Die Offizierslaufbahn war nach der Ehrenschuld vorbei. Aber er zog sich zurück. Trotz oder gerade weil ich ehrlich war. Dann aber machte er mir Liebeserklärung - ich glaube jedenfalls, das es eine war – so unverständlich und kompliziert, wie nur er es vermag. Wir werden heiraten. Mir gibt er die Welt – auch wenn er seine verliert.


Um welches Buch handelt es sich hier? Wer ist unsere Hauptfigur?

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