Es gibt Bücher, die liest man immer wieder, selbst wenn einem ihre Schwächen bekannt sind. Ich liebe den Darkover-Zyklus von Marion Zimmer Bradley. Jüngst erneut hervor gekramt wollte ich mal meine Trilogie der Amazonen (sorry, der Gilde der Entsagenden), die stark gelitten hatte (teilweise noch die alte Moewig-Ausgabe) ersetzen - tja, der Nachwelt wird im Augenblick leider nur alles um Avalon sowie die posthum entschiedenen Bände angeboten.
Wo
Game of Thrones zu einem
George R. R. Martin Revival geführt hat, mag sich ja vielleicht auch ein Fernsehsender der Geschichte unter den 4 Monden annehmen?
Ihr mangelt es an nichts. Wir haben die starken Clans, die reich an Intrigen untereinander ihre Länderreien regieren. Dann natürlich die Terraner, eine weltenumspannende Konförderation, hoch technisiert, die an dem Planeten als interstellaren Stützpunkt interessiert sind. Die Frauenrechtlerinnen, die sich in einem patriarchischen System durchkämpfen, vor allem durch die Gilde der Entsagenden geprägt, aber auch durch die Bewahrerinnen der Türme. Und natürlich die Psy-Kräfte, die das Machtgleichgewicht in jeder Generation neu entspannen.
Marion Zimmer Bradley hat die großen Epochen der Welt beschrieben, die unfreiwillige Kolonialisierung (Landung auf Darkover), die Zeit, in der ein Gesellschaftssystem sich erst finden musste (Zeitalter der 100 Königreiche, geprägt von den großen Kriegen) - die besten Zeit wäre jedoch die Wiederentdeckung durch die Terraner während der Comyn-Herrschaft. Sehr schön - die Star Trek-Gesellschaft als Aggressor - und das wechselseitige Akzeptieren der gemeinsamen Wurzeln.
Darkover bietet Spannung, Intrigen und viel Sex - nicht der schlechteste Stoff für eine Serie.